Möglicher Zusammenhang von schwerem Vitamin-D-Mangel und chronischen Schmerzen12. Dezember 2024 Bild: Adisak – stock.adobe.com Stehen Vitamin-D-Mangel beziehungsweise -Unterversorgung und chronische Schmerzen des Bewegungsapparates in Zusammenhang? Diese Frage wollte eine Studiengruppe der University of Queensland in Brisbane, Australien, beantworten. Nach Berücksichtigung verschiedener Störfaktoren fanden die Forscher in einer Kohorte von fast 350.000 Teilnehmern der UK Biobank keine Verbindung zwischen einem Vitamin-D-Mangel und regionalen muskuloskelettalen Schmerzen – jedoch zwischen einem schweren Mangel und chronischen weit verbreiteten Schmerzen. Bei letzterer Kombination könnte daher die Verwendung von Vitamin-D-Präparaten zur Supplementierung weiter untersucht werden, empfehlen die Autoren um Studienleiterin Michele Sterling. Methodik Erstautor Yanfei Xie und Kollegen analysierten die Daten von 349.221 Teilnehmern der UK Biobank, die zwischen 2006 und 2010 bei der Erstuntersuchung erhoben wurden. Der 25-Hydroxyvitamin-D-Serumspiegel wurde gemessen und die Teilnehmer entsprechend in die Kategorien <25,0 nmol/l (schwerer Mangel), 25,0–49,9 nmol/l (Mangel), 50,0–74,9 nmol/l (Unterversorgung) und ≥75,0 nmol/l (keine Unterversorgung) eingeteilt. Die Forscher bewerteten die selbstberichteten chronischen Muskelschmerz an irgendeiner Stelle, Nacken/Schulter, Rücken, Hüfte, Knie oder weit verbreitete Schmerzen, die die üblichen Aktivitäten beeinträchtigen. Potenzielle Störfaktoren umfassten soziodemografische, Lebensstil- und psychologische Faktoren sowie medizinische Begleiterkrankungen. Ergebnisse Einfache Modelle, die die Daten um Alter und Geschlecht bereinigten, zeigten der Studiengruppe zufolge signifikante Zusammenhänge zwischen einem suboptimalen Vitamin-D-Status und chronischen Schmerzen in allen Bereichen (ORs im Bereich von 1,07–2,85) auf. Diese Assoziationen wurden nach Berücksichtigung aller Störfaktoren (ORs ≤1,01) für chronische regionale muskuloskelettale Schmerzen jedoch abgeschwächt oder waren nicht mehr signifikant. Hingegen blieb ein schwerer Vitamin-D-Mangel auch nach Berücksichtigung aller Störfaktoren signifikanten und positiv mit chronischen weit verbreiteten Schmerzen assoziiert (OR 1,26; 95 %-KI 1,07–1,49). (ah)
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