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Liebe Leserinnen und Leser,
Hepatitiden bleiben weltweit ein großes Problem, auch wenn Fortschritte zu erkennen sind: Das betont die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Global Hepatitis Report 2026, der in der vergangenen Woche anlässlich des World Hepatitis Summit in Bangkok vorgestellt wurde. Auf der einen Seite geht aus dem Bericht hervor, dass im Jahr 2024 insgesamt 1,34 Millionen Menschen an Hepatitis B und C verstarben und etwa 1,8 Millionen Neuinfektion dokumentiert wurden. Auf der anderen Seite vermeldet die WHO aber auch positive Entwicklungen: So sei seit dem Jahr 2025 die Zahl der Hepatitis-B-Neuinfektionen um 32 Prozent gesunken, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Hepatitis C habe um zwölf Prozent abgenommen. Laut der WHO ist außerdem insgesamt gesehen ein deutlicher Rückgang der Hepatitis B bei Kindern festzustellen.
Alles in allem bewertet die WHO die Gesamtlage vorsichtig positiv beziehungsweise sieht zumindest Anlass zur Hoffnung für die Eliminierung der Hepatitis. Für WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus ist sie „kein unrealistischer Traum“ mehr – sie sei mit „nachhaltigem politischen Engagement und verlässlicher nationaler Finanzierung möglich“.
Wie fragil dieses Gerüst von Voraussetzungen ist, zeigt aber eine aktuell veröffentlichte Studie aus den USA: Hier untersuchten Forschende, welche Auswirkungen es hätte, wenn eine allgemeine Empfehlung zur Hepatitis-B-Impfung bei der Geburt durch eine gezielte Empfehlung ersetzt wird, die sich auf Säuglinge von Müttern mit positivem Screening-Ergebnis oder nicht gescreente Mütter beschränkt. Die Analyse der für die Studie verwendeten Daten erfolgte zwischen September und November 2025. Wenig später wurde in den USA die Empfehlung zur generellen Hepatitis-B-Impfung für alle Neugeborenen tatsächlich zurückgenommen.
Die genannte Modellierungsstudie ergab unter einer eingeschränkten Impfempfehlung mehr Infektionen unter Neugeborenen als bei der generellen Strategie, die in den USA bis vor Kurzem über Jahrzehnte galt – es sei denn, Vorsorgeuntersuchung unter werdenden Müttern würden deutlich erhöht oder die Impfquote bei Säuglingen von nicht gescreenten Müttern überstiegen das derzeitige Niveau, schreiben die Autoren. Die entsprechende Studie finden Sie in den Literatur-Hinweisen unter „Unsere Auswahl“.
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