Ausgabe 35/2026

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Freitag, 28. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

„Schau mir in die Augen und ich sage dir, ob du Diabetes hast.“ Würde ein Arzt oder eine Ärztin mit diesem Slogan werben, wäre das vermutlich wenig überzeugend – wenn nicht sogar grob fahrlässig. Doch wie sieht es aus, wenn hinter der Aussage nicht ein Mensch, sondern die Künstliche Intelligenz steht?

Ein japanisches Forschungsteam hat einen Algorithmus entwickelt, der auf maschinellem Lernen basiert, und ihn für die Analyse von Gesichtsvideos eingesetzt. Anhand kurzer Videoaufnahmen von nur fünf Sekunden erkannte der Algorithmus mit 90-prozentiger Genauigkeit, ob die Person an Bluthochdruck litt. Zugegeben, die Augen spielten hierbei keine Rolle. Analysiert wurden insbesondere die Durchblutungsmuster der Haut mithilfe von Pulswellenanalysen.

Erstmals vorgestellt hatten die Forschenden um Ryoko Uchida diese Ergebnisse schon im Jahr 2024. Auf dem  Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC), der heute in München startet, stellt die Wissenschaftlerin nun neue Daten vor. Diese zeigen, dass der Algorithmus anhand der Gesichtsvideos auch einen Diabetes erkennen kann. Zwar lagen die Genauigkeiten mit 88,2 Prozent bei 30 Sekunden und 81,2 Prozent bei fünf Sekunden unter denen für eine Hypertonie. Dennoch sind die Forschenden hoffnungsvoll, was den Nutzen ihrer Methode angeht und wollen diese nun in größeren und diverseren Kohorten validieren.

Sollte Sie in Zukunft also ein KI-Chatbot dazu auffordern, ihm tief in die Augen zu sehen, dann hat sich das Potenzial des kontaktlosen Screeningverfahrens womöglich bestätigt. Natürlich nur im medizinischen Kontext, versteht sich. Ansonsten handelt es sich wohl eher um ein fragwürdiges Rendezvous.

Auch wir lesen uns hoffentlich nächste Woche wieder – bis dahin wünsche ich eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende!




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
KI erkennt Bluthochdruck und Diabetes anhand von Videoaufnahmen des Gesichts

KI erkennt Bluthochdruck und Diabetes anhand von Videoaufnahmen des Gesichts

Eine auf maschinellem Lernen basierende Analyse von Gesichtsvideos könnte künftig dabei helfen, bislang unerkannten Bluthochdruck und Diabetes schnell und berührungslos zu erkennen. Die entsprechenden Daten werden auf dem ESC Congress 2026 vorgestellt und könnten neue Möglichkeiten für ein breit angelegtes Screening eröffnen.

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T2D: Fast 3x mehr Patient:innen am Ziel mit Mounjaro®

Noch nicht auf der Zielgeraden? Bei Typ-2-Diabetes und unzureichender Blutzuckereinstellung ist die Wahl der Zweitlinientherapie entscheidend. Die Studie SURPASS-EARLY zeigt: Unter Mounjaro®6,* erreichten fast 3x mehr Teilnehmende (61,8 % vs. 22,7 %)f,g ihre Therapieziele als unter Standardtherapie – bei gleichzeitig mehr als doppelt so hoher Gewichtsreduktion.5,d,e

Pflichttext | CMAT-33947

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Diabetes: Hydrogelschicht soll transplantierte Inselzellen vor Abstoßung schützen

Eine hauchdünne Hydrogelschicht soll transplantierte Inselzellen vor dem Immunsystem schützen und gleichzeitig die Insulinfreisetzung ermöglichen. Im Mausmodell hielten die Effekte der Zelltherapie mehr als 100 Tage an – ohne dauerhafte Immunsuppression.

