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Liebe Leserinnen und Leser,
die Wechseljahre gehen für viele Frauen mit belastenden körperlichen und psychischen Veränderungen einher. Besonders abrupt verläuft dieser Übergang nach einer beidseitigen Salpingo-Oophorektomie, wie sie bei vielen Patientinnen mit Ovarialkarzinom durchgeführt wird, da die Menopause unmittelbar danach einsetzt. Wie wir kürzlich berichteten, sind die Symptome, die mit der chirurgisch induzierten Menopause einhergehen, oft schwerwiegender als bei der natürlich eintretenden Menopause. Ob eine unterstützende menopausale Hormontherapie (MHT) jedoch das Langzeitüberleben nach einem Ovarialkarzinom beeinträchtigt, war bislang nicht abschließend geklärt. Eine schwedische Kohortenstudie liefert nun beruhigende Ergebnisse: Bei mehr als 700 Frauen mit verschiedenen Ovarialtumoren zeigte sich kein Unterschied im Zehn-Jahres-Überleben zwischen Patientinnen mit und ohne MHT. Die Daten sprechen somit dafür, dass eine MHT zur Linderung der Wechseljahresbeschwerden bei geeigneten Patientinnen in Betracht gezogen werden kann.
Eine vorzeitige Menopause tritt nicht nur nach einem solchen operativen Eingriff auf; auch ohne einen solchen Eingriff können Frauen bereits vor ihrem 40. Lebensjahr in die Wechseljahre kommen. Eine Studie mit 107.000 Frauen untersuchte nun den Zusammenhang zwischen dem Menopausealter und dem kardiovaskulären Risiko und fand einen inversen Zusammenhang: Je früher die Menopause eintrat, desto höher war das Risiko für Bluthochdruck. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei Frauen, deren Menopause bereits zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr eingetreten war. Die Autoren plädieren daher dafür, das Alter bei Eintritt der Menopause als eigenständigen kardiovaskulären Risikofaktor zu berücksichtigen.
Einen weiteren Aspekt der Wechseljahre beleuchtet die dritte Studie dieser Ausgabe: die häufige Gewichtszunahme infolge der hormonellen Umstellung. In einer US-amerikanischen Analyse von Daten von mehr als 38.000 Frauen waren sowohl eine Ernährung mit niedrigem insulinogenem Potenzial als auch die sogenannte Planetary Health Diet mit einer geringeren Gewichtszunahme und einem niedrigeren Adipositasrisiko assoziiert. Die Ergebnisse unterstreichen, dass auch Lebensstilfaktoren einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, die gesundheitlichen Folgen der Menopause günstig zu beeinflussen.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!
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