Ausgabe 37/2025

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Freitag, 12. September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

dass chronischer Stress den Blutzuckerspiegel und das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes erhöht, ist bekannt. Doch wie genau kommt dieser Zusammenhang zustande? Forschende des Mount Sinai Krankenhauses (USA) haben dazu kürzlich neue Erkenntnisse gewonnen: Spezifische Neuronen in der Amygdala reagieren auf Stress und sorgen über eine Innervation des Hypothalamus für eine erhöhte Glukoseausschüttung in der Leber. Bei Mäusen beeinträchtigte anhaltender Stress die Amygdala-Leber-Achse nachhaltig. „Früher dachten wir, die Amygdala steuere nur unsere Verhaltensreaktion auf Stress – jetzt wissen wir, dass sie auch körperliche Reaktionen steuert”, so Studienleiterin Dr. Sarah Stanley.
Ein heißes Thema ist derzeit auch der Zusammenhang von GLP-1-Rezepteragonisten (GLP-1-RAs) und Krebs, sowohl bei Patienten mit als auch ohne Diabetes. Eine Studie aus der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ legt nahe, dass das Risiko insbesondere für Adipositas-assoziierte Krebsarten durch GLP-1-RAs tatsächlich gesenkt werden könnte. Die Ergebnisse einer Studie aus dem „Journal of Clinical Investigation“ (JCI) zeigen sogar synergistische Effekte von GLP-1-RAs mit Immuncheckpoint-Inhibitoren bei Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). Die Limitationen beider Studien sind allerdings nicht unerheblich, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Auch ein Kommentar von Autoren des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) warnt vor fehlgeleiteten Rückschlüssen aufgrund von ungeeigneten analytischen Methoden, insbesondere bei retrospektiven Studien. Erste Hinweise auf einen präventiven Nutzen von GLP-1-RAs gegen Krebs sind also da – aber längst nicht ausreichend.
Außerdem: Bei der Behandlung von transgender Patientinnen könnte die zusätzliche Einnahme von Progesteron die Ergebnisse einer Hormonersatztherapie deutlich verbessern. Das Hormon fördert bei Transfrauen signifikant das Brustwachstum.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.




   Michelle Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Amygdala-Leber-Achse möglicher Link zwischen Stress und Diabetes

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US-Wissenschaftler haben einen möglichen Mechanismus entdeckt, wie anhaltender Stress uns krank macht: Neuronen in der medialen Amygdala reagieren auf Stress und regen über eine Verbindung zum Hypothalamus die Glukoseausschüttung der Leber an. Die präklinischen Ergebnisse sind nicht nur für Diabetiker von Bedeutung.

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Hypoglykämien im Blick: mit KI-gestützten Prädiktionen

Die Sorge vor Hypoglykämien begleitet viele Menschen mit Diabetes – und das durchaus berechtigt: Denn Studien zufolge können diese etwa 70 Mal im Jahr auftreten.1 Mit den neuen KI-gestützten Prädiktionen von Accu-Chek SmartGuide können Patient:innen frühzeitig reagieren, um Hypoglykämien zu verhindern bzw. deren Tiefe und Dauer zu verringern.2

Referenzen

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GLP-1-Rezeptoragonisten: Einfluss auf das Krebsrisiko

Eine langfristige Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten erhöht wahrscheinlich nicht das Krebsrisiko – für Adipositas-assoziierte Krebsarten könnte das Risiko sogar gesenkt werden, wie eine neue US-Studie andeutet.

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Geschlechtsangleichende Hormontherapie mit Progesteron fördert Brustwachstum

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Bei transgender Frauen, die sich einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie unterziehen, kann die zusätzliche Gabe von Progesteron das Brustwachstum verstärken, wie eine neue Studie andeutet. Die Behandlung könnte die Zufriedenheit der Patientinnen erhöhen und die Notwendigkeit für Operationen reduzieren.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Automatische Insulin-Dosierung und Glukosemanagement bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes – Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse
JAMA Pediatr 8.9.2025

Der GLP-1/GIP/GCG-Rezeptor-Triagonist (IUB447) verstärkt die Insulinsekretion über den GLP-1-Rezeptor und den Gαq-Signalweg bei Mäusen
Diabetologia 9.9.2925

Rolle von Serotonin bei der Genexpression und Physiologie in menschlichen Zytotrophoblasten und der Plazenta
Endocrinology 3.9.2025

Endothelfunktion und maximale Herzfrequenz bei normalgewichtigen Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom und normalgewichtigen Kontrollpersonen
Endocrine 10.9.2025

 
 

Umfrage: Junge Frauen wünschen sich mehr Informationen zu Hormonen

Rund jede fünfte Befragte fühlt sich weniger oder gar nicht über die Wirkung von Sexualhormonen informiert, bei Schilddrüsenhormonen sind die Wissenslücken noch größer – vor allem bei jüngeren Frauen. Soziale Medien gwinnen als Informationsquellen zunehmend an Bedeutung, wie eine Forsa-Umfrage der IKK classic zeigt.

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Typ-1-Diabetes: Gutes Aufwachsen geht nur zusammen und auf Augenhöhe

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Die Social-Media-Kampagne #SagEsLaut startet ihre dritte Aktion im Jahr 2025: „Kinder und Jugendliche mit Diabetes“. Wie wachsen Kinder mit Typ-1-Diabetes gut auf und wie wachsen Eltern mit ihnen mit? Zwei Betroffene berichten in einem neuen Video von ihren Erfahrungen.

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PANORAMA:

Mecklenburg-Vorpommern fördert die Medizinforschung am Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg mit rund 1,05 Millionen Euro. Das Zentrum verbindet Wissenschaft mit klinischer Praxis.
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Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will aufgrund von wachsender Konkurrenz im Geschäft mit Abnehmspritzen 9000 Stellen streichen. Ob auch deutsche Jobs betroffen sind, ist unklar.
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Laut UNICEF gibt es erstmals mehr fettleibige als untergewichtige Kinder und Jugendliche auf der Welt.
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TERMINE:

Gemeinsame Jahrestagung 2025 der Österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie und der Österreichischen IVF-Gesellschaft
9. – 11. Oktober 2025
Rust, Österreich

19. Osteoporosetag
21. Oktober 2025
Wien, Österreich

Menopause – Andropause – Anti-Aging 2025
23. – 25. Oktober 2025
Wien, Österreich

53. Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft
20. – 22. November 2025
Salzburg, Österreich

 
 

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