Neue Therapiemöglichkeiten bei Herzinsuffizienz verbreiten Hoffnung25. Juni 2021 Foto: ©Zerbor – stock.adobe.com Mit der Zulassung von Empagliflozin stehen in Deutschland seit dieser Woche zwei SGLT2-Inhibitoren zur Behandlung von PatientInnen mit schwerer Herzinsuffizienz zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) erhofft sich durch den breiten Einsatz der beiden Substanzen eine bessere Versorgung von Herzinsuffizienz-PatientInnen. Mittlerweile ist die Herzinsuffizienz der häufigste Krankheitsgrund für Krankenhausaufnahmen (ca. 490.000 in Deutschland im Jahr) und beansprucht daher etwa 2 Prozent der gesamten Gesundheitskosten, wobei 70 Prozent des Gesamtbetrages sich aus den Aufwendungen für Hospitalisierungen ergeben. Im letzten Jahr wurde mit den SGLT2-Inhibitoren ein neues Prinzip der Herzinsuffizienztherapie eingeführt. Dabei handelt sich um Substanzen, die ursprünglich als Diabetes-Medikamente entwickelt wurden. In großen kontrollierten Studien, zunächst mit PatientInnen mit Diabetes mellitus und später auch mit Herzinsuffizienz-PatientInnen ohne Diabetes, zeigte sich, dass diese Präparate die kardiovaskuläre Todesrate und Krankenhauseinweisungen wegen einer sich verschlechternden chronischen Herzinsuffizienz um 25 bzw. 26 Prozent reduzieren (DAPA-HF-Studie mit Dapagliflozin und EMPEROR-Reduced-Studie mit Empagliflozin). Nun sind beide Substanzen in Deutschland zur Herzinsuffizienz-Therapie zugelassen. Nach Angaben des Pharmaherstellers Böhringer Ingelheim erhielt Empagliflozin (Jardiance®) von der Europäischen Kommission in dieser Woche die Genehmigung zur Behandlung einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion. Die Zulassung von Dapagliflozin besteht bereits seit Dezember des letzten Jahres. Zusätzlich hat für die Substanz Dapagliflozin der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich einen erheblichen Zusatznutzen anerkannt (wir berichteten). Dieses sogenannte AMNOG-Verfahren steht für Empagliflozin noch aus. „Die deutliche Reduktion des Risikos für Herzinsuffizienz-Komplikationen, die sich unabhängig von bereits bestehenden und erfolgreichen Therapiekonzepten bei chronischer Herzinsuffizienz beobachten lässt, stellt einen erheblichen Durchbruch für PatientInnen mit chronischer Herzinsuffizienz dar“, stellt die DGK in einer aktuellen Pressemitteilung heraus. Beide Substanzen seien gut verträglich, sicher und führten nur zu einer sehr geringen Reduktion des Blutdruckes, insbesondere bei Erkrankten mit niedrigem Blutdruck bei Therapiebeginn. „Somit sollten keine Hindernisse bestehen, die neuen Präparate auch bei Hochrisiko-PatientInnen mit Herzinsuffizienz breit einzusetzen“, so die Einschätzung des DGK-Pressesprechers Prof. Michael Böhm. „Nachdem die Zulassungsbehörden und der G-BA dieses Therapieprinzip anerkannt haben, hoffen wir, dass es nun bei möglichst vielen Betroffenen zusätzlich zu einer bereits umfangreichen Therapie bei Herzinsuffizienz eingesetzt wird, um insbesondere die Morbidität und Sterblichkeit dieser Hochrisiko-PatientInnen zu verbessern“, ergänzt der Präsident der DGK, Prof. Stephan Baldus.
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