Lungenkrebs: Immunzellen sagen das Ansprechen auf eine neoadjuvante Therapie mit Atezolizumab vorher6. Oktober 2022 Dr. Filiz Özkan. Bildquelle: ©UDE/UK Essen Eine neoadjuvante Behandlung mit Atezolizumab bei Lungenkrebs kann laut einer aktuellen Studie die Überlebensrate der Patienten deutlich verbessern. Sie zeigt zudem, dass das Therapieansprechen anhand von vor der Therapie im Blut detektierten Immunzellen angezeigt werden kann. Die Studie wurde kürzlich in „Nature Medicine“ mit Dr. Filiz Oezkan von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen als Co-Erstautorin veröffentlicht. In einer multizentrischen Phase-II-Studie erhielten 181 Patienten mit unbehandeltem, resektablem, nichtkleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IB-IIIB zwei Dosen einer neoadjuvanten Atezolizumab-Monotherapie. „Bei einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 3 Jahren konnten wir eine Überlebensrate von 80% erzielen“, fasst Özkan, Oberärztin in der Klinik für Pneumologie an der Ruhrlandklinik, das ermutigende klinische Ergebnis der Studie zusammen. Bisher nimmt man an, dass Atezolizumab die Funktion zytotoxischer T-Zellen wiederherstellt und die Anti-Tumor-Immunität dadurch verstärkt, aber die Einzelheiten dieses Mechanismus beim Menschen und die Auswirkungen auf andere Immunzellpopulationen sind weitgehend unklar. In der nun veröffentlichten Studie konnten Immunzellen, insbesondere NK und NK-like T Zellen, Zellen des angeborenen Immunsystems gefunden werden, die ein Ansprechen oder Nicht-Ansprechen auf die Therapie wahrscheinlich machen. „Hier sind weitere Studien notwendig, um die klinischen und biologischen Wirkungen von neoadjuvantem Atezolizumab klar zu definieren und valide Biomarker zu identifizieren. Spannend ist, dass auch das angeborene Immunsystem eine wichtige Rolle bei der Anti-Tumorimmunantwort spielt, bisher hat man angenommen, dass vor allem das adaptive Immunsystem das Ansprechen auf Immuntherapien bestimmt“, so Özkan.
Mehr erfahren zu: "Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen" Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen Bei aggressiven Verläufen des Neuroblastoms treten das Gen DDX1 und das Onkogen MYCN häufig vervielfacht und gemeinsam auf, was eine Abhängigkeit vom mTOR-Signalweg erzeugt. Zudem beeinflusst DDX1 die Reaktion der Krebszellen […]
Mehr erfahren zu: "Tübinger Projekt erforscht metabolische Reprogrammierung durch Checkpoint-Inhibitor in Peniskarzinomzellen" Tübinger Projekt erforscht metabolische Reprogrammierung durch Checkpoint-Inhibitor in Peniskarzinomzellen Welchen Einfluss hat die Behandlung mit einem Immuncheckpoint-Inhibitor (ICI) auf die mitochondriale metabolische Reprogrammierung von Makrophagen beim Peniskarzinom? Forscher am Universitätsklinikum Tübingen sehen hier ganz genau hin.
Mehr erfahren zu: "Nerven in der Haut können das Wachstum von Hautkrebs verlangsamen" Nerven in der Haut können das Wachstum von Hautkrebs verlangsamen Nervenfasern innerhalb von Melanomen können das Wachstum dieser Tumoren verlangsamen. Diese Erkenntnisse könnten zukünftige Strategien zur Therapie von Hautkrebs beeinflussen.