NAFLD-Symptome: Signifikante Verbesserung durch gastrointestinales Hormon

In einer klinischen Studie hat die Behandlung mit einem gastrointestinalen Hormon den Leberfettanteil bei Patienten mit nicht alkoholbedingter Fettlebererkrankung (NAFLD) und nicht alkoholbedingter Steatohepatitis (NASH) signifikant reduziert und stellt somit eine mögliche neue Therapieoption bei diesen Erkrankungen dar.

In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie der Phase II haben Wissenschaftler von der University of California San Diego School of Medicine festgestellt, dass geringe Dosierungen von NGM282, einer nicht tumorigenen Vairante eines gastrointestinalen Hormons, den Leberfettanteil bei NAFLD- und NASH-Patienten signifikant reduzieren kann. Die Forschungsergebnisse sind laut Aussage der Studienautoren ein wichtiger Proof-of-Concept für diese Form der Therapie. Derzeit gebe es keine von der Food and Drug Administration zugelassene Behandlung bei NAFLD und NASH.

„Für Patienten mit NAFLD und NASH gibt es schon seit Jahren nur begrenzte Therapiemöglichkeiten“, erklärt Dr. Rohit Loomba, Direktor des UC San Diego NAFLD Research Center und Leiter der Abteilung Hepatologie an der UC San Diego School of Medicine.

Die NAFLD umfasst ein ganzes Spektrum chronischer Lebererkrankungen, von denen NASH die aggressivste ist. Die Ursachen für NAFLD und NASH sind weiterhin unklar, man weiß jedoch, dass Adipositas und Typ-2-Diabetes prädisponierende Faktoren sind. Es wird geschätzt, dass weltweit zehntausende Menschen mit NAFLD und NASH leben. Gewichtsabnahme und eine gesündere Ernährung gelten aktuell als Behandlungsstandard.

An der aktuellen Studie nahmen 166 Patienten im Alter zwischen 18 und 75 Jahren aus 18 verschiedenen Krankenhäusern oder Behandlungszentren in den USA und in Australien teil Bei allen Studienteilnehmern waren die Erkrankungen mittels Biopsie bestätigt, der Leberfettanteil lag bei mindestens acht Prozent. Die Patienten erhielten nach einer Randomisierung entweder 3 mg oder 6 mg NGM282 oder ein Placebo in Form einer Injektion einmal täglich. Sie wurden dann über einen Zeitraum von drei Monaten alle zwei Wochen nachbeobachtet.

Loomba erklärt, dass beide NGM282-Dosierungen zu einer raschen und anhaltenden Veränderung des Leberfettanteils bei den Patienten führten. „Das vielversprechendste Ergebnis dieser Studie ist die absolute Veränderung des Leberfettanteils, den wir mit einer verbesserten Magnetresonanztomographie (MRT) messen konnten, die zuvor in Pilotstudien am UC San Diego NAFLD Research Center entwickelt und valdiert worden waren. Von Beginn der Studie an bis zu Woche zwölf betrachteten wir eine Leberfettreduktion von mindestes fünf Prozent absolut oder eine relative Reduktion von mindestens 30 Prozent als klinisch signifikant.“

Um die Reduktion des Leberfettanteils zu messen, verwendeten die Forscher MRT-Scans der Leber mit Protonendichte des Fettanteils. Diese Form der Bildgebung reagiert ausgesprochen sensitiv auf Veränderungen in der Zusammensetzung der Leber verglichen mit herkömmlichen Untersuchungen von Gewebeproben unter dem Mikroskop.

Bei NMG282 handelt es sich um eine nicht tumorigene Variante des Fibroblasten-Wachstumsfaktors 19, eines gastrointestinalen Hormons, das die Magensäure reguliert und für den Glucose- und Lipidstoffwechsel verantwortlich ist. Man nimmt an, dass NMG282 dazu in der Lage ist, sowohl eine Verbesserung sowohl in Bezug auf die Lebersteatose als auch im Hinblick auf Entzündung und Fibrose herbeizuführen, die häufig mit NAFLD und NASH verbunden sind. NMG282 wurde von den Studienteilnehmern im Allgemeinen gut vertragen; zu den dokumentierten Nebenwirkungen gehörten Schmerzen an der Inektionsstelle, Diarrhoe, Schmerzen im Abdomen und Übelkeit. Lebensbedrohliche Ereignisse oder Todesfälle traten während der Behandlung nicht auf. Die Autoren betonen, dass weitere und länger andauernde Studien notwendig seien, um die Wirksamkeit von NGM282 genau zu verstehen.

„In den nächsten Schritten werden wir die Entwicklung dieser Komponente für die Behandlung der NASH-assoziierten Fibrose weiterentwickeln“, sagt Loomba. „Im Zuge dessen wollen wir die Wirksamkeit dieses Hormons im Hinblick auf eine Verbesserung leberhistologisch-basierter Endpunkte bei Patienten weiter untersuchen, bei denen eine NASH mittels Biopsie nachgewiesen worden ist.“

Originalpublikation: Harrison SA et al. Lancet. 2018 Mar 5. pii: S0140-6736(18)30474-4.

Quelle
UC San Diego
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