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Liebe Leserinnen und Leser,
dass chronischer Stress den Blutzuckerspiegel und das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes erhöht, ist bekannt. Doch wie genau kommt dieser Zusammenhang zustande? Forschende des Mount Sinai Krankenhauses (USA) haben dazu kürzlich neue Erkenntnisse gewonnen: Spezifische Neuronen in der Amygdala reagieren auf Stress und sorgen über eine Innervation des Hypothalamus für eine erhöhte Glukoseausschüttung in der Leber. Bei Mäusen beeinträchtigte anhaltender Stress die Amygdala-Leber-Achse nachhaltig. „Früher dachten wir, die Amygdala steuere nur unsere Verhaltensreaktion auf Stress – jetzt wissen wir, dass sie auch körperliche Reaktionen steuert”, so Studienleiterin Dr. Sarah Stanley.
Ein heißes Thema ist derzeit auch der Zusammenhang von GLP-1-Rezepteragonisten (GLP-1-RAs) und Krebs, sowohl bei Patienten mit als auch ohne Diabetes. Eine Studie aus der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ legt nahe, dass das Risiko insbesondere für Adipositas-assoziierte Krebsarten durch GLP-1-RAs tatsächlich gesenkt werden könnte. Die Ergebnisse einer Studie aus dem „Journal of Clinical Investigation“ (JCI) zeigen sogar synergistische Effekte von GLP-1-RAs mit Immuncheckpoint-Inhibitoren bei Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). Die Limitationen beider Studien sind allerdings nicht unerheblich, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Auch ein Kommentar von Autoren des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) warnt vor fehlgeleiteten Rückschlüssen aufgrund von ungeeigneten analytischen Methoden, insbesondere bei retrospektiven Studien. Erste Hinweise auf einen präventiven Nutzen von GLP-1-RAs gegen Krebs sind also da – aber längst nicht ausreichend.
Außerdem: Bei der Behandlung von transgender Patientinnen könnte die zusätzliche Einnahme von Progesteron die Ergebnisse einer Hormonersatztherapie deutlich verbessern. Das Hormon fördert bei Transfrauen signifikant das Brustwachstum.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.
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