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Liebe Leserinnen und Leser,
das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist beschlossene Sache. Die Kritik an den Sparmaßnahmen ist groß, die Zweifel an ihrem Nutzen ebenso. Ob und wie das Vorhaben und seine Umsetzung die Gesundheitsversorgung in Deutschland verändern, wird die Zukunft zeigen. Ungeachtet des Für und Wider des neuen Gesetzes ist eines jedoch klar: Deutschland muss mehr in die Prävention investieren.
Das wird am Beispiel von Adipositas und Typ-2-Diabetes besonders deutlich. Die zahlreichen Begleiterkrankungen sind nicht nur für Betroffene selbst, sondern auch das Gesundheitssystem eine zunehmende Belastung – auch wenn (oder gerade weil?) die Palette an verfügbaren Wirkstoffen immer größer wird. Umgekehrt machen chronische Erkrankungen einen erheblichen Anteil der Krankschreibungen aus, die unserem Bundeskanzler ein Dorn im Auge sind. Von einer besseren Prävention – wer hätte das gedacht – könnte also auch unsere Wirtschaft profitieren.
Zwar häufen sich die Belege für eine genetische Komponente sowohl bei Adipositas als auch Typ-2-Diabetes. Grundlage derzeitiger Präventionsstrategien sind jedoch vor allem Ernährungs- und Lebensstilmaßnahmen. Die Ergebnisse einer Langzeitstudie aus Schweden legen nun nahe, dass bestimmte Veränderungen im Darmmikrobiom mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert sind und sich bereits mehrere Jahre vor der Krankheitsmanifestation nachweisen lassen. Damit könnte das Darmmikrobiom als Biomarker dienen, um Menschen mit einem erhöhten Risiko frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen einzuleiten. Denn die Daten deuten ebenfalls darauf hin, dass sich manche Bakterien durch Ernährung und Lebensstil beeinflussen lassen.
Zunächst müssen die Beobachtungen natürlich in weiteren Studien bestätigt werden. Das kostet wiederum Geld. Und ohne geeignete Rahmenbedingungen seitens der Politik verlaufen viele Ansätze ohnehin ins Leere. Auch die Forschung zu Endometriose war lange unterfinanziert, obwohl sie zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen zählt. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Betroffene mit Endometriose ein spezifisches Muster an Hormonen im Blut aufweisen. Die Erkrankung galt bislang als östrogenabhängig – die neuen Daten zeigen jedoch, dass erhöhte 11-Ketotestosteronwerte ebenso Teil des Hormonmusters sind. Die Erkenntnisse erweitern nicht nur das Verständnis der Erkrankung, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie.
Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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