Ausgabe 27/2026

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Mittwoch, 01. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

mit der steigenden Lebenserwartung nimmt auch die Zahl der Menschen mit Alzheimer kontinuierlich zu. Da erscheint die Vorstellung verlockend, das Erkrankungsrisiko mit einem einfachen Nahrungsergänzungsmittel senken zu können. Unter anderem Omega-3-Supplements gelten seit Jahren als vielversprechender Kandidat zur Förderung der Gehirngesundheit, da Omega-3-Fettsäuren das Nervenwachstum fördern können. Allerdings dämpft eine neue US-amerikanische Studie die Hoffnungen diesbezüglich deutlich. In der zweijährigen, placebokontrollierten Untersuchung verbesserte die Einnahme der Omega-3-Fettsäure DHA weder Gedächtnis noch kognitive Leistungsfähigkeit älterer Menschen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko. Auch das für Alzheimer typische Schrumpfen des Hippocampus ließ sich dadurch nicht aufhalten. Die Forschenden wollen nun untersuchen, weshalb eine Omega-3-reiche Ernährung mit einem geringeren Alzheimer-Risiko assoziiert ist, entsprechende Nahrungsergänzungsmittel diesen Zusammenhang jedoch nicht widerspiegeln. Denn die Supplementierung führte durchaus zu einem Anstieg der DHA-Konzentration im Gehirn – ein Mangel an Aufnahme kann die fehlende Wirkung also nicht erklären. Bis dahin bleibt ein insgesamt gesunder Lebensstil nach Einschätzung der Autoren die wirksamste Strategie zur Prävention.

Die Suche nach Stellschrauben zur Prävention von Alzheimer geht also weiter. Passend dazu untersuchte eine zweite US-amerikanische Studie den Zusammenhang zwischen der Gehirngesundheit und der lebenslangen Exposition gegenüber weiblichen Sexualhormonen. Sowohl die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel in jüngeren Jahren als auch eine Hormontherapie während der Wechseljahre waren mit einem größeren Hirnvolumen und einer stärkeren Ausprägung bestimmter kortikaler Strukturen assoziiert. Darüber hinaus wiesen Frauen mit später eintretender Menopause in mehreren für Alzheimer besonders relevanten Hirnregionen eine dickere Hirnrinde auf. Eine weitere Untersuchung derselben Arbeitsgruppe fand zudem Zusammenhänge mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit. Der neuroprotektive Effekt von Östrogen spreche daher grundsätzlich für den Einsatz einer Hormontherapie während der Wechseljahre, so die Autoren. Zugleich unterstreichen die Ergebnisse insgesamt die Bedeutung hormoneller Einflüsse für die Gehirngesundheit und eröffnen neue Perspektiven für die Alzheimer-Forschung.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Fischöl-Präparate verhindern möglicherweise keinen Alzheimer-bedingten kognitiven Abbau

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Neue Ergebnisse einer klinischen Studie zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren bei älteren Erwachsenen mit Alzheimer-Risiko keine Auswirkungen auf das Gedächtnis oder die kognitive Leistungsfähigkeit haben.

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VYVGART als Fertigspritze zur Selbstapplikation*

VYVGART ist nun auch als s.c. Fertigspritze zusätzlich zur Standardtherapie zugelassen und gibt Menschen mit AChR-Ak-positiver generalisierter Myasthenia gravis ein Stück Unabhängigkeit: Die Fertigspritze ist mit wenigen Handgriffen gebrauchsfertig und kann von Patient:innen selbst oder Pflegepersonen verabreicht werden1,* – ob zuhause oder auf Reisen.

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Östrogenbasierte Hormontherapien könnten die Gehirngesundheit älterer Frauen schützen

Die lebenslange Exposition gegenüber Reproduktionshormonen könnte das Gehirn von Frauen im Alter schützen. Eine US-Studie zeigt: Sowohl hormonelle Verhütung in jungen Jahren als auch eine Hormontherapie in den Wechseljahren waren mit Merkmalen einer besseren Gehirngesundheit assoziiert.

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ADHS 360°: Online-Fortbildungsreihe zu ADHS im Erwachsenenalter

Sichern Sie sich Ihre Teilnahme an den Veranstaltungen der Online-Fortbildungsreihe ADHS 360°. Es erwarten Sie in diesem Jahr noch 5 kompakte, praxisorientierte Fortbildungen zu Komorbiditäten wie ADHS und Autismus oder Depression/Burnout sowie Therapie der ADHS im Erwachsenenalter. Renommierte Expertinnen und Experten aus Klinik und Praxis vermitteln Grundlagen und aktuelle Erkenntnisse zu besonderen Lebensphasen, Komorbiditäten und Therapieoptionen.

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Parkinson-Medikament hilft bei Depressionen mit ausgeprägter Anhedonie

Parkinson-Medikament hilft bei Depressionen mit ausgeprägter Anhedonie

Forschende der Universität Lund und der psychiatrischen Dienste der Region Skåne (Schweden) haben eine potenzielle neue Therapie für Anhedonie identifiziert.

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Neue S3-Leitlinie stärkt Versorgung von Menschen mit Psychosen und Suchterkrankung

Eine neue S3-Leitlinie soll die Versorgung von Menschen mit Psychosen und einer zusätzlichen Suchterkrankung deutlich verbessern. Die Leitlinie „Psychosen mit komorbider substanzbezogener Störung“ gibt evidenzbasierte Empfehlungen für die Behandlung dieser besonders belasteten Patientengruppe.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Prävalenz von Depressionen, Angstzuständen und Stress bei Studierenden in der Zeit nach COVID-19: systematischer Review und Metaanalyse.
BMC Psychol 29.06.2026

Untersuchung der genetischen Korrelation zwischen entzündlichen Darmerkrankungen und psychiatrischen Störungen: Erkenntnisse aus genomweiten Assoziationsstudien.
Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 26.06.2026

Neuropsychologische Beeinträchtigungen der Emotionserkennung im Vergleich zur allgemeinen Kognition: Profile bei sechs verschiedenen neurologischen Erkrankungen.
J Neurol 2026;273(7):428.

Lebensstilbedingte Stoffwechselwege im Blut und funktionelle Leistungsfähigkeit beim kognitiven Altern.
Sci Rep 28.06.2026

 
 
 
Warum manche Plaques gefährlich werden

Warum manche Plaques gefährlich werden

Eine räumliche Analyse von Proteinen in menschlichen Gefäßen zeigt, warum manche Plaques leichter aufreißen als andere. Ein Team vom DZHK-Standort München berichtet darüber in „Nature Cardiovascular Research“.

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KURZMELDUNGEN:

Neue Studienergebnisse zeigen, dass längere Bildschirmzeiten im Alter von einem und sechs Jahren mit schlechteren schulischen Leistungen in Verbindung stehen.  
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Der emotionale Zustand beeinflusst, ob Menschen Empfehlungen einer KI einfach übernehmen oder sie kritisch hinterfragen.
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Wie schafft es unser Gehirn, Menschen, Objekte und Orte zuverlässig zu erkennen und gleichzeitig flexibel auf neue Situationen zu reagieren?
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TERMINE:

Federation of European Neuroscience Societies Forum 2026
6.–10. Juli 2026
Barcelona (Spanien)

13th Annual EANS Vascular Section Meeting
31. August – 2. September 2026
Marseille (Frankreich)

3. Jenaer Neurologie Symposium
5. September 2026
Jena

8th International Congress on Borderline Personality Disorder and Allied Disorders
7.9. September 2026
Lausanne (Schweiz)

 
 

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