Neurodermitis: Forscher identifizieren unterschiedliche Verlaufstypen15. Mai 2018 Foto: © photophonie – Fotolia.com Das atopische Ekzem kann bei den einzelnen Betroffen sehr unterschiedlich verlaufen. Nun weisen Untersuchungen an zwei großen Jahrgangsgruppen von Kindern auf Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Krankheitsverläufen und Risikofaktoren für die Hauterkrankung hin. Ein internationales Forscherteam um Dr. Lavinia Paternoster von der Universität Bristol, Großbritannien, hatte anhand der Daten von Kindern aus zwei voneinander unabhängigen großen Geburtsjahrgängen in Großbritannien und den Niederlanden untersucht, inwieweit bei Kindern mit Neurodermitis unterschiedliche Erscheinungsbilder hinsichtlich des Krankheitsverlaufs vorliegen. Bei 9894 britischen beziehungsweise 3652 niederländische Kindern erhoben sie Daten ab dem sechsten Lebensmonat bis zu einem Alter von 16,5 beziehungsweise 11 Jahren. Dabei suchten die Forscher nach Zusammenhängen zwischen Erkrankungsverlauf und bekannten Risikofaktoren für Neurodermitis, darunter auch bekannte Mutationen, sowie atopische Begleiterkrankungen. Dabei fanden sie sechs Untergruppen, die sich entsprechenden Verlaufstypen zuordnen ließen, und deutliche Übereinstimmungen zwischen beiden Kohorten. Der am häufigsten vorkommende Verlaufstyp der Neurodermitis zeichnete sich durch einen frühen Beginn (in den ersten 18 bis 30 Lebensmonaten) in Kombination mit frühem Abklingen bis etwa zum sechsten Lebensjahr aus. Davon waren mehr Jungen als Mädchen betroffen. Daneben fanden die Forscher zwei weitere Typen mit jeweils frühem Beginn: Bei dem einen erreichte die Neurodermitis ihren Höhepunkt bis zum zwölften Lebensjahr und zeigte einen länger anhaltendem (persistierendem) Erkrankungsverlauf und spätem Abklingen des atopischen Ekzems bis zum Alter von 16,5 Jahren. Bei der anderen Form war der Höhepunkt im Alter von zweieinhalb Jahren erreicht, danach klangen die Symptome stetig ab. Beide Typen waren häufig mit einem nachweisbaren genetischen Risiko für Neurodermitis sowie mit atopischen Erkrankungen in der eigenen Krankengeschichte und bei den Eltern verbunden. Ein bisher nicht bekannter Verlaufstyp mit Erkrankungsgipfel im Alter von fünf bis sechs Jahren zeigte einen starken Zusammenhang mit Asthma, nicht jedoch mit den bei vielen Neurodermitis Patienten vorhandenen Filaggrin-Gendefekten. Aus den Ergebnissen ließen sich verschiedene Risikofaktor-Profile und Prognosen für den Krankheitsverlauf des atopischen Ekzems ableiten, schlussfolgern die Autoren. Diese könnten künftig für mehr personalisierte Ansätze bei der Prävention und Behandlung der Neurodermitis genutzt werden, die sich stärker am individuellen Risiko jedes Betroffenen orientieren. Originalpublikation: Paternoster L et al.: Identification of atopic dermatitis subgroups in children from 2 longitudinal birth cohorts. J Allergy Clin Immunol 2018; 141 (3): 964-971.
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