Neue Stiftungsprofessur für Telenotfallmedizin an der Universität Bern8. Juli 2019 Foto: ©fotohansel – Adobe Stock Die Universität Bern errichtet eine Assistenzprofessur für Telenotfallmedizin, welche sich mit eHealth auf dem Gebiet der Notfallmedizin befasst. Angesiedelt wird sie am Universitären Notfallzentrum (UNZ) am Inselspital, Universitätsspital Bern. Die Professur ist in ihrer akademischen Ausrichtung im deutschsprachigen Europa einzigartig – und eine der ganz wenigen weltweit. In der Telenotfallmedizin kommen bei der Diagnostik und Therapie elektronische Medien zum Einsatz, wie beispielsweise mobile Kommunikations- und Übertragungssysteme, mit denen unter anderem mittels Videokamera Daten auch über große Distanzen übermittelt werden können. Sie wird deshalb auch als eNotfallmedizin bezeichnet und gilt als ein wichtiges Medizinmodell der Zukunft. Damit sollen Notfallpatientinnen und -patienten schneller und sicherer behandelt werden können. Mit modernen Technologien hilft sie, Lücken bei der medizinischen Abdeckung im In- und Ausland zu schließen sowie Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Standort rund um die Uhr zu betreuen. “Die eNotfallmedizin wird Ärztinnen und Ärzte, aber auch Pflegende über große Distanzen hinweg mit modernsten Verfahren unterstützen, zum Beispiel mit künstlicher Intelligenz”, sagt Aristomenis Exadaktylos, Leiter des Universitären Notfallzentrums (UNZ). Die vom Touring Club Schweiz (TCS) gestiftete Assistenzprofessur für Telenotfallmedizin wird am UNZ angesiedelt. Sie ist auf vier Jahre angelegt und wird jährlich mit 115.000 Schweizer Franken (rund 100.000 Euro, Anm. d. Red.) unterstützt. Notfallmedizin für die Zukunft rüsten Bei der durch den TCS ermöglichten Stiftungsprofessur in Zusammenarbeit mit der Universität Bern und dem Inselspital, Universitätsspital Bern handelt es sich um die erste dieser Art im deutschsprachigen Europa. Mit ihrer akademischen Anbindung an eine Medizinische Fakultät und Einrichtung als Stiftungsprofessur gibt es sogar weltweit nur ganz wenige vergleichbare Professuren im Bereich der Telenotfallmedizin. Diese sind entweder technologisch ausgerichtet oder befassen sich nur am Rand mit Notfallmedizin. Die Stiftungsprofessur für Telenotfallmedizin soll unter anderem die zukünftigen Generationen von Ärztinnen und Ärzten in diesem zunehmend wichtigen Bereich aus- und weiterbilden sowie ihnen modernste technologische Lösungen zur Seite stellen. Die Stiftungsprofessur hat zudem zum Ziel, Forschung zur “Best Practice” in der eNotfallmedizin zu betreiben – das heißt herauszufinden, in welchen Fällen eNotfallmedizin sinnvoll eingesetzt werden kann und in welchen nicht. Sie soll dabei das persönliche “Kümmern” im Verhältnis von Ärztinnen und Ärzten zu Patientinnen und Patienten unterstützen, nicht ersetzen. “Wir freuen uns, mit der Stiftungsprofessur den Medizinalstandort Bern weiter zu stärken – und die Notfallmedizin mit neuesten Technologien für die Zukunft zu rüsten”, sagt Christian Leumann, Rektor der Universität Bern. Die Stiftungsprofessur wird national und international ausgeschrieben, eine Besetzung ist gemäss UNZ und TCS Anfang 2020 zu erwarten.
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