Ausgabe 25/2026

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Freitag, 19. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

amerikanische Fachgesellschaften haben nun die erste evidenzbasierte Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom (CKM-Syndrom) veröffentlicht. Sie definiert vier Stadien der Erkrankung und trägt der kontinuierlich steigenden Prävalenz von Adipositas Rechnung. Damit nimmt sie vor allem die Konsequenzen des Syndroms in den Blick, das „auf Wechselwirkungen zwischen Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes und Adipositas beruht und zu schlechten gesundheitlichen Ergebnissen führt“, wie die Fachgesellschaften vereinfacht definieren.

Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren, werden – ergänzend zu den Grundlagen eines gesunden Lebensstils entsprechend der sogenannten „Life’s Essential 8“ – auch pharmakologische (Stichwort: GLP-1-basierte Therapien) und chirurgische Therapieoptionen empfohlen. Wie bereits im Newsletter von letzter Woche erwähnt, lieferten die Scientific Sessions der American Diabetes Association (ADA) insbesondere zu GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) viele spannende neue Erkenntnisse.

Hier möchte ich Ihnen gerne noch zwei Meldungen nachreichen: Zwar handelt es sich bei beiden „erst“ um Phase-II-Studiendaten, dennoch sind die Ergebnisse für Elecoglipron und Acmopatid vielversprechend. Elecoglipron ist ein neuer oraler GLP-1-RA, der bei Typ-2-Diabetes sowie Adipositas untersucht wurde. Acmopatid ist hingegen der erste duale GLP-1-/GIP-RA, der für die Behandlung des Typ-1-Diabetes entwickelt wurde. Beide Wirkstoffe erzielten in ihren Zielgruppen positive Effekte auf Blutzuckerkontrolle und Körpergewicht.

Überschattet wurde der Kongress allerdings von einem Eklat: Mehrere Wissenschaftler verteilten während der Eröffnungsrede eines NIH-Vertreters ein abgedrucktes Editorial, in dem sie die Politik der Trump-Regierung kritisieren – und wurden kurzerhand von Polizisten des Geländes verwiesen. Sie hätten den Kongressteilnehmenden lediglich eine „alternative Sichtweise“ präsentieren wollen, für die ansonsten im Programm kein Platz vorgesehen war, erklärte Hauptautor Steven E. Kahn gegenüber der Fachzeitschrift „Science“. 

Der Rauswurf erntete massive Kritik aus Wissenschaft und Diabetes-Community. Die ADA hat inzwischen mit einer Entschuldigung reagiert. Man wolle den Fall unabhängig begutachten lassen und aufarbeiten, so das offizielle Statement. Gleichzeitig verkündeten mehrere hochrangige Mitglieder der ADA ihren Rücktritt. Der Vorfall hinterlässt dennoch einen bitteren Beigeschmack ...

Unpopulär sind aktuell auch die sogenannten „Hydration Breaks“ während der WM-Fußballspiele. Hierzulande dürften sie in den kommenden Tagen hingegen nicht lang genug sein. Eine informative Lektüre und einen kühlen Kopf wünscht Ihnen




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Erste Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom setzt auf Früherkennung und interdisziplinäre Versorgung

Erste Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom setzt auf Früherkennung und interdisziplinäre Versorgung

Amerikanische Fachgesellschaften haben die erste Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom erarbeitet. Im Fokus stehen neben Prävention und Früherkennung auch das wachsende Spektrum an Behandlungsoptionen.

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Mit prädiktiven Systemen gegen psychische Belastungen

Das Gefühl, den eigenen Glukosewert und dessen Schwankungen nicht kontrollieren zu können, zählt zu den wesentlichen Ursachen für Diabetes-Distress.1 Prof. Dr. Bernhard Kulzer erläutert im Interview, wie psychologische Faktoren das Diabetesmanagement beeinflussen – und welchen Beitrag moderne Technologien wie KI-gestützte Prädiktionen zu einer besseren Versorgung leisten können.

