Myokarditis: COVID-19-Impfung zeigt deutlich günstigeres Risikoprofil als Infektion3. November 2026 Die mRNA-basierte COVID-19-Impfung kann in seltenen Fällen bei Jugendlichen eine Myokarditis auslösen. (Foto: © Prostock-studio – stock.adobe.com) Fälle von Myokarditis nach einer COVID-19-Impfung für Kinder und Jugendliche und der häufig leichte Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion in dieser Altersgruppe hatten zu einer gewissen Impfskepsis beigetragen. Nun zeigt eine Studie allerdings, dass das Myokarditis-Risiko bei einer Infektion um ein deutlich höher ist als nach einer Impfung. Dass eine mRNA-basierte COVID-19-Impfung in seltenen Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Myokarditis auslösen kann, ist bekannt. Eine kürzlich im Fachmagazin „Vaccine“ publizierte Kohortenstudie an mehr als vier Millionen Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren gibt jedoch Entwarnung: Dieser zufolge ist das Risiko für Myokarditis, Perikarditis und Gesamtmortalität nach einer SARS-CoV-2-Infektion um ein Vielfaches höher als nach einer Impfung mit dem mRNA-Vakzin BNT162b2. Die Forschenden um Eman A. Toraih von der SUNY Upstate Medical University in Syracuse (USA) hatten für ihre retrospektive Kohortenstudie Daten des TriNetX-Netzwerks aus dem Zeitraum Dezember 2020 bis September 2025 analysiert. Hierfür inkludierten sie die Daten von 4.072.375 Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Stratifiziert nach Immunitätsstatus teilten sie diese in die Folgenden Kategorien ein: nicht infiziert/ungeimpft (n=3.572.000), infiziert/ungeimpft (n=248.546), nicht infiziert/geimpft (n=241.152) und infiziert/geimpft (n=10.677). Mittels Propensity-Score-Matching verglichen sie die Sechs-Monats-Ereignisse zwischen infizierten/ungeimpften und geimpften/uninfizierten Personen sowie entsprechenden Kontrollgruppen. Günstiges Nutzen-Risiko-Profil der Impfung Die höchste kumulative Myokarditis-Inzidenz wies die infizierte/ungeimpfte Gruppe auf (0,116 %). Im Vergleich zu Nichtinfizierten war eine SARS-CoV-2-Infektion mit signifikant höheren Risiken für Myokarditis (relatives Risiko [RR] 4,91; 95 %-KI 3,11–7,77), Perikarditis (RR 1,93; 95 %-KI 1,39–2,67) und Mortalität (RR 1,33; 95 %-KI 1,04–1,71) verbunden. Im direkten Vergleich führte die BNT162b2-Impfung gegenüber einer dokumentierten Infektion zu einem um 85 Prozent geringeren Myokarditis-Risiko, einem um 79 Prozent geringeren Perikarditis-Risiko und einer um 72 Prozent niedrigeren Sterblichkeit. Die absolute Risikodifferenz für Myokarditis betrug 0,0354 Prozent (ein Myokarditis-Fall weniger pro 2827 geimpften Personen im Vergleich zu Infizierten). Die Befunde sprechen aus Sicht der Studienautoren für ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil der BNT162b2-Impfung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Vergleich zu den kardialen und mortalitätsbezogenen Risiken einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion. Sie geben jedoch zu bedenken, dass der Vergleich der Gesamtmortalität auf der Grundlage von Beobachtungsdaten eher als beschreibend denn als kausal interpretiert werden sollte. (ah/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Dauerhafte Sommerzeit erhöht Unfallrisiko für Schulkinder deutlich" Dauerhafte Sommerzeit erhöht Unfallrisiko für Schulkinder deutlich Eine dauerhafte Umstellung auf Sommerzeit würde das Risiko tödlicher Verkehrsunfälle auf dem Schulweg etwa verdoppeln und den zirkadianen Rhythmus von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen. Das zeigt eine Untersuchung aus […]
Mehr erfahren zu: "Gesundheitsminister gegen Freigabe von Nikotinbeuteln" Gesundheitsminister gegen Freigabe von Nikotinbeuteln Die Tabakbranche wirbt dafür, Nikotinbeutel mit Geschmacksrichtungen wie Minze auch in Deutschland anbieten zu können. Der Gesundheitsminister sagt Nein.
Mehr erfahren zu: "Lyme-Borreliose: Impfstoffkandidat eröffnet neue Perspektiven" Weiterlesen nach Anmeldung Lyme-Borreliose: Impfstoffkandidat eröffnet neue Perspektiven Aufgrund ihrer meist unspezifischen Symptome und komplexen Labordiagnostik stellt die Lyme-Borreliose Behandler regelmäßig vor Herausforderungen. Das Post-Lyme-Syndrom und andere Langzeitfolgen zeigen zudem, dass gesundheitliche Folgen auch nach Antibiotikatherapie fortbestehen können. […]