MCC Medizinalcannabis: Die Apotheke als kompetenter Berater der ärztlichen Verordner27. Mai 2026 Symbolfoto: ©H_Ko/stock.adobe.com Mit der Legalisierung 2022 wächst die Bedeutung von Medizinalcannabis in der Schweiz. Doch das Wissen zu Indikationen, Dosierung und Vergütung bleibt oft lückenhaft. Hier kommt Apotheken, die sich auf die Herstellung und Abgabe von Cannabispräparaten spezialisiert haben, eine Schlüsselrolle zu. Das berichtet ein Team von Cannaplant – einem Anbieter von Rezepturen für medizinische Cannabispräparate in der Schweiz. von Dr. Daniela E. Eigenmann, Andrea Rudolf Robbi, Dr. Manfred Fankhauser Der Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken war in der Schweiz über viele Jahre verboten. Die Anwendung in der Praxis nahm ihren eigentlichen Anfang erstmalig im Jahr 2008, als eine Schweizer Pionierapotheke erstmals vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Ausnahmebewilligung erhielt, auf ärztliche Verschreibung hin eine Magistralrezeptur mit synthetischem THC (Dronabinol) herstellen zu dürfen. Das in den darauffolgenden Jahren wachsende Interesse an Medizinalcannabis führte schließlich zu einer grundlegenden Rechtsänderung im Jahr 2022: Seither dürfen in der Schweiz praktizierende Ärzte und Apotheker medizinische Cannabispräparate, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, ohne BAG-Bewilligung verschreiben bzw. abgeben, was den bürokratischen Aufwand deutlich reduziert. Apotheken übernehmen Schlüsselrolle bei der Wissensvermittlung zu Cannabispräparaten Dennoch besteht in der Praxis nach wie vor ein Informationsdefizit hinsichtlich der therapeutischen Anwendung von Medizinalcannabis. So bleiben zentrale Fragen zu den Indikationsbereichen, der Auswahl verfügbarer Präparate und galenischen Möglichkeiten sowie zur Dosierung häufig unbeantwortet – dies nicht zuletzt deshalb, weil diese Themen bislang in den fachlichen Aus- und Weiterbildungen nicht umfassend adressiert werden. Auch die Vergütungsmodalitäten für Cannabisarzneimittel sind wenig bekannt. Im Vergleich zu Deutschland ist medizinisches Cannabis in der Schweiz somit insgesamt bislang geringer etabliert und verbreitet, was den Bedarf an Wissensvermittlung entsprechend erhöht. Apotheken, die sich auf die Herstellung und Abgabe von Cannabispräparaten spezialisiert haben, nehmen in der Schweiz eine Schlüsselrolle ein. Indem sie fachspezifische Beratung zur Dosierung, Galenik und möglichen Wechselwirkungen beitragen, können sie verordnende Mediziner unterstützen und zur Patientensicherheit beitragen. Weiter bieten sie Ärzten Unterstützung in rechtlicher Hinsicht betreffend Verschreibungsprozess und Kostenübernahme, welche nicht pauschal, sondern nur im Einzelfall auf Antrag um Kostengutsprache hin erfolgt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit für mehr Patientenzufriedenheit Die jeweilige Herstellung patientenindividueller Rezepturen (Magistralrezepturen) ermöglicht es Apothekern, ihre fachspezifische Expertise auf dem aktuellen Forschungsstand zu halten.Dabei ist die fachübergreifende Kooperation von hohem praktischen Nutzen für beide Berufsgruppen und fördert das gegenseitige Verständnis sowie die Patientenzufriedenheit. Seit 2020 nimmt zudem die SGCM (Schweizerische Gesellschaft für Cannabis in der Medizin) eine wichtige Rolle als kompetente und verlässliche Informationsquelle ein, indem sie evidenz- und praxisbasierte Therapieempfehlungen zu verschiedensten Einsatzgebieten erarbeitet, cannabisspezifische Weiterbildungen fördert sowie auch am politischen Diskurs teilnimmt. Da das Fortbildungsangebot zu medizinischem Cannabis im Allgemeinen, wie eingangs erwähnt, noch im Aufbau ist, sind spezialisierte Kongresse von umso entscheidenderer Relevanz für die berufliche Praxis. Der 7. Medicinal Cannabis Congress in Berlin schlägt hier die Brücke zwischen Theorie und Praxis: Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Medizinalcannabis werden ebenso fundiert diskutiert wie dessen konkrete Anwendung im medizinischen Alltag. Der multiprofessionale Austausch über die Landesgrenzen hinaus ermöglicht es den Experten verschiedener Fachrichtungen, die Zukunft der Therapie mit Cannabinoiden gemeinsam zu gestalten. Dr. Daniela E. Eigenmann wird am 29.05.2026 von 13:30 bis 14:15 Uhr am CVK in Forum 3 einen Vortrag zum Thema halten. Dr. Daniela E. Eigenmann, Andrea Rudolf Robbi und Dr. Manfred Fankhauser sind Mitarbeitende bei Cannaplant Langnau (Schweiz), einem Anbieter von medizinischen Cannabispräparaten angesiedelt an der Bahnhof Apotheke Langnau.www.cannaplant.ch
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