Ausgabe 38/2025

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Mittwoch, 17. September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

mit der Zulassung und Verfügbarkeit der ersten Antikörper-Therapie bei Alzheimer-Demenz besteht erstmals die Möglichkeit, den kognitiven Verfall etwas zu bremsen und den Betroffenen mehr unbeeinträchtigte Zeit zu schenken. Voraussetzung für die Behandlung ist aber unter anderem eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung. Und genau dieser Punkt erschwert nicht nur die Therapie mit Lecanemab, sondern auch die Entwicklung weiterer Wirkstoffe: Denn wie bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen auch treten bei der Alzheimer-Demenz die ersten krankhaften Veränderungen im Gehirn schon Jahre vor den klinischen Symptomen auf. Dann ist es für kurative oder protektive Behandlungsansätze schon zu spät, weshalb Forschende weltweit nach Biomarkern suchen, die eine echte Früherkennung von Alzheimer ermöglichen.

Als zuverlässiger bildgebender Biomarker für Neuroinflammation bei verschiedenen neurodegenerativen, neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen gilt das Translokatorprotein 18 kDa (TSPO). Ein US-amerikanisches Forscherteam hat nun im Mausmodell gezeigt, dass die TSPO-Konzentration bei der Alzheimer-Krankheit bereits lange vor dem Einsetzen von Gedächtnisverlust und anderen Symptomen deutlich ansteigt. Bestätigung für diesen Befund fanden die Forschenden in Gewebeproben von Menschen mit Paisa-Mutation, die zu früh einsetzender familiärer Alzheimer-Erkrankung führt. Ort des Geschehens war zumindest bei Mäusen das Subiculum im Hippocampus.

Unklar ist bislang noch, welche Rolle – schädlich oder schützend? – TSPO bei der Entstehung familiärer Alzheimer-Krankheit spielt und ob sich die bisherigen Erkenntnisse auch auf die sporadische und damit weitaus häufigere Erkrankungsform übertragen lässt. Dennoch sind die Forschenden überzeugt, dass ihre Ergebnisse die Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz voranbringen werden.

Die Details zur Studie sowie weitere interessante Meldungen können Sie im Newsletter nachlesen.

Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 

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Biomarker könnte sehr frühe Alzheimer-Diagnose ermöglichen

Biomarker könnte sehr frühe Alzheimer-Diagnose ermöglichen

Das Translokatorprotein 18 kDa (TSPO), ein wichtiger Biomarker für Entzündungen im Gehirn, könnte dazu beitragen, Alzheimer bereits Jahre vor dem Einsetzen von Gedächtnisverlust und anderen Symptomen zu erkennen. Dies könnte einer in „Acta Neuropathologica“ veröffentlichten Studie zufolge zu Fortschritten bei der Diagnose und Behandlung der Krankheit führen.

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Medikamente ohne Wirkstoff können Beschwerden lindern – selbst dann, wenn Patienten wissen, dass es sich um ein Placebo handelt. Das zeigt eine internationale Metaanalyse unter Federführung des Universitätsklinikums Freiburg, die in „Scientific Reports“ erschienen ist.

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Die Diagnose unipolare Depression kann derzeit nach ICD-10 und ICD-11 codiert werden. Ab Ende 2026 ist nur noch ICD-11 gültig. Die NVL „Unipolare Depression“, die beide Versionen berücksichtigt, empfiehlt für den ersten Therapieversuch bei leichten bis mittelschweren Episoden u.a. Johanniskraut, wobei nur für diese Indikation zugelassene Präparate wie z. B. Laif® 900 genutzt werden sollten.

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Krebszellen kapern neuronale Synapsen

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Eine neue Studie zeigt, dass Krebszellen direkte Synapsen mit Nervenzellen formen, um sich auszubreiten. Das Ergebnis könnte neue Therapiemöglichkeiten eröffnen die darauf zielen, diese Kommunikationslinien zu unterbrechen.

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Reduziertes Vertrauen in Körpersignale als Risikomarker für suizidale Gedanken

Forschende der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) haben eine neue Methode entwickelt, um das Suizidrisiko bei Depressionen frühzeitig zu erkennen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Fünfjahres-Ergebnisse der Tiefenhirnstimulation des Nucleus subthalamicus bei Parkinson-Krankheit.
JAMA Neurology, 15.09.2025

GLP-1-Rezeptoragonisten und Progression der Parkinson-Krankheit: Eine Metaanalyse mit sequenzieller Analyse randomisierter kontrollierter Studien.
Ther Adv Neurol Dis, 11.09.2025

Wahrnehmung von Empfehlungen zur Behandlung von Myasthenia gravis in der klinischen Praxis durch Ärzte: Eine Querschnittsumfrage.
Ther Adv Chronic Dis, 11.09.2025

Heimtraining bei Zerebellärer Ataxie – Eine randomisierte klinische Studie.
JAMA Neurology, 14.09.2025

 
 
 
 
Immunzellen der Tumorumgebung entscheiden über Therapieerfolg bei kindlichen Hirntumoren

Immunzellen der Tumorumgebung entscheiden über Therapieerfolg bei kindlichen Hirntumoren

  Das zelluläre Umfeld eines Tumors kann die Genesung unterstützen oder sabotieren. Wie eine förderliche oder hinderliche „Nachbarschaft“ bei kindlichen Hirntumoren aussieht, zeigt eine umfangreiche Studie zur Tumor-Mikroumgebung aus Heidelberg. Die Studie gibt auch Hinweise darauf, wie sich die Kommunikation des Tumors möglicherweise blockieren lässt.

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KURZMELDUNGEN:

Die Deutsche Schmerzgesellschaft befürchtet durch die Krankenhausreform gravierende Einschnitte in der schmerzmedizinischen Versorgung.
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Die Nachwuchsorganisationen verschiedener medizinischer Fachgesellschaften sprechen sich gegen den aktuellen Entwurf eines Curriculums für einen Facharzt Notfallmedizin aus. Sie befürchten unter anderem eine Abnahme der Versorgungsqualität.
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Der Gemeinsame Bundesausschuss fördert ein Forschungsprojekt, das die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung nach einem Suizidversuch verbessern und damit die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Versuch verringern soll.
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TERMINE:

17th World Stroke Congress
22. – 24. Oktober 2025
Barcelona, Spanien

Deutscher Schmerzkongress 2025
22. – 25. Oktober 2025
Mannheim

19. Jahrestagung der Interdisziplinären Gesellschaft für Psychosomatische Schmerztherapie
7. – 8. November 2025
Mainz

20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation
7. – 8. November 2025
Bremen

98. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
12. – 15. November 2025
Berlin

 
 

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