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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Diabetologie und Endokrinologie,
die Sichtweise auf die Funktion des Fettgewebes hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten bekanntlich drastisch verändert. Und der Strom an Erkenntnissen reißt nicht ab: Forschende der Ben-Gurion-Universität, Israel, haben jetzt festgestellt, dass es im menschlichen Fettgewebe spezialisierte Fettzellen gibt, die sich hinsichtlich ihrer biologischen Funktion deutlich unterscheiden. „Die ‚klassischen‘ Fettzellen spielen eine Rolle im Stoffwechsel von Glukose und Fett, während die ‚nicht-klassischen‘ Fettzellen bei Entzündungsprozessen, der Entstehung von Fibrose im Fettgewebe und der Gefäßneubildung von Bedeutung sind. Zwischen diesen Zell-Subtypen gibt es dynamische Übergänge“, erklärt Co-Autor Prof. Matthias Blüher.
Das Fettgewebe als bekannter Risikofaktor für Typ-2-Diabetes könnte auch eine Rolle bei dem Zusammenhang spielen, den eine Studie aus Asien jetzt aufgedeckt hat: So haben Wissenschaftler der Korea University, Südkorea, herausgefunden, dass Frauen mit vorzeitigen Wechseljahren (vor dem 40. Lebensjahr) ein deutlich höheres Risiko hatten, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als jene, deren Wechseljahre mit 50 Jahren oder später eintraten. Interessanterweise stieg das Diabetesrisiko mit früherem Einsetzen der Wechseljahre, was laut den Forschern den entscheidenden Einfluss hormoneller Veränderungen auf die Stoffwechselgesundheit unterstreicht.
Auch interessant: Eine neue Studie zeigt, dass mit Hilfe Künstlicher Intelligenz beim augenärztlichen Routine-Check die Vorhersage unerwünschter, schwerwiegender Ereignisse bei Menschen mit Typ-2-Diabetes präziser werden könnte.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Restwoche.
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