Nach adjuvanter Chemotherapie beim Kolonkarzinom: Strukturiertes Training verlängert das (krankheitsfreie) Überleben28. November 2025 Foto: © Robert Kneschke/stock.adobe.com Körperliches Training kann den Behandlungserfolg bei Dickdarmkrebs verbessern. Entsprechende Hinweise aus präklinischen und Beobachtungsstudien wurden jetzt durch die CHALLENGE-Studie erhärtet. Demnach führte ein dreijähriges strukturiertes Trainingsprogramm, das kurz nach der adjuvanten Chemotherapie gegen Dickdarmkrebs begonnen wurde, zu einem signifikant längeren krankheitsfreien Überleben (DFS) und zu Befunden, die mit einem längeren Gesamtüberleben vereinbar sind. Ergebnisse der CHALLENGE-Studie stellten Prof. Kerry S. Courneya von der University of Alberta in Edmonton und seine Kollegen kürzlich im „New England Journal of Medicine“ vor. In die randomisierten Phase-III-Studie an 55 Zentren wurden Patienten mit reseziertem Kolonkarzinom eingeschlossen, die eine adjuvante Chemotherapie abgeschlossen hatten. Dabei wurden zwischen 2009 und 2024 insgesamt 889 Studienteilnehmer für ein strukturiertes Trainingsprogramm (n=445; Trainingsgruppe) oder den reinen Erhalt von Materialien zur Gesundheitsedukation über einen Zeitraum von drei Jahren randomisiert (n=444; Gesundheitsedukationsgruppe). Wie sich zeigte, fiel das krankheitsfreie Überleben (primärer Endpunkt) nach Chemotherapie gegen ein Kolonkarzinom bei einer medianen Nachbeobachtung von 7,9 Jahren in der Trainingsgruppe signifikant länger aus als in der Gruppe mit Gesundheitsedukation (Hazard Ratio [HR] für Rezidiv, einen neuen Primärtumor oder Tod 0,72; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,55–0,94; p=0,02). Das Fünf-Jahres-DFS beziffern die Autoren auf 80,3 Prozent in der Trainingsgruppe und 73,9 Prozent in der Gruppe mit Gesundheitsedukation (Differenz: 6,4 Prozentpunkte; 95%-KI 0,6–12,2). Außerdem belegten die Ergebnisse ein längeres Gesamtüberleben in der Trainingsgruppe, verglichen mit alleiniger Gesundheitsedukation (HR für Tod 0,63; 95%-KI 0,43–0,94), schreibt das Team. Denn die Raten des 8-Jahres-Gesamtüberlebens lagen bei 90,3 Prozent in der Trainingsgruppe und 83,2 Prozent in der Gruppe mit Gesundheitsedukation (Differenz 7,1 Prozentpunkte; 95 %-KI 1,8–12,3). Unerwünschte muskuloskelettale Ereignisse wurden in der Trainingsgruppe häufiger verzeichnet als in der Gruppe mit Gesundheitsedukation (bei 18,5% vs. 11,5% der Patienten). (sf)
Mehr erfahren zu: "Histotripsie bei Leberkrebs: US-Daten sprechen für eine sorgsame Auswahl von Patienten" Histotripsie bei Leberkrebs: US-Daten sprechen für eine sorgsame Auswahl von Patienten Aus einer aktuellen Übersichtsarbeit zu Patienten-Outcomes nach Histotripsie geht hervor, dass das spezifisch auf Tumoren in der Leber abzielende Verfahren zwar mit einer geringen Toxizität und niedrigen Komplikationsraten verbunden ist, […]
Mehr erfahren zu: "Magenkrebs: Wie sich der Prozess nach einer Helicobacter-Infektion stoppen lässt" Magenkrebs: Wie sich der Prozess nach einer Helicobacter-Infektion stoppen lässt Ein Team unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat erstmals entschlüsselt, wie eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori die Magenschleimhaut auf zellulärer Ebene umprogrammiert und damit den Weg zu […]
Mehr erfahren zu: "Essbare Insekten: Zubereitung beseitigt potenzielle Allergene nicht" Essbare Insekten: Zubereitung beseitigt potenzielle Allergene nicht Allergene bleiben: Eine internationale Studie zeigt, dass Proteine des Buffalowurms auch nach gängigen Zubereitungsmethoden allergierelevante Antikörper binden können. Das ist problematisch für Menschen mit Garnelen- oder Hausstaubmilbenallergie.