Melanom-Inzidenz in den USA: Aufklärungskampagnen scheinen zu wirken26. März 2020 © Dan Race – Adobe Stock Das Auftreten eines Melanoms ist epidemiologisch an die UV-Exposition gekoppelt – besonders an Sonnenbrände in der Kindheit. Durch Kampagnen konnte das Verhalten hinsichtlich des Sonnenschutzes in den USA verbessert werden, doch der Effekt auf die Inzidenz des Melanoms ist bislang ungeklärt. Zur Untersuchung der Melanom-Inzidenz und der von altersspezifischen Unterschieden führten die Autoren der vorliegenden Studie eine populationsbasierte Registerdatenanalyse durch; die Daten stammten aus dem Zeitraum 2001 bis 2015 (988.103 Fälle von invasivem Melanom). Es wurden die jährlichen Melanom-Raten bei Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen bestimmt. Die jährliche prozentuale Veränderungsrate wurde anhand der Methode der kleinsten Fehlerquadrate für die letzte Dekade (2006 bis 2015) errechnet. Die Inzidenzraten wurden altersgemäß an die US-amerikanische Standardbevölkerung des Jahres 2000 adjustiert. Im Jahre 2015 wurden 83.362 Fälle von invasivem Melanom in den USA gemeldet; darunter waren 67 Fälle bei Kindern unter 10 Jahren, 251 bei Heranwachsenden (10 bis 19 Jahre) und 1973 bei jungen Erwachsenen (19 bis 29 Jahre). Zwischen 2006 und 2015 nahm die allgemeine Inzidenz von 200,1 auf 229,1 Fälle pro 1 Million Personenjahre zu. Bei den Erwachsenen über 40 Jahren nahm die Melanom-Rate um eine jährliche prozentuale Veränderung (annual percent change, APC) von 1,8 % zu (95 %-KI Männer: 1,4 – 2,1; Frauen 1,4–2,2). Im Kontrast dazu kam es zu klinischer wie statistischer Abnahme der Melanom-Inzidenz unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Die Inzidenzrate nahm um ein APC von -4,4 % bei den männlichen Jugendlichen (95 %-KI; -1,7 bis -7,0) ab. Bei den weiblichen Jugendlichen ging die Inzidenz um -5,4 % (95 %-KI; -3,3 bis -7,4) zurück. Bei männlichen jungen Erwachsenen ging die Rate um -3,7 % (95 %-KI; -2,5 bis -4,8) und bei weiblichen jungen Erwachsenen um -3,6 % (95 %-KI; -2,8 bis -4,5) zurück. Daten bezüglich Hautpigmentierung und UV-Schutz lagen nicht vor. Junge erwachsene Frauen weisen ein doppelt so hohes Melanom-Risiko auf wie junge erwachsene Männer. Fazit: Die Melanom-Inzidenz hat in der Dekade 2006–2015 bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen abgenommen; diese Trends hinsichtlich der Inzidenz weisen nach Dafürhalten der Autoren darauf hin, dass Aufklärungskampagnen Wirkung zeigen. (am)Autor: Paulson et al. Korrespondenz: Division of Clinical Research, Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, WA, USAStudie: Age-Specific Incidence of Melanoma in the United StatesQuelle: JAMA Dermatol 2020;156(1):57–64.Web: dx.doi.org/10.1001/jamadermatol.2019.3353
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