Ausgabe 29/2026

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Freitag, 17. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist beschlossene Sache. Die Kritik an den Sparmaßnahmen ist groß, die Zweifel an ihrem Nutzen ebenso. Ob und wie das Vorhaben und seine Umsetzung die Gesundheitsversorgung in Deutschland verändern, wird die Zukunft zeigen. Ungeachtet des Für und Wider des neuen Gesetzes ist eines jedoch klar: Deutschland muss mehr in die Prävention investieren.

Das wird am Beispiel von Adipositas und Typ-2-Diabetes besonders deutlich. Die zahlreichen Begleiterkrankungen sind nicht nur für Betroffene selbst, sondern auch das Gesundheitssystem eine zunehmende Belastung – auch wenn (oder gerade weil?) die Palette an verfügbaren Wirkstoffen immer größer wird. Umgekehrt machen chronische Erkrankungen einen erheblichen Anteil der Krankschreibungen aus, die unserem Bundeskanzler ein Dorn im Auge sind. Von einer besseren Prävention – wer hätte das gedacht – könnte also auch unsere Wirtschaft profitieren.

Zwar häufen sich die Belege für eine genetische Komponente sowohl bei Adipositas als auch Typ-2-Diabetes. Grundlage derzeitiger Präventionsstrategien sind jedoch vor allem Ernährungs- und Lebensstilmaßnahmen. Die Ergebnisse einer Langzeitstudie aus Schweden legen nun nahe, dass bestimmte Veränderungen im Darmmikrobiom mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert sind und sich bereits mehrere Jahre vor der Krankheitsmanifestation nachweisen lassen. Damit könnte das Darmmikrobiom als Biomarker dienen, um Menschen mit einem erhöhten Risiko frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen einzuleiten. Denn die Daten deuten ebenfalls darauf hin, dass sich manche Bakterien durch Ernährung und Lebensstil beeinflussen lassen.

Zunächst müssen die Beobachtungen natürlich in weiteren Studien bestätigt werden. Das kostet wiederum Geld. Und ohne geeignete Rahmenbedingungen seitens der Politik verlaufen viele Ansätze ohnehin ins Leere. Auch die Forschung zu Endometriose war lange unterfinanziert, obwohl sie zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen zählt. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Betroffene mit Endometriose ein spezifisches Muster an Hormonen im Blut aufweisen. Die Erkrankung galt bislang als östrogenabhängig – die neuen Daten zeigen jedoch, dass erhöhte 11-Ketotestosteronwerte ebenso Teil des Hormonmusters sind. Die Erkenntnisse erweitern nicht nur das Verständnis der Erkrankung, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie.

Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Darmmikrobiom könnte Typ-2-Diabetes Jahre vor der Diagnose vorhersagen

Darmmikrobiom könnte Typ-2-Diabetes Jahre vor der Diagnose vorhersagen

Veränderungen im Darmmikrobiom lassen sich bereits Jahre vor dem Ausbruch eines Typ-2-Diabetes nachweisen, wie eine schwedische Langzeitstudie zeigt. Bestimmte Darmbakterien könnten künftig als Biomarker dienen, um Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen einzuleiten.

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Wenn Abwarten keine Option ist

Therapieziele nicht erreicht? Frühzeitig kombinieren gemäß NVL.2 Ozempic® direkt mit Metformin* für eine leitliniengerechte Therapie.

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Diabetes mellitus: Erhöhtes Risiko für Hörverlust

Wie eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, leidet jeder vierte Erwachsene mit Diabetes mellitus unter einem klinisch signifikanten Hörverlust. Die Autoren fordern regelmäßige Hörtests für Menschen mit Diabetes.

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Konventionelle Therapie kann PTH-Therapie nicht ersetzen

Unter konventioneller HypoPT-Therapie ist das Risiko renaler Komplikationen wie CKD oder Nephrocalcinose erhöht.1 Die ESE-Leitlinie empfiehlt, eine PTH-Ersatztherapie bei chronischem HypoPT und eingeschränkter Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.2

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Neuer Bluttest für Endometriose basierend auf hormonellen Unterschieden

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Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit Endometriose ein spezifisches Hormonmuster aufweisen, das mittels Bluttest nachgewiesen werden könnte – ein Ansatz, der die Diagnose dieser Erkrankung möglicherweise vereinfacht.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Sarkopenische Adipositas und das Risiko für neu auftretenden Typ-2-Diabetes: Eine prospektive Kohortenstudie und Landmark-Analyse auf Basis der UK Biobank.
Diabetes Care 13.07.2026

Zentrale Pubertas praecox: eine Leitlinie der Endocrine Society für die klinische Praxis.
J Clin Endocrinol Metab 13.06.2026

Demenz bei Typ-2-Diabetes: Risikofaktoren, Pathologie und Präventionsmöglichkeiten über die gesamte Lebensspanne hinweg.
Diabetologia 13.07.2026

 
 

Tirzepatid verbessert Schlafapnoe bei Menschen mit Adipositas

GLP-1-Rezeptoragonisten werden vorrangig zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Wie sich die Medikamente bei Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) auswirken, zeigt eine aktuelle Metaanalyse: Tirzepatid reduzierte nicht nur das Gewicht, sondern auch Atemaussetzer.

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Hypothalamische Adipositas: Setmelanotid reduziert BMI nach Hirntumoren signifikant

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Eine neue Therapie bietet Hoffnung für Patienten, deren Gewichtskontrolle infolge eines Hirntumors oder dessen Behandlung entgleist ist. Eine im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte klinische Studie zeigt, dass der Wirkstoff Setmelanotid den BMI bei erworbener hypothalamischer Adipositas deutlich senken kann.

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PANORAMA:

Eine Arbeitsgruppe aus Deutschland und der Schweiz hat eine Leitlinie zum Allan-Herndon-Dudley-Syndrom erarbeitet.
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Sommerzeit ist Reisezeit: Worauf Menschen mit Diabetes beim Reisen achten sollten.
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Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz für die Ausgaben der Krankenkassen ist nach langem Ringen besiegelt. Sind höhere Beiträge damit nun vom Tisch?
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TERMINE:

57. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin
16.–18. September 2026
Salzburg

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische und adoleszente Endokrinologie und Diabetologie
26.–28. November 2026
Berlin

5. Hammer Schilddrüsenkurs
21.–22. Januar 2027
Hamm

70. Deutscher Kongress für Endokrinologie
10.–12. März 2027
Bielefeld

 
 

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