Möglicher Nutzen von Cannabis bei neuropathischen Schmerzen

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Bislang gibt es nur unzureichende Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis-basierten Arzneimitteln oder medizinischem Cannabis (CBM/MC) bei Schmerzstörungen. Ein Pilotprogramm für CBM/MC wurde im Januar 2018 in Dänemark eingeführt. Nun liegt eine Auswertung des Programmes vor.

Erstautor Carsten Hjorthøj vom Universitätsklinikum Kopenhagen (Dänemark) und Kollegen identifizierten in der landesweiten registerbasierten Kohortenstudie alle Personen, die ≥1 Rezept für CBM/MC entweder aufgrund von neuropathischen Schmerzen (n=1817) oder anderen und nichtspezifizierten Schmerzstörungen (n=924) eingelöst hatten, und ordneten jedem Fall eine Kontrolle mittels Propensity-Score-Matching zu.

Im „European Journal of Pain“ berichtet die Studiengruppe, dass in beiden Schmerzgruppen diejenigen, die Tetrahydrocannabinol (THC) konsumierten, während der Nachuntersuchung mehr Opioide einnahmen als die Kontrollgruppe. In der Gruppe mit neuropathischen Schmerzen nahmen CBD-, THC- oder kombinierte CBD- und THC-Konsumenten jedoch weniger Gabapentin ein als die Kontrollgruppe. Zusätzlich waren CBM/MC-Konsumenten der neuropathischen Schmerzgruppe an weniger Tagen im Krankenhaus als die Kontrollgruppe, nicht jedoch in der Gruppe mit anderen oder nichtspezifizierten Schmerzzuständen.

Fazit
In dem Pilotprogramm waren CBM/MC im Allgemeinen sicher und zeigten bei Menschen mit neuropathischen Schmerzen – nicht aber bei anderen Schmerzen – einige positive Wirkungen. (ah)

Autoren: Hjorthøj C et al.
Korrespondenz: Carsten Hjorthøj; [email protected]
Studie: Cannabis-based medicines and medical cannabis for patients with neuropathic pain and other pain disorders: Nationwide register-based pharmacoepidemiologic comparison with propensity score matched controls
Quelle: Eur J Pain 2022;26(2):480–491.
Web: https://doi.org/10.1002/ejp.1874