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Mitten im Leben: 1x wöchentliches Wachstumshormon Sogroya®

Sogroya® (Somapacitan) bietet Patienten mehr Freiheit im Leben,1 ohne Kompromisse bei der Therapie – denn Sogroya® bietet eine vergleichbare Effektivität und Sicherheit wie tägliches Wachstumshormon2–5 – bei 313 injektionsfreien Tagen pro Jahr.6

Referenzen | Pflichttext

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Erste internationale Leitlinie zum Einsatz von GLP-1-Medikamenten rund um die Schwangerschaft

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Angesichts der weltweit zunehmenden Verwendung von GLP-1-Medikamenten und anderen Inkretin-basierten Medikamenten zur Behandlung von Adipositas hat eine internationale Initiative die Frage adressiert, wie diese Medikamente von Frauen vor, während und nach einer Schwangerschaft angewendet werden sollten.

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Neu: Integration von Dexcom G7 in das myLoop AID-System

Mehr Auswahl bei der automatisierten Insulinabgabe gibt es nun für Menschen mit Typ-1-Diabetes. myLoop integriert die Ypsopump Insulinpumpe, die CamAPS FX App und den Glukosesensor Dexcom G7 für mehr Flexibilität im Alltag mit Diabetes. Die neue Verknüpfung ermöglicht es Anwendenden, von der schnellen Aufwärmzeit1 sowie bewährten Genauigkeit2,3 des Dexcom G7 zu profitieren.

Referenzen

1. Bild Dexcom G7 x myLoop_200x130_rgb (1)
 
 
 

Neuer Einzelzell-Atlas zeigt die Plastizität der menschlichen Bauchspeicheldrüse

Berliner Forschende haben den bislang umfassendsten Einzelzell-Atlas der menschlichen Bauchspeicheldrüse erstellt. So entschlüsselten sie die Entwicklung, Anpassungsfähigkeit und krankheitsbedingte Veränderungen des Pankreas.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Eine multizentrische Studie zu Belatacept und Sirolimus bei der Inseltransplantation.
Diabetologia 17.08.2026

Analyse von Aldosteron im Urin mittels LC-MS/MS im Vergleich zum Immunoassay zur Diagnose des primären Aldosteronismus.
J Clin Endocr Metab 26.08.2026

Wirksamkeit und Sicherheit von Mazdutid bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht: eine in den USA durchgeführte, placebokontrollierte klinische Phase-II-Studie.
Lancet Diabetes Endocrinol 21.08.2026

Unterschiedliche Komplikationsmuster bei Typ-2-Diabetes bei schlanken im Vergleich zu übergewichtigen oder adipösen Personen afrikanischer Abstammung: eine Multikohorten-Analyse.
Diabetologia 23.08.2026

 
 
 
Bluttest verrät, wie Organe unterschiedlich schnell altern

Bluttest verrät, wie Organe unterschiedlich schnell altern

Die Analyse von mehr als 25.000 Gewebeproben aus 40 verschiedenen Gewebearten zeigt, dass Organe unterschiedlich schnell altern und sich diese Veränderungen in Blutproben erkennen lassen. Die Erkenntnisse könnten die Früherkennung von Krankheiten verbessern.

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PANORAMA:

Die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann schaltet sich in die Diskussion um die Kostenerstattung für Abnehmspritzen ein – und warnt vor Kosten in Milliardenhöhe.
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Die Zuckersteuer soll kommen – jedoch nicht auf zuckerfreie Getränke, wie SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil klarstellt.
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Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen: Eine konsequente Demenzprävention bereits in der Lebensmitte könnte mehrere zusätzliche Jahre ohne kognitive Einschränkungen ermöglichen.
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TERMINE:

54. Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft
19.–21. November 2026
Salzburg (Österreich)

Diabetes Refresher
26.–27. Februar 2027
Berlin

5. Hammer Schilddrüsenkurs
21.–22. Januar 2027
Hamm

133. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
10.–13. April 2027
Wiesbaden

 
 

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