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Liebe Leserinnen und Leser,
ob Endokarditis, Device-Infektionen oder postoperative Komplikationen: Infektionen sind auch in der Kardiologie von zentraler Bedeutung. Zwei aktuelle Arbeiten liefern hierzu neue diagnostische und therapeutische Impulse.
So hat ein Team des Universitätsklinikums Jena ein Verfahren entwickelt, das Erreger anhand mikrobieller zellfreier DNA direkt aus dem Blutplasma identifiziert. Das Verfahren funktioniert auch unter laufender Antibiotikatherapie – ein Vorteil gegenüber klassischen Blutkulturen, deren Aussagekraft dann oft sinkt. In einer Proof-of-Concept-Studie mit 18 Patientinnen und Patienten mit Blutstrominfektionen oder Verdacht auf infektiöse Endokarditis lieferte die Methode innerhalb von rund zwölf Stunden Ergebnisse, die in 16 von 18 Fällen mit der klinischen Diagnose übereinstimmten – darunter zwei kulturnegative Endokarditisfälle, bei denen der Erreger trotz negativer Blutkultur identifiziert werden konnte. Gerade bei der diagnostisch oft herausfordernden infektiösen Endokarditis könnte dieser Ansatz eine relevante Ergänzung zur klassischen Mikrobiologie darstellen – vorausgesetzt, die Ergebnisse bestätigen sich in größeren Studien.
Ist der Krankheitserreger erst einmal identifiziert, stellt sich die Frage nach der geeigneten Therapie. Einen „Meilenstein für die Infektionsmedizin“, so die Einordnung von Experten, liefern hierzu aktuelle Daten der laufenden Plattformstudie SNAP, die jüngst sowohl im „New England Journal of Medicine“ als auch in „The Lancet“ erschienen. In SNAP werden international verschiedene Behandlungen für eine Staphylococcus-aureus-Bakteriämie (SAB) untersucht, die für Kardiologinnen und Kardiologen vor allem als Ursache einer infektiösen Endokarditis oder als Komplikation bei kardialen Implantaten relevant ist. Die aktuellen Analysen befassten sich mit der SAB durch Methicillin- (MSSA) beziehungsweise Penicillin-sensible (PSSA) Erreger, welche hierzulande üblicherweise mit dem Staphylokokkenpenicillin Flucloxacillin behandelt werden. Im Vergleich zur Therapie mit dem Cephalosporin Cefazolin (bei MSSA) beziehungsweise mit Benzylpenicillin (bei PSSA) kommt es darunter allerdings vermehrt zu Nebenwirkungen, insbesondere zu einem akuten Nierenversagen. Auch geben die vorliegenden Analysen Hinweise auf eine höhere Mortalität unter Flucloxacillin. Diese Daten könnten die Rolle der altbekannten Wirkstoffe Cefazolin und Benzylpenicillin als bevorzugte Therapieoptionen bei MSSA beziehungsweise PSSA stärken.
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