Ausgabe 27/2026

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Mittwoch, 01. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ob Endokarditis, Device-Infektionen oder postoperative Komplikationen: Infektionen sind auch in der Kardiologie von zentraler Bedeutung. Zwei aktuelle Arbeiten liefern hierzu neue diagnostische und therapeutische Impulse.

So hat ein Team des Universitätsklinikums Jena ein Verfahren entwickelt, das Erreger anhand mikrobieller zellfreier DNA direkt aus dem Blutplasma identifiziert. Das Verfahren funktioniert auch unter laufender Antibiotikatherapie – ein Vorteil gegenüber klassischen Blutkulturen, deren Aussagekraft dann oft sinkt. In einer Proof-of-Concept-Studie mit 18 Patientinnen und Patienten mit Blutstrominfektionen oder Verdacht auf infektiöse Endokarditis lieferte die Methode innerhalb von rund zwölf Stunden Ergebnisse, die in 16 von 18 Fällen mit der klinischen Diagnose übereinstimmten – darunter zwei kulturnegative Endokarditisfälle, bei denen der Erreger trotz negativer Blutkultur identifiziert werden konnte. Gerade bei der diagnostisch oft herausfordernden infektiösen Endokarditis könnte dieser Ansatz eine relevante Ergänzung zur klassischen Mikrobiologie darstellen – vorausgesetzt, die Ergebnisse bestätigen sich in größeren Studien.

Ist der Krankheitserreger erst einmal identifiziert, stellt sich die Frage nach der geeigneten Therapie. Einen „Meilenstein für die Infektionsmedizin“, so die Einordnung von Experten, liefern hierzu aktuelle Daten der laufenden Plattformstudie SNAP, die jüngst sowohl im „New England Journal of Medicine“ als auch in „The Lancet“ erschienen. In SNAP werden international verschiedene Behandlungen für eine Staphylococcus-aureus-Bakteriämie (SAB) untersucht, die für Kardiologinnen und Kardiologen vor allem als Ursache einer infektiösen Endokarditis oder als Komplikation bei kardialen Implantaten relevant ist. Die aktuellen Analysen befassten sich mit der SAB durch Methicillin- (MSSA) beziehungsweise Penicillin-sensible (PSSA) Erreger, welche hierzulande üblicherweise mit dem Staphylokokkenpenicillin Flucloxacillin behandelt werden. Im Vergleich zur Therapie mit dem Cephalosporin Cefazolin (bei MSSA) beziehungsweise mit Benzylpenicillin (bei PSSA) kommt es darunter allerdings vermehrt zu Nebenwirkungen, insbesondere zu einem akuten Nierenversagen. Auch geben die vorliegenden Analysen Hinweise auf eine höhere Mortalität unter Flucloxacillin. Diese Daten könnten die Rolle der altbekannten Wirkstoffe Cefazolin und Benzylpenicillin als bevorzugte Therapieoptionen bei MSSA beziehungsweise PSSA stärken.

Informieren Sie sich zu weiteren spannenden Themen aus der Kardiologie im heutigen Newsletter sowie in der neuesten E-Paper-Ausgabe des KOMPAKT KARDIOLOGIE. Eine erkenntnisreiche Lektüre und eine gute Restwoche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Proof of Concept: Mikrobielle zellfreie DNA zur Diagnostik schwerer Infektionen

Proof of Concept: Mikrobielle zellfreie DNA zur Diagnostik schwerer Infektionen

Schwere bakterielle Infektionen müssen schnell erkannt und gezielt behandelt werden. Doch eine bereits begonnene Antibiotikatherapie erschwert oft den Nachweis der Erreger. Forschende aus Jena haben nun ein Verfahren entwickelt, das Krankheitserreger innerhalb eines halben Tages direkt aus dem Blutplasma identifizieren kann – selbst bei laufender Antibiotikatherapie.

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Vasospastische AP: Oft spät erkannt, aber behandelbar

Die Kasuistik „Vasospastische Angina pectoris – Nitroglyzerin-Spray: Wirksame Symptomlinderung“ beschreibt, wie linksthorakale Ruhe-Schmerzen auf eine vasospastische AP hinweisen können – und dass sublinguales Glyceroltrinitrat hier eine Behandlungsoption darstellen kann.

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Staphylococcus-aureus-Bakteriämie: Weniger Nebenwirkungen mit bekannten Antibiotika

Die internationale SNAP-Studie zeigt: Die Antibiotika Cefazolin und Benzylpenicillin wirken bei schweren Blutstrominfektionen durch das Bakterium Staphylococcus aureus genauso gut wie das bisher gängige Standardpräparat Flucloxacillin – sie verursachen aber deutlich seltener schwere Nebenwirkungen.

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Warum manche Plaques gefährlich werden

Warum manche Plaques gefährlich werden

Eine räumliche Analyse von Proteinen in menschlichen Gefäßen zeigt, warum manche Plaques leichter aufreißen als andere. Ein Team vom DZHK-Standort München berichtet darüber in „Nature Cardiovascular Research“.

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Verlust der kardialen Elastizität: Titin-Spaltung verursacht Herzinsuffizienz und Fibrose

Werden die Titin-Fasern im Herzmuskel beschädigt oder gespalten, verliert das Herz an Elastizität. Die Folgen sind eine rasch einetzende Fibrose und Herzinsuffizienz. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden der Universität Münster im Fachmagazin „Nature Cardiovascular Research“.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Kosteneffizienz der von Apothekern und Pflegefachkräften geleiteten Medikamentenversorgung bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion.
Can J Cardiol 2026 Jun 24:S0828-282X(26)00397-1.

Transkatheter-Aortenklappenersatz bei Patienten mit symptomatischer, schwerer Aorteninsuffizienz: Ein-Jahres-Ergebnisse der J-Valve Transfemoral Early Feasibility Study.
J Soc Cardiovasc Angiogr Interv 2026;105509.

Ein EKG-Biomarker für den plötzlichen Herztod, der mithilfe von Deep Learning entdeckt wurde.
Nature 24.06.2026

 
 
 
Gezieltere Herzdiagnostik durch Künstliche Intelligenz

Gezieltere Herzdiagnostik durch Künstliche Intelligenz

Ein neues Forschungsprojekt an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg untersucht, wie KI-basierte Analysen von Herz-CTs Therapieentscheidungen und Versorgungskosten beeinflussen.

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PANORAMA:

Das Universitätsklinikum Freiburg hat eine anatomisch repräsentative Animation des schlagenden Herzens entwickelt.
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Prof. Nadine Abanador-Kamper wurde auf die Professur für Kardiologie mit dem Schwerpunkt „Kardiale Bildgebung“ an der Universität Witten/Herdecke berufen. Ihre Forschung widmet sich dem Takotsubo-Syndrom.
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Auf der Urgent Care Conference in Berlin wurden multidisziplinäre Erkenntnisse aus zahlreichen Studien und Modellprojekten zur sektorenübergreifenden Akut- und Notfallversorgung diskutiert.
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TERMINE:

20. International Conference on Cardiology and Cardiac Surgery
10.–11. August 2026
Hamburg

European Society of Cardiology Congress 2026
28.–31. August 2026
München

Planung und Implementierung digitaler Prozesse in der Facharztpraxis
1. September 2026
online

Erstes Intersektorales ESC-Update
2. September 2026
Hamburg

 
 

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