Neuer Thrombozytenaggregationshemmer erweist sich in Studie als vielversprechend bei Herzinfarkt16. Juli 2020 Xiaoping Du von der UIC beobachtet, wie eine Mitarbeiterin seines Labors eine Probe in ein Aggregometer gibt. (Foto: © Joshua Clark/University of Illinois at Chicago) Forscher der Universität von Illinois in Chicago (UIC) haben ein neues Medikament entwickelt, das Thromben verhindert, ohne ein erhöhtes Blutungsrisiko zu verursachen – eine häufige Nebenwirkung aller derzeit verfügbaren Thrombozytenaggregationshemmer. „Leider verhindern aktuelle Thrombozytenaggregationshemmer zwar die Thrombenbildung, die Herzinfarkt und Schlaganfall verursacht, stören aber auch die Fähigkeit der Thrombozyten, Blutungen zu stoppen, wenn ein Blutgefäß gerissen wird“, sagt Xiaoping Du, Professor für Pharmakologie und Regenerative Medizin an der Medizinischen Fakultät der UIC. „In einigen Fällen können schwere Blutungen lebensbedrohlich sein. Die Magie dieses neuen Arzneimittels besteht darin, dass es Thromben verhindert, aber nicht dazu führt, dass die betreffenden Personen zu Blutungen neigen, was bei anderen Medikamenten bisher nicht der Fall war.“ In einer älteren Studie hatten Du und seine Kollegen einen Signalmechanismus identifiziert, der zwar für den Blutgerinnungsprozess Bedeutung hat, aber nicht erforderlich ist, damit Thrombozyten an einer Wunde haften und Blutungen verhindern können. Aus diesem Befund haben die Forscher ein Peptid abgeleitet, das auf den Signalmechanismus abzielt, und ein Nanopartikel entworfen, das das Peptid erfolgreich an Thrombozyten abgibt. Das von Peptiden abgeleitete Nanopartikel-Medikament mit der Bezeichnung M3mP6-Peptid High-loading Peptide Nanoparticle (HLPN) wurde dann an Mäusen als mögliche Behandlung für Herzinfarkte getestet. „Wir hatten die Hoffnung, dass dieses neue Medikament, das keine Lecks in Blutgefäßen verursacht, dazu beitragen würde, Reperfusionsverletzungen zu begrenzen und die Wahrscheinlichkeit von Herzinsuffizienz und Tod zu verringern. Unsere Hypothese hat sich als richtig erwiesen – wir haben in unserer Studie sehr vielversprechende Ergebnisse beobachtet.“ In der Studie gab es bei Mäusen, die die Behandlung per Injektionen erhielten, eine geringere Schädigung des Herzens, eine reduzierte Gerinnung und eine Verringerung von Entzündung. Zu beobachten war auch eine verbesserte Herzfunktion und ein verbessertes Überleben. „Es ist sehr aufregend, solch vielversprechende Ergebnisse im Labor zu sehen, und wir hoffen, dies eines Tages am Menschen testen zu können“, sagt Du.
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