Neue interdisziplinäre Lipid-Ambulanz in Leipzig eröffnet

Am Universitätsklinikum Leipzig ist eine neue interdisziplinäre Hochschulambulanz für Fettstoffwechselstörungen eröffnet worden. Die auch Lipid-Ambulanz genannte Einrichtung läuft als Kooperation der Bereiche Kardiologie, Endokrinologie und Labormedizin und ist in dieser Form die erste in Deutschland.

“Die Therapiemöglichkeiten für Fettstoffwechselstörungen haben sich in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt”, sagt Prof. Ulrich Laufs, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie. Gemeinsam mit Prof. Michael Stumvoll, Direktor der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie, und Prof. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, betreut er in der Lipid-Ambulanz als Referenz- und Beratungszentrum Patienten mit speziellen Fettstoffwechselstörungen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. “Erstmals arbeiten in dieser Spezialambulanz diese drei Fachbereiche zusammen”, hebt Prof. Laufs die Neuartigkeit der Leipziger Einrichtung hervor. Am UKL gebe es ein breite metabolische Expertise und Kollegen mit sehr viel Erfahrung, betont er, diese Kompetenzen seien nun gebündelt worden.

Als akademischen Anspruch an die Lipid-Ambulanz formulierten die drei beteiligten Disziplinen, jeweils aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen, um den Patienten neue, moderne und individuelle Therapieoptionen zur Verfügung zu stellen. Gleichwohl soll mit dieser Spezialeinrichtung auch die überregionale “Sichtbarkeit” des Leipziger Universitätsklinikums weiter erhöht werden. Prof. Laufs rechnet mit Patienten aus einem größeren Einzugsgebiet, da es nur wenige solcher Zentren gibt.

Schwerpunkte der Ambulanz sind eine differenzierte Untersuchung und spezialisierte Therapie von Menschen mit beispielsweise hohen Cholesterinwerten, hohen Triglycerid-Werten, hohem Lipoprotein (a), genetischen Erkrankungen des Fettstoffwechsels oder komplexen Herz- und Gefäßkrankheiten. Die Beratung von Patienten, die an Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen von cholesterinsenkenden Medikamenten (zum Beispiel Statinen) leiden, gilt als weiterer Schwerpunkt.

“Durch eine hochmoderne und für Stoffwechselstörungen besonders spezialisierte Labormedizin können auch seltene und besonders schwierig zu bewertende Fettstoffwechselerkrankungen präzise erkannt und rechtzeitig einer individuell abgestimmten Therapie zugeführt werden”, sagt Prof. Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik. In der Ambulanz würden zudem kontinuierlich neueste Erkenntnisse aus Leipziger Großforschungsvorhaben der Adipositasforschung (IFB, SFB) und der klinisch-epidemiologischen Herzforschung  (LIFE) für die Patientenversorgung genutzt.
Mit einem wissenschaftlichen Auftakt-Symposium am Mittwoch, 24. Januar, werden sich die drei Fachgruppen ihren Kollegen vorstellen und die Problemfelder diskutieren, zu deren Versorgung die Lipid-Ambulanz einen Beitrag leisten kann.

Quelle
Universitätsklinikum Leipzig (UKL)
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