Migräneprophylaxe: Vergleichbare Wirksamkeit von Eptinezumab und Botox21. Oktober 2025 Symbolbild: ©Andrii Zastrozhnov/stock.adobe.com Neue Real-World-Daten sprechen Eptinezumab und OnabotulinumtoxinA eine vergleichbare Wirksamkeit zur Prophylaxe der chronischen Migräne zu. Migräne ist weit verbreitet und kann sich zu einer behindernden chronischen Erkrankung entwickeln, die in der Regel unterdiagnostiziert und oftmals schwer zu behandeln ist. Die Neurotransmission im trigeminovaskulären sensorischen Nervensystem, insbesondere unter Beteiligung des CGRP (Calcitonin Gene Related Peptide), ist ein wichtiges therapeutisches Ziel bei der Behandlung der chronischen Migräne. Studiendetails Ein italienisches Team untersuchte nun Unterschiede in der Wirksamkeit von Eptinezumab (einem gegen CGRP gerichteten monoklonalen Antikörper) und OnabotulinumtoxinA (einem Inhibitor der Neurotransmitterfreisetzung) in einem Real-World-Setting. In der einbezogenen Kohorte waren Kopfschmerzen aufgrund eines Medikamentenübergebrauchs (MOH) weit verbreitet. Ihre Erkenntnisse publizierten sie im „Journal of Headache and Pain“. Das Team beobachtete 40 Patienten mit chronischer Migräne, die nicht auf die Standardbehandlung ansprachen. Von ihnen waren 15 über 50 Jahre und 4 waren über 65 Jahre alt. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD), gemessen nach 3 bzw. 6 Monaten. Zu den sekundären Ergebnissen, die ebenfalls nach 3 und 6 Monaten erfasst wurden, gehörten die Verringerung der monatlichen Kopfschmerztage (MHD), der Tage, an denen Notfallmedikamente benötigt wurden, die Verringerung der Schmerzintensität sowie des Grades der Behinderung (ermittelt anhand des MIDAS[Migraine Disability Assessment]-Fragebogens). Keine signifikanten Wirksamkeitsunterschiede Sowohl Eptinezumab als auch OnabotulinumtoxinA erwiesen sich nach 3 und 6 Monaten als wirksam, jedoch konnten weder bei den primären noch bei den sekundären Endpunkten signifikante Unterschiede verzeichnet werden. Beide Therapien hatten dabei eine ausgeprägtere Wirkung auf MMD und MHD als auf die Reduktion der Schmerzintensität oder Behinderung. Darüber hinaus verringerte sich unter beiden Behandlungen der Bedarf an Notfallmedikamenten nach 3 und 6 Monaten. Jedoch zeigte OnabotulinumtoxinA vs. Eptinezumab nach 3 Monaten bei deutlich mehr Patienten einen Trend zu einer Verringerung dieses Bedarfs. Nach Ansicht der Autoren ist OnabotulinumtoxinA bei der Prophylaxe der chronischen Migräne somit genauso wirksam wie Eptinezumab. Sie empfehlen es daher als geeignete Alternative oder als Ergänzung zu Therapien mit Antikörpern oder Gepanten. (je/BIERMANN)
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