Ausgabe 34/2026

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Freitag, 21. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die glauben, die Erde sei eine Scheibe. Zugegeben, dieser Irrglaube ist eher von der extremen Sorte. Etwas komplexere, dafür – buchstäblich – brandaktuelle Beispiele sind der Klimawandel oder das Impfen. Doch natürlich ist die Wissenschaft geprägt von Annahmen und Theorien. Und auch solche, die sich trotz gegenteiliger Evidenz hartnäckig halten, sind nicht unbedingt selten.

Die Insulinresistenz könnte sich womöglich zu so einem Fall entwickeln. Allgemein wird sie bislang als negativ für die Gesundheit erachtet und mit den Vorstufen eines Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Allerdings scheint das nicht auf jede Form der Insulinresistenz zuzutreffen, wie eine Analyse von Genomdaten von nahezu 460.000 Teilnehmenden der UK Biobank ergeben hat. Demnach führt eine bestimmte Missense-Variante des Insulinrezeptor-Gens bei Betroffenen zwar zu einer leicht ausgeprägten, langfristigen Hyperinsulinämie – höchstwahrscheinlich aufgrund einer Insulinresistenz. Doch das Überraschende: Ein erhöhtes Risiko beispielsweise für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen ergab sich nicht. Im Gegenteil, die Stoffwechselprofile der entsprechenden Genträgerinnen und -träger waren vergleichsweise günstig, unter anderem mit niedrigeren Blutfett- und besseren Cholesterinwerten. Weitere Studien sollen nun klären, was hinter diesem Phänomen steckt.

Zum Thema Typ-2-Diabetes gibt es noch eine weitere Meldung aus der Kategorie „paradox“: Ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigen ein erhöhtes Frakturrisiko, obwohl ihre Knochenmineral­dichte meist nicht verringert ist. US-Forschende haben dieses „Knochendichte-Paradoxon“ genauer unter die Lupe genommen – konnten über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren jedoch keine Erklärung dafür finden. So zeigten sich in ihrer Studie keine relevanten Unterschiede bei den Veränderungen der peripheren Knochendichte sowie Mikroarchitektur und Knochenfestigkeit zwischen Menschen mit und ohne Diabetes. „Die Knochendichte allein erzählt offenbar nicht die ganze Geschichte“, resümiert Seniorautorin Dr. Elizabeth Samelson.

Ein Rätsel bleibt auch, wie schon wieder eine Woche um sein kann. Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Insulinresistenz scheint nicht immer negativ zu sein

Insulinresistenz scheint nicht immer negativ zu sein

Eine genetische Studie zeigt: Eine lebenslang leicht eingeschränkte Insulinwirkung kann mit einem günstigeren Stoffwechselprofil verbunden sein – ohne erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.

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Diabetes im Alter: Mangelernährung beginnt oft leise

Mangelernährung betrifft bis zu 50 Prozent geriatrischer Patientinnen und Patienten, und etwa ein Drittel älterer Menschen ist von Flüssigkeitsmangel betroffen. Haben die Betroffenen einen Diabetes, kann beides die Diabetestherapie erheblich erschweren.

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Konventionelle Therapie kann PTH-Therapie nicht ersetzen

Unter konventioneller HypoPT-Therapie ist das Risiko renaler Komplikationen wie CKD oder Nephrocalcinose erhöht.1 Die ESE-Leitlinie empfiehlt, eine PTH-Ersatztherapie bei chronischem HypoPT und eingeschränkter Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.2

Referenzen | Fachinformation

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Typ-2-Diabetes: Knochenschwund keine ausreichende Erklärung für erhöhtes Frakturrisiko

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Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Frakturrisiko – obwohl ihre Knochenmineraldichte häufig höher ist als bei Menschen ohne Diabetes. Eine aktuelle Analyse deutet nun darauf hin, dass auch langfristige Veränderungen der Knochenstruktur dieses Paradoxon nicht vollständig erklären können.

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Präzisionsmedizin bei Patienten mit seltenen Formen genetisch bedingter Adipositas: Notwendigkeit einer koordinierten und strukturierten Versorgung.
J Clin Endocr Metab 14.08.2026

Wöchentliches IcoSema im Vergleich zu täglichem Insulin-Glargin U100 bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes (COMBINE 4): eine randomisierte Phase-IIIb-Studie mit Treat-to-Target-Ansatz.
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Biologische Variation von endokrinen Biomarkern der Nebenniere zur Abklärung einer sekundären Hypertonie.
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Temple-Syndrom – eine unterschätzte Multisystem-Wachstumsstörung: Analyse einer großen Kohorte und Vorschlag für ein Scoring-System.
J Clin Endocr Metab 11.08.2026

 
 

Bei adipösen Männern mit Hypogonadismus bleibt Gewichtsabnahme die wichtigste Erstmaßnahme

Ein aktueller Review im hoch angesehenen „Journal of the American Medical Association“ (JAMA) bietet eine Übersicht über die Diagnostik und die zeitgemäße Therapie beim Hypogonadismus erwachsener Männer.

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Übergewicht in der Kindheit erhöht Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit im Erwachsenenalter

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Eine Untersuchung an fast 61.000 Frauen aus Dänemark deutet darauf hin, dass ein höherer BMI im Kindesalter mit einem höheren Risiko für Kinderlosigkeit im Erwachsenenalter assoziiert ist. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Kindheit eine kritische Phase für die Etablierung der reproduktiven Kapazität darstellt.

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PANORAMA:

Mit „LipidLibrarian“ steht Forschenden nun eine neue Open-Source-Plattform zur Verfügung, die sämtliche öffentlich-zugänglichen Lipiddaten automatisiert zusammenführt.
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Der bundeseinheitliche Medikationsplan und die erweiterte Medikationsberatung in der Apotheke sollen Hausarztpraxen bei der Therapieoptimierung unterstützen.
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Frauen, die vorzeitig in die Menopause kommen, haben ein deutlich höheres Risiko für Bluthochdruck.
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TERMINE:

16th International Congress of Diabetes and Metabolism
15.–17. Oktober 2026
Seoul (Südkorea)

Erlanger Schilddrüsenforum: Präzision in Diagnose und Therapie inkl. praktischer Schilddrüsen-Sonographie (DEGUM Module I & II)
4.–5. Dezember 2026
Erlangen

DACH-Tagung 2027: Update Endokrinologie und Diabetologie
29.–30. Januar 2027
online

22. Diabetologie update-Seminar
26.–27. Februar 2027
Wiesbaden & online

 
 

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