Neue Hoffnung für krebskranke Kinder22. Juli 2021 Bündnis für krebskranke Kinder in Europa: Im Beisein der niederländischen Königin Máxima unterzeichnen Stefan Pfister (Direktor KiTZ) und Lex Eggermont (wissenschaftlicher Vorstand Prinses Máxima Centrum) das Memorandum für ein deutsch-niederländisches kinderonklogisches Partnerprogramm. (Bild: Daniel Biskup/BILD/Ein Herz für Kinder) Im Beisein der niederländischen Königin Máxima, Namensgeberin des Prinses Máxima Centrums für pädiatrische Onkologie in Utrecht, haben Vertreter des Prinses Máxima Centrums, des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ein Memorandum zur strategischen Zusammenarbeit in der europäischen Kinderonkologie unterzeichnet. Jährlich erkranken 35.000 Kinder und Jugendliche in Europa an Krebs. Etwa ein Fünftel von ihnen kann durch die derzeit verfügbaren Standardtherapien nicht geheilt werden und mehr als 6000 überleben die Erkrankung nicht. Damit ist Krebs die häufigste krankheitsbedingte Todesursache bei Kindern und Jugendlichen und wurde vom EU-Parlament jüngst als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen im europäischen Gesundheitswesen identifiziert. Die drei Direktoren des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), Prof. Olaf Witt, Prof. Andreas Kulozik und Prof. Stefan Pfister vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) sehen hier ebenfalls dringenden Handlungsbedarf: „Kinder haben völlig andere Tumorarten als Erwachsene und die Heilungsraten haben sich in den vergangenen 20 bis 30 Jahren nicht wesentlich verbessert. Wir brauchen hier viel mehr Forschung, Vernetzung und langfristige Förderung, damit sich das ändert.“ Das KiTZ in Heidelberg und das Prinses Máxima Centrum in Utrecht gelten beide als wichtigste kinderonkologische Forschungseinrichtungen in Europa, die nach amerikanischem Vorbild (Comprehensive Cancer Center) Forschung und Behandlung unter einem Dach vereinen. Sie bieten jungen Patienten europaweit und darüber hinaus Zugang zu molekularen Tumoranalysen und klinischen Studien und eröffnen ihnen somit neue, maßgeschneiderte Therapieoptionen. Der von KiTZ und Prinses Máxima Centrum gegründete Forschungsfonds soll jetzt möglichst rasch bessere Rahmenbedingungen für die europäische Kinderonkologie schaffen, damit junge Patienten europaweit von modernen Therapie- und Diagnoseansätzen profitieren können. Die Experten der beiden Zentren schätzen, dass mehr als zehn Millionen Euro notwendig sein werden, um den drängendsten Aufgaben gerecht zu werden. „Wenn wir die Behandlungsmöglichkeiten krebskranker Kinder im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren wirklich verbessern und ihre Entwicklung beschleunigen wollen, bedarf es einer enormen Investition und Kraftanstrengung entlang der gesamten Innovationskette. Das heißt vom Labor bis hin zum Patienten“, fasste Pfister die Herausforderungen des Vorhabens zusammen. Dazu gehört der Ausbau von Infrastrukturen, IT-Plattformen, klinischen Studien und gemeinsamen Ausbildungsprogrammen für Spitzenkräfte auf höchstem Niveau. Diese Plattformen ermöglichen es unter anderem, anonymisierte Patientendaten für klinische Studien zu teilen. Krebs bei Kindern ist vergleichsweise selten, und nur durch europaweite Vernetzung könne man ausreichend Patienten für passgenaue klinische Studien identifizieren. Weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit werden die Entwicklung moderner Behandlungsansätze aus der Immun- und Gentherapie für Kinder sein und die Etablierung patientenspezifischer Labormodelle. Tumoren einzelner Patienten können damit im Labor imitiert und ihr Ansprechen auf bestimmte Wirkstoffe im Vorfeld getestet werden.
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