Morbus Crohn: Ein experimentelles Modell ahmt typische Fettansammlung nach und erleichtert deren Erforschung12. März 2026 Abbildung: © Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com Spanische Wissenschaftler beschreiben in einer neuen Publikation ein experimentelles Rattenmodell zur Erforschung des Morbus Crohn. Es bildet Schlüsseleigenschaften des sich dabei um entzündete Darmabschnitte herum sammelndes Fettgewebe nach. In ihrer Untersuchung konnten die Forschenden vom Germans Trias i Pujol Research Institute (IGTP) und dem Institut de Recerca Biomèdica Catalunya Sud (IRB CatSud, früher IISPV) darlegen, dass bei dem mit 2,4,6-Trinitrobenzolsulfonsäure (TNBS) induzierten Colitis-Modell eine mesokolische Fettgewebshyperplasie auftritt. Diese hat makroskopische sowie histologische, immunologische und molekulare Ähnlichkeiten mit dem bei M. Crohn beobachteten mesenterialen Fettgewebe („kriechendes Fett“). Laut den Autoren kann ihr Modell dabei helfen, die Rolle dieses Gewebes im Krankheitsverlauf und bei Komplikationen zu erforschen und zu verstehen. Metabolisch und immunologisch aktives Gewebe Erstautorin der Studie, Dr. Laura Clua, erklärt: „Das kriechende Fett ist nicht einfach nur ein Wachstum von Fettgewebe um den entzündeten Darm herum, sondern vielmehr ein metabolisch und immunologisch aktives Gewebe. In dem Modell beobachten wir eine signifikante Infiltration von Immunzellen und eine hohe Expression proinflammatorischer Zytokine – Merkmale, die auch bei Patienten beschrieben wurden.“ Die Ergebnisse machen einen Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der transmuralen Darmentzündung und der Entwicklung der mesokolischen Hyperplasie sowie dem Vorhandensein von in die Subserosa translozierten Bakterien deutlich. Laut den Autoren stützen diese Beobachtungen die Hypothese, dass die Darmmikrobiota zur Umgestaltung des mesenterialen Fettgewebes beitragen kann. Roger Suau, korrespondierender Autor des Artikels, betont: „Wir haben das Modell auf verschiedenen Ebenen charakterisiert – makroskopisch, histopathologisch, immunhistochemisch und transkriptomisch –, was uns einen Vergleich mit den beim Menschen beschriebenen Merkmalen ermöglichte. Etwa die Hälfte der Tiere entwickelt eine mesokolische Hyperplasie mit Merkmalen, die dem bei M. Crohn beschriebenen kriechenden Fettgewebe ähneln.“ Hilfsmittel für zukünftige Forschungen Für Dr. Carolina Serena vom IRB CatSud, dort Leiterin der Forschungsgruppe für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBODI), könnte dieses Modell für die weitere Erforschung der an der Erkrankung beteiligten Mechanismen nützlich sein: „Ein Tiermodell, das dieses Phänomen reproduziert, erleichtert die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Darmentzündung, bakterieller Translokation und der Umgestaltung des mesenterialen Fettgewebes.“ Die Studienautoren (Foto: © IGTP – IRB CatSud) Laut Dr. Josep Manyé, Angehöriger der Forschungsgruppe für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (GReMII) am IGTP, „kann dieses experimentelle Modell zu einem besseren Verständnis der Rolle des mesenterialen Fettgewebes bei Morbus Crohn beitragen und die Entwicklung neuer Therapieansätze unterstützen.“ Die Autoren weisen darauf hin, dass das Modell eine reproduzierbare experimentelle Plattform bietet, um die Rolle des mesenterialen Fettgewebes bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu untersuchen und die Bewertung neuer Therapiestrategien in präklinischen Forschungsphasen zu erleichtern. Interessant außerdem zum Thema Morbus Crohn und Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: M. Crohn bei Kindern: Mikrobiom-Analyse könnte personalisierte Therapie verbessern CED: Neue Erkenntnisse zur Heritabilität ebnen Weg für bessere Therapie
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