Lokale Behandlung der primären Lokalisation von Brustkrebs im De-novo-Stadium IV: Weniger lokoregionäre Progression – Überleben und Lebensqualität vergleichbar30. Mai 2022 CHICAGO (Biermann) – Kann bei neu diagnostiziertem Brustkrebs mit Fernmetastasen eine lokoregionäre Behandlung des intakten Primärtumors das OS verbessern? Klinische Studien erbrachten dazu bislang widersprüchliche Ergebnisse. Eine aktuelle Studie mit früher lokaler Behandlung der primären Lokalisation ergab jetzt eine verbesserte lokoregionäre Kontrolle, die aber ohne Einfluss auf die Lebensqualität blieb. Auch beim OS sah das Team um Prof. Seema Khan vom Lynn Sage Comprehensive Breast Center in Chicago (USA) keinen Unterschied. Die Forscher hatten Frauen mit metastasiertem Brustkrebs und intaktem Primärtumor zunächst für 4–8 Monate mit einer systemischen Therapie behandelt. Trat keine Progression auf, wurden sie für eine lokoregionäre Behandlung der primären Lokalisation (Operation und Strahlentherapie gemäß den Standards für eine nichtmetastasierte Erkrankung) oder eine fortgesetzte systemische Therapie randomisiert. Von 390 Teilnehmerinnen wurden 256 randomisiert: 131 für die Fortsetzung der systemischen Therapie und 125 für eine frühe lokoregionäre Therapie. Das 3-Jahres-OS betrug 67,9 % ohne und 68,4 % mit früher lokoregionärer Therapie (HR 1,11; 90 %-KI 0,82–1,52; P=0,57). Das mediane OS beziffern die Autoren auf 53,1 Monate (95 %-KI 47,9 bis nicht abschätzbar) im Arm mit systemischer Therapie und auf 54,9 Monate (95 %-KI 46,7 bis nicht abschätzbar) im Arm mit loko-regionärer Therapie. Eine lokoregionäre Progression beobachteten die Wissenschaftler seltener bei den Frauen, die randomisiert einer lokoregionären Behandlung zugewiesen worden waren (3-Jahres-Rate: 16,3 % vs. 39,8 %; P< 0,001). Auch die Messwerte für die Lebensqualität fielen weitestgehend ähnlich aus. (sf) Autoren: Khan SA et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Early Local Therapy for the Primary Site in De Novo Stage IV Breast Cancer: Results of a Randomized Clinical Trial (EA2108) Quelle: J Clin Oncol 2022;40(9):978–987. Web: doi.org/10.1200/JCO.21.02006
Mehr erfahren zu: "Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Neugeborenes" Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Neugeborenes Nur 23 Prozent der Schwangeren waren in der Saison 2024/2025 gegen Grippe geimpft. Dabei schützt die Grippeimpfung nicht nur die werdende Mutter vor schweren Krankheitsverläufen, sondern kann auch dem Neugeborenen […]
Mehr erfahren zu: "Nachtarbeit in der Schwangerschaft mit neurologischen Entwicklungsauffälligkeiten beim Kind assoziiert" Nachtarbeit in der Schwangerschaft mit neurologischen Entwicklungsauffälligkeiten beim Kind assoziiert Nachtarbeit während der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko für neurologische Entwicklungsauffälligkeiten beim Kind verbunden, die im Alter von vier Jahren mittels Screening festgestellt werden können. Dies geht aus einer […]
Mehr erfahren zu: "Diabetes und Zyklus: Automatisierte Insulinabgabe gleicht nicht alles aus" Diabetes und Zyklus: Automatisierte Insulinabgabe gleicht nicht alles aus In der zweiten Hälfte des Zyklus benötigen viele Frauen mit Typ-1-Diabetes mehr Insulin, um ihre Blutzuckerwerte im Zielbereich zu halten. Eine Beobachtungsstudie zeigt jedoch trotz automatisierter Insulinabgabe deutliche individuelle Unterschiede. […]