Neue Leitlinie: Bildgebende Diagnostik von Hauterkrankungen31. Januar 2025 © natali_mis – stock.adobe.com (Symbolbild) Die neue Leitlinie „Bildgebende Diagnostik von Hauterkrankungen“ stellt moderne Bildgebungsverfahren vor und beschreibt Geräte, Untersuchungsmethoden, Indikationen und Limitationen. Zur Früherkennung von schwarzem und weißem Hautkrebs sowie Krebsvorstufen wie aktinischen Keratosen haben sich nichtinvasive bildgebende oder physikalische Methoden etabliert. Die konfokale Lasermikroskopie und die optische Kohärenztomographie gehören in spezialisierten Kliniken und Praxen bereits zur Routinediagnostik. „Bei der bildgebenden Diagnostik in der Dermatologie helfen weitverbreitete Methoden wie Sonographie, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie nicht weiter. Sie geben zwar mehrere Zentimeter tiefe Einblicke in die Haut, aber die Auflösung ist zu gering“, sagt Prof. Daniela Hartmann, Chefärztin der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Lasermedizin, München Klinik Thalkirchener Straße. Wohingegen das klassische Diagnoseinstrument, das Dermatoskop, zwar die hohe Auflösung habe, aber keine gute Detektionstiefe, ergänzt Hartmann, die auch Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft physikalische Diagnostik in der Dermatologie (ApDD) ist. Diese diagnostische Lücke schließen moderne nichtinvasive bildgebende Methoden wie beispielsweise die konfokale Lasermikroskopie, die optische Kohärenztomographie oder die Line-field konfokale optische Kohärenztomographie (LC-OCT). Letztere ist eine physikalische Kombination aus einer optischen Messtechnik (der Michelson Interferometrie) und der konfokalen Mikroskopie. „Diese technischen Entwicklungen verbessern vor allem die Krebsdiagnostik und ersparen den Patientinnen und Patienten in vielen Fällen Biopsien, die invasiv sind und kleine Narben hinterlassen. Zudem liefern sie Ergebnisse in Echtzeit und sind auch für Verlaufskontrollen derselben Stelle unter Therapie geeignet“, sagt Prof. Elke Sattler, Stellvertretende Leitung Privatambulanz, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, LMU Klinikum München. Auch bei infektiösen Erkrankungen wie Skabies oder Onychomykose gelingt mit Hilfe der LC-OCT eine schnelle Diagnose. Für das Therapiemonitoring ist die LC-OCT ebenfalls geeignet. Bei Psoriasis-Erkrankten kann beispielsweise die Krankheitsaktivität schonend beurteilt werden. Zudem wird die Bewertung des Ansprechens auf eine therapeutische Intervention erleichtert. „Alle mit Bildgebungsmethoden generierten Daten eignen sich zudem hervorragend für die Anwendung von KI-basierten Algorithmen. Damit erhöhen wir die diagnostische Treffsicherheit und die Anwendenden werden unterstützt“, ergänzt Sattler. Um neue Methoden qualitätsgesichert einzusetzen, müssen diejenigen, die sie anwenden, Kenntnisse der Technik, der Indikationen, der Evidenz haben und auch wissen, wo die Grenzen sind. Die rasante technische Entwicklung hat es notwendig gemacht, die S1-Leitlinie „Konfokale Lasermikroskopie der Haut“ aus dem Jahr 2017 zu aktualisieren und um neue Methoden zu ergänzen. Die Leitlinie, die von der ApDD erstellt wurde und die Hartmann koordinierte, stellt im Anschluss an eine klinische Einleitung in fünf Abschnitten die wichtigsten Methoden wie konfokale Lasermikroskopie, optische Kohärenztomographie, Line-field confocal OCT und Multiphotonentomographie sowie weitere Techniken (Optoakustik, Multispektralanalyse etc.) vor. Ausführlich beschrieben werden Geräte, Untersuchungstechniken und Indikationen. Eine Tabelle am Ende der Leitlinie ermöglicht einen direkten Methodenvergleich, der Eindringtiefe, Hauptindikation und die notwendigen Voraussetzungen für die Bildinterpretation aufführt. Die Leitlinie richtet sich an Dermatologinnen und Dermatologen in Hautkliniken und Praxen, die einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten der nichtinvasiven Bildgebungstechniken gewinnen möchten und an diejenigen, die bereits mit diesen Bildgebungsverfahren arbeiten und eine Anleitung für den Einsatz sowie eine Übersicht zu Indikationen und Grenzen der Methoden bekommen möchten. „Die Leitlinie hilft, die Potenziale dieser diagnostischen Methoden voll auszuschöpfen“, ergänzt Prof. Julia Welzel, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg, Medizincampus Süd und Präsidentin der DDG. „Wir bekommen mit diesen Methoden Einblicke in die lebende Haut, die zur Beantwortung grundlegender Fragen der Entstehung von Hautkrankheiten führen können: Mit Hilfe der hochauflösenden Mikroskopie werden Zellbewegungen, Zellinteraktionen und die Durchblutung an der jeweiligen anatomischen Stelle sichtbar und einzelne Phänomene erklärbar“, betont Welzel.
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