Neu entwickelter Score: Asthmawahrscheinlichkeit bei Schulkindern13. April 2018 Symbolbild: © ulkas – fotolia.com Eine aktuelle Studie aus den USA unterstreicht die multifaktorielle Ätiologie von Asthma und lässt darauf schließen, dass sich das Auftreten eines Asthmas in der Kindheit besser verhindern lässt, wenn man verschiedene modifizierbare Risikofaktoren gleichzeitig angeht. Die Wissenschaftler arbeiteten mit Daten aus einer Fall-Kontroll-Studie mit 609 Kindern im Alter von 6–14 Jahren aus Puerto Rico und aus einer Längsschnittstudie mit einer Geburtenkohorte bestehend aus 2290 schwedischen Kindern. Letztere wurden 12 Jahre lang beobachtet (The Children, Allergy, Milieu, Stockholm, Epidemiological Survey [BAMSE] Study). In beiden Kohorten lagen auch Daten zu einer Asthmaerkrankung der Eltern, zu Adipositas, allergischer Rhinitis und Kontakt mit Passivrauch im frühen Lebensalter sowie zur Ernährung vor. Außerdem lieferte die Studie aus Puerto Rico Angaben dazu, ob die daran teilnehmenden Kindern bis zu ihrem 9. Lebensjahr einmal Konflikten mit Schusswaffen ausgesetzt gewesen waren. Eine multivariable Analyse für die Kinder aus Puerto Rico ergab, dass männliches Geschlecht, Asthma der Eltern, allergische Rhinitis, Kontakt mit Passivrauch zu einem frühen Zeitpunkt im Leben, ungesunde Ernährung und bei Kindern ≥9 Jahren das Erleben von Gewalt mit Schusswaffen jeweils signifikant mit Asthma assoziiert waren. Im nächsten Schritt erstellten die Studienautoren einen Risiko-Score mit diesen Variablen (0 bis 5–6 in Puerto Rico und 0–4 für BAMSE). Im Vergleich zu Kindern aus Puerto Rico ohne irgendwelche Risikofaktoren hatten die puerto-ricanischen Kinder mit 2, 3 und mindestens 4 Risikofaktoren ein 3,6-fach (95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,4–9,2) und 10,4-fach (95 %-KI 4,0–27,0) bzw. 21,6-fach (95 %-KI 7,2–64,9) signifikant erhöhtes Risiko für Asthma. In der BAMSE-Kohorte erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Asthmas bis zum 12. Lebensjahr bei Vorliegen von 2 Risikofaktoren um das 4,1-Fache (95 %-KI 2,3–7,4), bei 3 Risikofaktoren um das 6,3-Fache (95 %-KI 3,0–13,3) und bei mindestens 4 Risikofaktoren um das 17,2-Fache (95 %-KI 4,1–73,2). Fazit Die Ergebnisse betonen die multifaktorielle Ätiologie von Asthma und legen nahe, dass die gleichzeitige Eradikation oder Verringerung mehrerer modifizierbarer Risikofaktoren die Belastung von Asthma im Kindesalter besser verhindern oder verringern kann. Autoren: Szentpetery SS et al. Korrespondenz: Sylvia S.Szentpetery, Children‘s Hospital of Pittsburgh of UPMC, University of Pittsburgh, Pittsburgh, PA, USA Studie: Combined effects of multiple risk factors on asthma in school-aged children Quelle: Respir Med 2017;133:16–21. Web: www.resmedjournal.com
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