M371-Test erreicht hohe Sensitivität und Spezifität16. Mai 2024 Arlo Radtke und Gazanfer Belge (v.l.). Foto: Kai Uwe Bohn / Universität Bremen Die Sensitivität und Spezifität des M371-Tests zur Erkennung von Rückfällen bei testikulären Keimzelltumoren im klinischen Stadium I (CSI-GCTs) sind denen der konventionellen Diagnostik deutlich überlegen. Dies zeigt eine aktuelle Studie aus „Clinical Cancer Research“. Der M371-Test untersucht den Serumspiegel von microRNA371a-3p (M371), die sich in früheren Studien bereits als potenter Biomarker bei CSI-GCTs bewiesen hat. Jetzt wollten Erstautor Gazanfer Belge von der Universität Bremen und Kollegen* untersuchen, ob der Test 1. Rückfälle genau erkennen kann, 2. Rückfälle früher als mit herkömmlicher Technologie erkennen kann und 3. ob erhöhte postoperative M371-Spiegel einen Rückfall vorhersagen können. Dazu wurden in einer multizentrischen Studie 258 Patienten mit testikulärem CSI-GCT prospektiv über einen medianen Zeitraum von 18 Monaten mit seriellen Messungen der M371-Spiegel im Serum zusätzlich zu den Standarddiagnosetechniken überwacht. Bei 39 Patienten kam es zu einem Rezidiv (15,1%), alle hatten erhöhte M371-Werte. Dies war jedoch auch bei 8 Patienten ohne Rezidiv der Fall. Die ROC-Analyse ergab eine Fläche unter der Kurve von 0,993, eine Sensitivität von 100% und eine Spezifität von 96,3%. Der positive Vorhersagewert erreichte 83%, der negative Vorhersagewert 100%. Der Test ermöglichte eine frühere Rückfallerkennung bei 28% der Patienten. Der mittlere Zeitgewinn bis zur Diagnose war gegenüber herkömmlichen Methoden jedoch nicht signifikant verschieden. Mit postoperativen M371-Werten ließ sich kein Rückfall voraussagen. Auch wenn die M371-Werte nach der Orchiektomie nicht prädiktiv für einen Rückfall sind und der Test keine frühere Rückfallerkennung ermöglicht, sehen die Autoren aufgrund der hervorragenden Sensitivitäts- und Spezifitätswerte eindeutige Belege für den Nutzen des M371-Tests zur Rückfallerkennung. Dies deute darauf hin, „dass er möglicherweise bald in routinemäßige Nachsorgepläne für Patienten mit testikulärer GCT integriert werden kann“. (ms) *Zu gleichen Anteilen trugen auch Cansu Dumlupinar (Abteilung für Tumorgenetik, Fachbereich Biologie und Chemie der Universität Bremen) und Arlo Radtke (miRdetect GmbH, Bremerhaven) zu dieser Forschungsarbeit bei.
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