Morbus-Crohn-Leitlinie: Orientierung zum Einsatz von Biomarkern8. Juli 2024 © Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Leitlinie der American Gastroenterological Association (AGA) soll Ärzte bei der Entscheidung über den Einsatz von Biomarkern bei der Behandlung von Morbus Crohn unterstützen. Ein multidisziplinäres Gremium formulierte dafür klinische Fragen und überprüfte zudem die Evidenz zur Leistungsfähigkeit von fäkalem Calprotectin, serumbasiertem C-reaktiven Protein (CRP) und endoskopischem Healing-Index bei Patienten mit etabliertem M. Crohn, die asymptomatisch waren, Symptome unterschiedlichen Schweregrades aufwiesen oder in chirurgisch induzierter Remission waren. Das Gremium bewertete die Leistung der Biomarker anhand des Goldstandards der endoskopischen Aktivität, der als einfacher endoskopischer Score für M. Crohn ≥3 definiert ist, und entwickelte Empfehlungen für den praxisrelevanten Einsatz von Biomarkern. Bei Patienten mit M. Crohn in symptomatischer Remission empfiehlt das Gremium die Kombination einer biomarker- und symptombasierten Überwachungsstrategie. Bei Patienten in symptomatischer Remission schließen ein fäkales Calprotectin <150 μg/g und ein normales CRP eine aktive Entzündung aus, sodass eine endoskopische Untersuchung zur Beurteilung der Krankheitsaktivität vermieden werden kann. Erhöhte Biomarkerwerte in dieser Situation sollten jedoch vor einer Therapieanpassung durch Endoskopie bestätigt werden. Bei Patienten mit leichten Symptomen sind weder normale noch erhöhte Biomarker allein ausreichend genau, um die endoskopische Aktivität zu bestimmen. Dagegen deuten bei Patienten mit starken Symptomen erhöhte fäkale Calprotectin- oder Serum-CRP-Werte auf eine endoskopische Aktivität hin, was eine routinemäßige endoskopische Beurteilung der Krankheitsaktivität ausschließt. Bei M.-Crohn-Niedrigrisikopatienten in chirurgisch induzierter Remission mit pharmakologischer Prophylaxe schließt ein normales fäkales Calprotectin ein endoskopisches Rezidiv zuverlässig aus. In anderen postoperativen Situationen empfiehlt das Gremium eine Endoskopie zur Feststellung postoperativer Rezidive. Fazit Bei Patienten mit M. Crohn können die Biomarker für fäkales Calprotectin und Serum-CRP sowohl bei asymptomatischer als auch bei symptomatischer Erkrankung wichtige Hinweise für das Krankheitsmanagement geben. (bi) Autoren: Ananthakrishnan AN et al. Korrespondenz: Ashwin N Ananthakrishnan; [email protected] Studie: AGA Clinical Practice Guideline on the Role of Biomarkers for the Management of Crohn’s Disease Quelle: Gastroenterology 2023;165(6):1367–1399. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.09.029
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