Medikament verbessert die Sexualfunktion bei Patienten mit Depressionen

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Eine neue US-amerikanische Studie ergab, dass bei Patienten mit einer Major Depression, die unzureichend auf Standard-Antidepressiva ansprachen, eine Zusatzbehandlung mit dem Medikament Lumateperon eine signifikante Verbesserung der Sexualfunktion erreichen kann.

In die Studie wurden 480 Patienten eingeschlossen. Sie erhielten zusätzlich zu ihrer antidepressiven Therapie entweder täglich 42 mg Lumateperon oder ein Placebo. Bei den mit Lumateperon behandelten Patienten zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Sexualfunktion im Vergleich zur Placebogruppe. Der Effekt wurde in verschiedenen Patientengruppen beobachtet, darunter bei Personen mit bereits zu Studienbeginn bestehender sexueller Funktionsstörung, bei Frauen sowie bei jüngeren und älteren Erwachsenen. Verbesserungen zeigten sich zudem in verschiedenen Bereichen der Sexualfunktion, darunter sexuelles Verlangen, Erregung, Orgasmus und Lustempfinden.

Etwa 68 Prozent der Patienten mit einer Major Depression leiden unter sexuellen Funktionsstörungen; sexuelle Nebenwirkungen von Antidepressiva sind zudem einer der Hauptgründe, warum Patienten die Behandlung abbrechen.

Die Erstautorin Anita H. Clayton, MD, Psychiaterin bei UVA Health, bezeichnete die Ergebnisse als wichtigen Schritt für den Umgang mit sexuellen Funktionsstörungen bei Patienten mit Depression.

Zusammenhang zwischen Depression und Sexualfunktion

Nach Angaben der Anxiety & Depression Association of America sind etwa 21 Millionen Erwachsene in den USA von einer Major Depression betroffen. Wie die Forschenden in der Publikation zu ihren Studienergebnissen ausführen, erhöhen sexuelle Funktionsstörungen das Risiko für eine Major Depression. Umgekehrt können sowohl die Erkrankung selbst als auch ihre Behandlung zu sexuellen Funktionsstörungen beitragen.

Die Forschenden untersuchten daher, ob Lumateperon die Sexualfunktion von Patienten mit MDD verbessern kann, die bereits mit einem Standardantidepressivum behandelt wurden, darauf jedoch nur unzureichend ansprachen. Als unzureichendes Ansprechen galt eine Reduktion der depressiven Symptome um weniger als 50 Prozent.

Lumateperon ist ein atypisches Antipsychotikum, das von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung von Schizophrenie und bipolarer Depression sowie als Zusatztherapie zu Antidepressiva bei Major Depression zugelassen ist.

Depressive Symptome und Sexualfunktion verbessert

Am Ende der 43-tägigen Behandlungsphase zeigten Patienten, die zusätzlich Lumateperon erhalten hatten, sowohl eine signifikante Verbesserung der depressiven Symptome als auch der Sexualfunktion. Die depressiven Symptome wurden anhand der Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS), die Sexualfunktion mithilfe des Changes in Sexual Functioning Questionnaire (CSFQ-14) erfasst.

Zu Beginn der Studie wiesen 82,5 Prozent der Teilnehmer eine sexuelle Funktionsstörung auf. Am Ende berichtete mehr als ein Viertel über eine normale Sexualfunktion. Frauen schienen stärker von der Behandlung zu profitieren als Männer. Nach Angaben der Forschenden sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um diesen Unterschied zu bestätigen. Beide Geschlechter berichteten über Verbesserungen des Lustempfindens und der sexuellen Erregung. Bei Studienteilnehmern, die zu Beginn keine sexuelle Funktionsstörung aufwiesen und Lumateperon erhielten, zeigte sich im Studienverlauf zudem keine Verschlechterung der Sexualfunktion.

„Während eine Major Depression bei 68 Prozent der Patienten mit sexuellen Funktionsstörungen einhergeht, tragen auch gängige Antidepressiva wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) bei etwa 70 Prozent der Patienten zu sexuellen Funktionsstörungen bei. Wenn also bei einer Person, die einen SSRI einnimmt, keine signifikante Verringerung der depressiven Symptome eintritt, besteht ein erhöhtes kombiniertes Risiko für sexuelle Funktionsstörungen“, erklärt Clayton. Wenn bei einem Patienten unter einem SSRI die depressiven Symptome nicht deutlich zurückgingen, bestehe daher ein erhöhtes kombiniertes Risiko für sexuelle Funktionsstörungen.

Lumateperon wurde erst kürzlich von der FDA als Zusatztherapie zugelassen, wenn Antidepressiva allein bei Patienten mit MDD nur eine begrenzte Wirkung erzielen. Nach Einschätzung der Forschenden könnte die Behandlung für einige Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf eine Standardtherapie eine Option sein, wenn sie sexuelle Nebenwirkungen vermeiden möchten. In Europa steht eine Zulassung durch die European Medicines Agency jedoch noch aus.

(lj/BIERMANN)

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