Luftverschmutzung kann das Risiko für ALS erhöhen26. Januar 2026 Eine Studie aus Schweden zeigt, dass Luftverschmutzung das Risiko, an ALS zu erkranken, um bis zu 30 Prozent erhöhen kann. (Bild: © Ana Gram/stock.adobe.com) Längere Belastung durch Luftverschmutzung kann mit einem erhöhten Risiko für schwere neurodegenerative Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) in Verbindung gebracht werden und scheint den pathologischen Prozess zu beschleunigen, berichten Forschende des Karolinska Institutet in Schweden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „JAMA Neurology“ veröffentlicht. „Wir sehen einen deutlichen Zusammenhang, obwohl die Luftverschmutzung in Schweden geringer ist als in vielen anderen Ländern“, berichtet Jing Wu, Forscherin am Institut für Umweltmedizin des Karolinska Institutet. „Dies unterstreicht die Bedeutung der Verbesserung der Luftqualität.“ Umweltfaktoren als mögliche Ursache Die Ursachen von Motoneuronerkrankungen (MND) sind weitgehend unbekannt, doch Umweltfaktoren stehen schon lange im Verdacht, eine Rolle zu spielen. Die neue Studie zeigt, dass Luftverschmutzung ein solcher Faktor sein kann. Die Studie umfasste 1463 Teilnehmende in Schweden mit kürzlich diagnostizierter MND. Diese wurden mit 1768 Geschwistern und über 7000 passenden Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen. Die Forschenden analysierten die Feinstaubbelastung (PM2,5, PM2,5-10, PM10) und die Stickstoffdioxidkonzentration an den Wohnadressen der Teilnehmenden bis zu zehn Jahre vor der Diagnose. Die jährlichen Mittelwerte dieser Schadstoffe lagen knapp über den WHO-Richtwerten, die Spitzenwerte jedoch deutlich niedriger als in Ländern mit starker Luftverschmutzung. Bis zu 30 Prozent höheres Risiko Langfristige Belastung durch Luftverschmutzung, selbst bei den für Schweden typischen, relativ niedrigen Werten, war mit einem um 20 bis 30 Prozent höheren Risiko für die Entwicklung einer MND verbunden. Darüber hinaus erlitten Personen, die in Gebieten mit höherer Luftverschmutzung gelebt hatten, nach der Diagnose eine schnellere Verschlechterung der motorischen und pulmonalen Funktionen. Sie hatten außerdem ein erhöhtes Sterberisiko und benötigten häufiger eine invasive Beatmung. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Luftverschmutzung nicht nur zum Ausbruch der Krankheit beitragen, sondern auch deren Verlauf beeinflussen könnte“, erläutert Prof. Caroline Ingrevom Institut für Klinische Neurowissenschaften des Karolinska Institutet. Bei der Analyse von ALS-Patienten fanden die Forschenden nahezu dasselbe Muster wie in der gesamten Gruppe der MND-Patienten. Entzündung und oxidativer Stress Die Forschenden betonen, dass die Studie die Mechanismen hinter dem Zusammenhang nicht aufzeigen kann. Frühere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass Luftverschmutzung Entzündungen und oxidativen Stress im Nervensystem verursachen kann. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich kein kausaler Zusammenhang nachweisen. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Amyotrophe Lateralsklerose: Kombination zweier Blutmarker verbessert Diagnosegenauigkeit bei ALS Wird ALS in Zukunft heilbar?
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