Neues Projekt gegen Malaria und bakterielle Infektionen bei Kindern3. September 2026 Leiden Kinder in Afrika unter hohem Fieber, ist oft unklar, ob Malaria, eine andere Infektion oder beides die Ursache ist. (Foto: © poco_bw – stock.adobe.com) Ein internationales Konsortium unter Leitung des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) startet ein Forschungsvorhaben zur Behandlung von schwerer Malaria und bakteriellen Blutstrominfektionen – zwei der häufigsten Todesursachen bei Kindern in Subsahara-Afrika. Ziel ist eine Kombinationstherapie, die beide Erkrankungen zugleich bekämpft. Das Projekt „FACT“ beruht auf der langjährigen Zusammenarbeit des BNITM mit dem Tropeninstitut der Universität Tübingen, dem Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun, dem Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR) in Ghana sowie der Deutschen Malaria GmbH. Es ist auf fünf Jahre angelegt und wird im Rahmen der Europäischen Partnerschaft für klinische Studien in Entwicklungsländern (EDCTP) mit rund zehn Millionen Euro gefördert. Drei Wirkstoffe gegen zwei Krankheitsursachen Malaria bleibt eine der größten Gesundheitsbedrohungen weltweit, besonders für Kinder in Afrika. In vielen Fällen kommen die kleinen Patienten mit hohem Fieber ins Krankenhaus. Oft ist unklar, ob Malaria allein die Ursache ist oder ob zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt. Genau hier setzt das Projekt FACT an. Es geht einen neuen Weg: Eine Therapie soll beide Krankheitsursachen gleichzeitig behandeln.Die Forschenden entwickeln und testen hierfür eine neue Wirkstoffkombination aus drei bereits bekannten Medikamenten: Fosmidomycin, Artesunat und Clindamycin. Diese Kombination soll als Infusion verabreicht werden. In klinischen Studien in mehreren afrikanischen Ländern prüfen die Teams zunächst die optimale Dosierung und anschließend Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Therapie. Die Studien finden unter anderem in Gabun, Ghana, der Demokratischen Republik Kongo und Äthiopien statt. Gleichzeitig untersuchen die Forschenden, wie gut die Therapie gegen resistente Erreger wirkt und wie sie sich in den klinischen Alltag integrieren lässt.Die neue Therapie hat einen entscheidenden Vorteil: Sie wirkt sowohl gegen den Malaria-Erreger als auch gegen bakterielle Infektionen im Blut. Damit greift sie direkt dort, wo die Behandlung bislang an Grenzen stößt. Denn viele schwer kranke Kinder erhalten zunächst nur eine Therapie gegen eine der beiden möglichen Ursachen. Dadurch geht oft wertvolle Zeit verloren, und die jeweils nicht behandelte Infektion kann einen schweren Verlauf nehmen. Die neue Kombination deckt beide von Beginn an ab. Zudem könnte sie die Behandlungsdauer bei schwerer Malaria verkürzen und helfen, Resistenzen gegen bestehende Medikamente einzudämmen. Schnelles Handeln verbessert Überlebenschancen „Wir bauen in diesem Projekt auf langjährige, vertrauensvolle Kooperationen zwischen Partnern in Europa und Afrika auf“, erklärt Dr. Mirjam Groger, Koordinatorin des Projekts an der Abteilung Klinische Forschung des BNITM. „Jetzt wollen wir dieses Netzwerk nutzen, um eine Therapie zu entwickeln, die in der Klinik sofort greift – gerade dort, wo schnelles Handeln über Leben und Tod entscheiden kann.“Wenn die Studien erfolgreich verlaufen, könnte die neue Therapie künftig Teil der Standardbehandlung für schwere Malaria werden. In den kommenden fünf Jahren wollen die Forschenden dafür die entscheidenden klinischen Daten liefern. Das würde die medizinische Praxis grundlegend verändern und die Überlebenschancen vieler Kinder deutlich verbessern.Projektpartner:• Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)• Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL)• Eberhard-Karls-Universität Tübingen• Fondation Congolaise pour la Recherche Médicale• Kwame Nkrumah University of Science and Technology Kumasi (KNUST)• Universität Hamburg• Medizinische Universität Wien• Addis Ababa University• EURICE European Research and Project Office GmbH• DMG Deutsche Malaria GmbH
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