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Liebe Leserinnen und Leser,
es ist bekannt, dass die Chancen, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, mit zunehmendem Alter sinken. Eine japanische Studie liefert nun Hinweise auf eine bisher unbekannte Ursache dieses Zusammenhangs. Die Forschenden zeigen, dass der altersbedingte hämatopoetische Verlust eines X-Chromosoms (LOX) die Fruchtbarkeit beeinflussen könnte. Wiesen mehr als 0,9 Prozent der weißen Blutkörperchen LOX auf, verdoppelte sich die Wahrscheinlichkeit, nicht auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Ein Zusammenhang mit dem Anti-Müller-Hormon als Marker der Eizellreserve zeigte sich hingegen nicht. Die Autoren schlagen daher vor, beide Marker künftig kombiniert zur genaueren Einschätzung der Fruchtbarkeit einzusetzen.
Auch Endometriose gilt als Faktor, der die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft verringern kann. Selbst nach erfolgreicher Empfängnis birgt die Erkrankung jedoch weiterhin Risiken. Laut einer kanadischen Studie haben Kinder von Frauen mit Endometriose ein signifikant erhöhtes Risiko für angeborene Anomalien, unter anderem des Herz-Kreislauf-Systems, des Gastrointestinaltrakts und des Bewegungsapparates. Dieser Zusammenhang ließ sich nur teilweise durch Fertilitätsbehandlungen erklären. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass das absolute Risiko insgesamt weiterhin gering bleibt.
Eine weitere schwangerschaftsbedingte Komplikation ist die Präeklampsie, über die wir in den vergangenen Wochen bereits mehrfach berichtet haben. Eine neue Studie aus Wien zeigt nun, dass blutdrucksenkende Medikamente zwar den mit Präeklampsie verbundenen Bluthochdruck kontrollieren können, die zugrunde liegenden Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems jedoch offenbar bestehen bleiben. Weder stieg das Herzzeitvolumen an, noch nahm der Gefäßwiderstand ab. Den Autoren zufolge reicht eine reine Blutdruckkontrolle daher nicht aus, um langfristige kardiovaskuläre Beeinträchtigungen signifikant zu beeinflussen.
Um das Risiko für eine Präeklampsie zu senken, könnte eine stabilere Blutzuckerkontrolle während der Schwangerschaft helfen. Eine Studie aus China beschreibt einen U-förmigen Zusammenhang zwischen Blutzuckerspiegel und Präeklampsie-Risiko: Sowohl starke Anstiege als auch deutliche Abfälle der Glukosewerte waren mit einem erhöhten Risiko assoziiert, während stabile Werte mit der geringsten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung der Erkrankung verbunden waren.
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