Quelle

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Neuer oraler GLP-1-Rezeptoragonist verbessert Blutzuckerkontrolle und Körpergewicht

Der neue orale GLP-1-Rezeptoragonist Elecoglipron hat bei Menschen mit Typ-2-Diabetes beziehungsweise Adipositas signifikante Effekte sowohl auf die HbA1c-Werte als auch das Körpergewicht erzielt, wie zwei Phase-IIb-Studien zeigen.

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Erreichen Ihre Patient*innen mit
Typ-1-Diabetes 80% TIR?

Die Real-World-Daten zu Omnipod® 5 liefern starke klinische Ergebnisse im täglichen Gebrauch bei Typ-1-Diabetes: 20% der erwachsenen Omnipod-5-Anwendenden erreichten 80% Zeit im Zielbereich (TIR) oder höher mit einem durchschnittlichen Zielwert von 110 mg/dL.1

Zu den Studien-Ergebnissen zu Omnipod 5 – dem schlauchlosen automatisierten Insulin-Dosierungssystem

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Typ-1-Diabetes: Erster dualer GLP-1-/GIP-Agonist verbessert Blutzuckerkontrolle

Typ-1-Diabetes: Erster dualer GLP-1-/GIP-Agonist verbessert Blutzuckerkontrolle

Mit Acmopatid (CT-868) wurde erstmals ein dualer GLP-1-/GIP-Agonist speziell für Menschen mit Typ-1-Diabetes untersucht. In einer Phase-II-Studie führte die Behandlung zu Verbesserungen der glykämischen Kontrolle, einer Gewichtsreduktion und einem geringeren Insulinbedarf.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Ein-Jahres-Ergebnisse bei Adipositas und Typ-2-Diabetes unter Semaglutid, Tirzepatid und Schlauchmagenresektion: eine retrospektive Kohortenstudie.
Lancet Diabtes Endocrinol 17.06.2026

Vom Konzept zum Protokoll: Iterativer Ansatz einer Target-Trial-Emulation zur Sicherheit von GnRH-Analoga bei transgeschlechtlichen und genderdiversen Jugendlichen.
Eur J Endocrinol 17.06.2026

Survodutid bei Erwachsenen mit Adipositas und metabolisch assoziierter steatotischer Lebererkrankung: SYNCHRONIZE-MASLD, eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie.
Nat Med 07.06.2026

Leistungssteigernde Peptide zur Modulation der GH-IGF1-Achse: Überbrückung der Lücke zwischen klinischer Evidenz und der Selbstverabreichung durch Patienten.
Front Endocrinol 18.06.2026

 
 

Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen

Postmenopausale Frauen weisen unter einer Hormontherapie möglicherweise ein deutlich geringeres Risiko für Osteopenie und Osteoporose auf. Darauf deuten Daten einer retrospektiven Kohortenstudie hin, die auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO 2026) in Chicago vorgestellt wurden.

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Risiko für Typ-2-Diabetes: Testosteron hilft nur in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen

Risiko für Typ-2-Diabetes: Testosteron hilft nur in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen

Eine Testosterontherapie kann bei älteren Männern mit hohem Risiko für einen Typ-2-Diabetes die Körperzusammensetzung, den Glukosestoffwechsel und das sexuelle Verlangen verbessern. Einen gesunden Lebensstil ersetzt sie jedoch nicht, wie aktuelle Daten zeigen.

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PANORAMA:

Neue Daten zeigen, dass Menschen mit Diabetes in zertifizierten Diabeteszentren eine niedrigere Krankenhaussterblichkeit und kürzere Liegedauer aufweisen.
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Jeder fünfte Mensch in Deutschland fühlt sich besonders gestresst. Das gelte vor allem für Frauen, Berufstätige und Menschen mit geringem Bildungsabschluss, wie aus einer Auswertung des RKI hervorgeht.
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Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sorgt für hitzige Diskussionen. Tatsächlich soll das Sparpaket der Bundesregierung jetzt noch größer ausfallen.
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TERMINE:

European Society of Endocrinology Summer School
5.–8. Juli 2026
Innsbruck (Österreich)

Adipositaskongress
23.–25. September 2026
Potsdam

Die Telematikinfrastruktur gewinnbringend einsetzen
14. Oktober 2026
online

29. Intensivkurs für Endokrinologie
18.–21. November 2026
Würzburg

 
 

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