Nach atypischen RSV-Saisons normalisiert sich der Verlauf langsam wieder1. Januar 2025 BRISTOL (Biermann) – Die Maßnahmen, die zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie eingeführt wurden, unterbrachen auch die Übertragung anderer Infektionen im Kindesalter, darunter die mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV). Ein Ärzteteam aus Großbritannien hat nun die Veränderungen der Saisonalität, der Altersdynamik und des Schweregrades von RSV-Infektionen zwischen 2019 und 2023 untersucht und dabei eindeutige saisonale Trends bei pädiatrischen RSV-Fällen beobachtet. Im Untersuchungszeitraum, den Seniorautor Robin Marlow und Kollegen vom Bristol Royal Hospital for Children in eine präpandemische Saison (September 2019–März 2020), das Pandemiejahr (April 2020–März 2021), ein atypisches Rebound-Jahr (April 2021–März 2022) und ein postpandemisches Jahr (März 2022–März 2023) unterteilten, wurden im Südwesten Englands von 17.814 in pädiatrischen Notaufnahmen getesteten Kindern 2804 RSV-positive Fälle gemeldet (15,7 %). Die präpandemische Saison 2019 folgte den bis dahin bekannten Mustern, wobei die Zahl der Besuche in der Notaufnahme und die Rate positiver Befunde im Winter ihren Höhepunkt erreichten (654 Fälle; 27,5 % positive Tests). Mit Beginn der COVID-19-Pandemie und den Schutzmaßnahmen gab es zwischen April 2020 und Januar 2021 nur 1 gemeldeten Fall einer RSV-Infektion (0,1 % positive Tests). Nach Aufhebung der Pandemiemaßnahmen im März 2021 kam es dann zu einem erhöhten intersaisonalen RSV-Ausbruch, der im August 2021 seinen Höhepunkt erreichte (1120 Fälle; 14 % positive Tests), aber keinen typischen Anstieg im Winter, als die Beschränkungen als Reaktion auf die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 wieder eingeführt wurden. Es folgten ein kleinerer Ausbruch im Sommer 2022 und ein eher typischer Winteranstieg in den Jahren 2022–2023 (1029 Fälle; 16,6 % positive Tests). Von den 2804 Kindern mit RSV-Nachweis wurden 2275 stationär aufgenommen. Sowohl in der Reboundphase (2021–2022) als postpandemisch (2022–2023) stellten die Forschenden in allen Altersgruppen einen erheblichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen im Vergleich zur Präpandemie 2019–2020 fest. Auch das durchschnittliche Alter der Kinder bei Aufnahme ins Krankenhaus änderte sich während des gesamten Studienzeitraums erheblich, mit einem deutlichen Anstieg von der präpandemischen Saison (65 % <12 Monate; 5 % >36 Monate) bis zum Rebound-Jahr (51 % <12 Monate; 10 % >36 Monate) und einem Rückgang in der letzten untersuchten Saison (57 % <12 Monate; 11 % >36 Monate), wobei die Werte nicht auf das präpandemische Niveau zurückgingen. Die Länge der Krankenhausaufenthalte nahm jedoch von der präpandemischen Saison zur Rebound- und Postpandemie-Saison ab (p≤0,001). Diese Veränderung war in allen Altersgruppen >12 Monate, nicht jedoch bei Säuglingen zu beobachten, und deutet den Autoren zufolge auf einen milderen Krankheitsverlauf hin. (ej) Autoren: Hancock Z et al.Korrespondenz: Robin Marlow; [email protected]Studie: RSV in Young Children During and After the COVID-19 Pandemic – Implications for Delaying the Age of First InfectionQuelle: Pediatr Infect Dis J 2024;43(12):e456–e459.Web: doi.org/10.1097/INF.0000000000004468
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