mRCC: Modifizierter Glasgow-Prognose-Score zusätzlich zur Bildgebung sinnvoll21. November 2023 Symbolbild: Dr_Microbe – stock.adobe.com Zur Vorhersage des Ansprechens und der Therapie-Ergebnisse beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) könnte es hilfreich sein, den modifizierten Glasgow-Prognose-Score ergänzend zur Bildgebung hinzuzuziehen. Das ergibt eine aktuelle Studie aus Deutschland. Patienten mit stabiler Erkrankung, die mit einer Immuntherapie behandelt werden, erzielen erfahrungsgemäß ein breites Spektrum klinischer Ergebnisse. Von daher scheint die Bildgebung allein zur Vorhersage des Ansprechens und der Ergebnisse beim mRCC nicht auszureichen, schreiben Forscher um Dr. Jonas Saal vom Universitätsklinikum Bonn. Deshalb untersuchten sie, ob longitudinale Veränderungen im modifizierten Glasgow Prognostic Score (mGPS), der auf C-reaktivem Protein und Albumin basiert, Ansprechen und Therapie-Ergebnisse vorhersagen können. Ihre Befunde stützen das Konzept der Integration des mGPS während der Behandlung zwecks einer ganzheitlicheren und patientenzentrierteren Therapieüberwachung zusätzlich zum radiologischen Staging, um die klinische Versorgung von Patienten mit mRCC mit geringen Kosten zu verbessern. Die Post-hoc-Analyse (10/2022–04/2023) von Saal et al. bewertete die prognostische und prädiktive Leistung des mGPS während der Behandlung bei Patienten mit mRCC, die in 2 randomisierten klinischen Studien mit Atezolizumab (plus Bevacizumab) oder Sunitinib behandelt wurden: die Phase-III-Studie IMmotion151 (Entdeckungskohorte) und die Phase-II-Studie IMmotion150 (Validierungskohorte). Als Endpunkte legten die Autoren das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS) gemäß den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST), Version 1.1, sowie das Gesamtüberleben fest. Um den prognostischen Wert des mGPS während der Behandlung mit dem radiologischen Staging zu vergleichen, nutzten sie die RECIST-Kriterien, die von einem Independent Review Committee bewertet wurden (IRC-RECIST), um eine hohe Datenqualität sicherzustellen. Von den 915 Patienten mit mRCC in der IMmotion151-Entdeckungskohorte war der Ausgangs-mGPS für 861 Patienten und der mGPS während der Behandlung für 691 Patienten verfügbar. Die IMmotion150-Validierungskohorte umfasste 305 Patienten mit mRCC, und der mGPS während der Behandlung konnte für 199 ausgewertet werden. Wie die Auswertung ergab, sagte der mGPS in der IMmotion-50-Studie während der Behandlung Ergebnisse bereits 6 Wochen nach Therapiebeginn voraus und eröffnete so ein Fenster für frühe Therapieanpassungen. In beiden klinischen Studien lieferte der mGPS während der Behandlung wertvolle prognostische Informationen beim 1. Staging, unabhängig vom per Bildgebung beurteilten Therapieansprechen. Als bemerkenswert beurteilt das Team, dass in der Subgruppe mit Krankheitskontrolle der mGPS während der Behandlung bessere und unabhängige prognostische Information lieferte als IRC-RECIST (verfügbar für 611 Patienten; C-Index 0,651 [95%-Konfidenzintervall [KI] 0,588–0,714] für den mGPS während der Behandlung vs. 0,574 [95%-KI 0,528–0,619] für IRC-RECIST). Die Studie wird von einem Kommentar begleitet. (sf/ms)
Mehr erfahren zu: "Inzwischen 633.000 Eintragungen im Organspende-Register" Inzwischen 633.000 Eintragungen im Organspende-Register Im zentralen Online-Register für Organspenden haben mittlerweile knapp 633.000 Menschen eine Erklärung zu ihrer eigenen Spendebereitschaft hinterlegt.
Mehr erfahren zu: "Zi: „Passgenaue Beratung stärkt Niederlassungsbereitschaft“" Zi: „Passgenaue Beratung stärkt Niederlassungsbereitschaft“ Rund 20.000 ambulant angestellte Ärztinnen und Ärzte in Deutschland können sich eine eigene Niederlassung vorstellen oder planen sogar eine solche: Das schlussfolgert das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) aus […]
Mehr erfahren zu: "Nächster Anlauf zu neuen Organspende-Regeln" Nächster Anlauf zu neuen Organspende-Regeln Tausende Schwerkranke warten auf ein gespendetes Organ. Um zu mehr Transplantationen zu kommen, wird schon lange über ein ganz anderes Prinzip diskutiert. Im Parlament wird es nun konkret.