Melanom: Candida albicans unterstützt maligne Zellen19. Februar 2026 © David A Litman – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein Team der Universität des Baskenlandes zeigt: Candida albicans aktiviert Signalwege in Melanomzellen, fördert Angiogenese und Stoffwechselanpassung. Damit wird das Migrations- und Metastasierungspotenzial der Tumorzellen gefördert. Die Forschungsarbeit aus Spanien hat einen Mechanismus aufgeklärt, über den der Pilz Candida albicans das Melanom aggressiver macht. Die Ergebnisse wurden nun in „Scientific Reports“ veröffentlicht. „Der Pilz aktiviert mehrere Signalwege in den Melanomzellen und schafft dadurch ein Milieu, das zur Reprogrammierung von Angiogenese und Stoffwechsel beiträgt. Mit anderen Worten: Ein Umfeld, das Bedingungen schafft, die es den malignen Zellen ermöglicht, mehr Sauerstoff und Energie zu erhalten und sich leichter über die Blutbahn und andere Organe zu verbreiten“, erläutert Dr. Leire Aparicio-Fernández von der Universität des Baskenlandes. Pilz unterstützt Metastasierung In der Studie wurden zunächst verschiedene, mit Hautkrebs verknüpfte Eigenschaften untersucht. „Zum Beispiel wollten wir feststellen, ob der Pilz die Migration, Proliferation oder Adhäsion von Melanomzellen beeinflusst“, erklärt Aparicio-Fernández. „Als wir sahen, dass der Pilz die Ausbreitung dieser Zellen in andere Organe erleichtert, sind wir den Mechanismen dieser Prozesse weiter nachgegangen“, so Aparicio-Fernández. Den Ergebnissen zufolge bewirkt der Pilz, dass die Krebszellen ein höheres Potenzial zur Migration und Metastasierung entwickeln. Hinsichtlich der Proliferation konnten die Forschenden jedoch keine Veränderung feststellen. Antimykotika als Supportivtherapie? Die Untersuchung habe gezeigt, dass Candida albicans tatsächlich einen Einfluss auf das Melanom ausübe. Das öffne die Tür für neue ergänzende Therapieansätze, so Aparicio-Fernández. „Tatsächlich richten sich die derzeitigen Krebstherapien direkt gegen die malignen Zellen. Wenn wir jedoch sehen, dass Pilze einen Einfluss ausüben, könnten antimykotische Therapien möglicherweise helfen, den Krebs zu bekämpfen. Wer weiß, vielleicht lassen sich Antimykotika künftig als begleitende Therapie bei Melanom einsetzen.“ Die Forscherin betont, dass noch zahlreiche Fragestellungen weiter untersucht werden müssen. In der Gruppe werden alle Arten von Mikroorganismen erforscht, doch Aparicio-Fernández misst den Pilzen besondere Bedeutung bei. „Wir haben viel über Viren und Bakterien gesprochen, aber wir vergessen die Pilze. Wir müssen bedenken, dass sie mit uns zusammenleben und Teil unserer Mikrobiota sind. Pilze können nicht nur bei Erkrankungen eine Rolle spielen, die sie direkt verursachen, sondern auch bei anderen Krankheiten. Beispielsweise konnten wir zeigen, dass sie an Krebsprozessen beteiligt sein können.“ Derzeit untersucht die Forschungsgruppe, ob Candida albicans einen ähnlichen Effekt auf Zellen von Kolon‑ und Darmkrebs haben könnte. (ins)
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