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Liebe Leserinnen und Leser,
amerikanische Fachgesellschaften haben nun die erste evidenzbasierte Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom (CKM-Syndrom) veröffentlicht. Sie definiert vier Stadien der Erkrankung und trägt der kontinuierlich steigenden Prävalenz von Adipositas Rechnung. Damit nimmt sie vor allem die Konsequenzen des Syndroms in den Blick, das „auf Wechselwirkungen zwischen Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes und Adipositas beruht und zu schlechten gesundheitlichen Ergebnissen führt“, wie die Fachgesellschaften vereinfacht definieren.
Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren, werden – ergänzend zu den Grundlagen eines gesunden Lebensstils entsprechend der sogenannten „Life’s Essential 8“ – auch pharmakologische (Stichwort: GLP-1-basierte Therapien) und chirurgische Therapieoptionen empfohlen. Wie bereits im Newsletter von letzter Woche erwähnt, lieferten die Scientific Sessions der American Diabetes Association (ADA) insbesondere zu GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) viele spannende neue Erkenntnisse.
Hier möchte ich Ihnen gerne noch zwei Meldungen nachreichen: Zwar handelt es sich bei beiden „erst“ um Phase-II-Studiendaten, dennoch sind die Ergebnisse für Elecoglipron und Acmopatid vielversprechend. Elecoglipron ist ein neuer oraler GLP-1-RA, der bei Typ-2-Diabetes sowie Adipositas untersucht wurde. Acmopatid ist hingegen der erste duale GLP-1-/GIP-RA, der für die Behandlung des Typ-1-Diabetes entwickelt wurde. Beide Wirkstoffe erzielten in ihren Zielgruppen positive Effekte auf Blutzuckerkontrolle und Körpergewicht.
Überschattet wurde der Kongress allerdings von einem Eklat: Mehrere Wissenschaftler verteilten während der Eröffnungsrede eines NIH-Vertreters ein abgedrucktes Editorial, in dem sie die Politik der Trump-Regierung kritisieren – und wurden kurzerhand von Polizisten des Geländes verwiesen. Sie hätten den Kongressteilnehmenden lediglich eine „alternative Sichtweise“ präsentieren wollen, für die ansonsten im Programm kein Platz vorgesehen war, erklärte Hauptautor Steven E. Kahn gegenüber der Fachzeitschrift „Science“.
Der Rauswurf erntete massive Kritik aus Wissenschaft und Diabetes-Community. Die ADA hat inzwischen mit einer Entschuldigung reagiert. Man wolle den Fall unabhängig begutachten lassen und aufarbeiten, so das offizielle Statement. Gleichzeitig verkündeten mehrere hochrangige Mitglieder der ADA ihren Rücktritt. Der Vorfall hinterlässt dennoch einen bitteren Beigeschmack ...
Unpopulär sind aktuell auch die sogenannten „Hydration Breaks“ während der WM-Fußballspiele. Hierzulande dürften sie in den kommenden Tagen hingegen nicht lang genug sein. Eine informative Lektüre und einen kühlen Kopf wünscht Ihnen
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