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Liebe Leserinnen und Leser,
Infektionen der unteren Atemwege sind eine bekannte Komplikation bei invasiv beatmeten Intensivpatienten – auch bei jenen, die aufgrund einer akuten Hirnschädigung maschinell beatmetet werden müssen. Neben Lagerung und Pflege spielen bei der Prävention einer Atemwegsinfektion beispielsweise auch Hygienemaßnahmen, Sedierung und Weaning oder das Ernährungsmanagement eine Rolle. Eine routinemäßige systemische Antibiotikaprophylaxe zur Vermeidung einer ventilatorassoziierten Pneumonie (VAP) wird hingegen nicht empfohlen, da keine gesicherten Hinweise zur Wirksamkeit eines solchen Vorgehens existieren.
Auch eine aktuelle Metaanalyse im Fachmagazin „Chest“ vermag an dieser Einschätzung wohl nichts zu ändern. Zwar könnte es durch eine Antibiotikaprophylaxe etwas seltener zu einer VAP kommen, die Analyse hat jedoch keinen endgültigen Beleg dafür erbracht, dass sich dadurch die Mortalität verringert. Auch die Dauer der maschinellen Beatmung oder des intensivstationären Aufenthaltes verkürzen sich mit der Antibiotikaprophylaxe offenbar nicht.
Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und eine nosokomiale Infektion liegt vor, lässt sich durch ein leitliniengerechtes Management (den Empfehlungen der European Respiratory Society, der European Society of Intensive Care Medicine, der European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases sowie der Latin American Thoracic Association aus dem Jahr 2017 folgend) die Mortalität der Betroffenen reduzieren – zumindest, solange kein septischer Schock vorliegt. Das verdeutlicht eine weitere Studie in „Chest“.
Viel Vergnügen beim Lesen und eine erfolgreiche Woche!
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