Ausgabe 23/2026

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Mittwoch, 03. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ein kleiner Schnitt, eine Schürfwunde, ein aufgekratzter Mückenstich: Im Alltag haben Pflaster meist eine reine Schutzfunktion – sei es vor Schmutz oder Berührung. Gerade bei Kindern kann das sichtbare Zeichen der Wundversorgung mitunter auch einen recht ausgeprägten analgetischen Placeboeffekt entfalten. Weit mehr als das soll nun aber ein neuartiges „Herzpflaster“ bieten, das von Forscherinnen und Forschern der Universitätsmedizin Göttingen und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein entwickelt wurde.
Es enthält rund 800 Millionen aus induzierten pluripotenten Stammzellen gewonnene Herzmuskel- und Bindegewebszellen und wird direkt auf das geschädigte Herz von Patienten mit stark eingeschränkter Herzfunktion aufgebracht. Das im Labor gezüchtete, biologische ventrikuläre Unterstützungsgewebe (BioVAT) soll dort eine mehrere Millimeter dicke Herzmuskelschicht bilden, um die geschwächte Herzmuskulatur zu stabilisieren und langfristig zu unterstützen. Ob das wirklich gelingt, wird derzeit in der klinischen Phase-I/II-Studie BioVAT-HF-DZHK20 untersucht.
Die Ergebnisse einer dreimonatigen Zwischenanalyse der ersten 20 behandelten Patienten erschienen in der vergangenen Woche im „New England Journal of Medicine“ – und schenken Hoffnung: Bei den zwölf Patienten, die die höchste Zelldosis erhalten hatten und für die eine dreimonatige Nachuntersuchung vorlag, zeigte sich bildgebend eine durchschnittliche Zunahme der Wanddicke im behandelten Areal um 4,5 Millimeter. Begleitend wurden leichte Verbesserungen der LVEF sowie der patientenberichteten Lebensqualität beobachtet. Laut den Forschern zeigen sich auch in der mittlerweile mehr als vierjährigen Nachbeobachtung der ersten behandelten Patienten Hinweise auf eine anhaltende Verbesserung der Herzfunktion.
Ein sicherlich spannender Ansatz, der aufzeigt, welche therapeutischen Optionen die moderne Biotechnologie bietet. Dennoch muss hinzugefügt werden, dass ein solches Herzpflaster – wenn sich die Ergebnisse in weiteren Folgestudien bestätigen lassen – nur eine zusätzliche Behandlungsoption für ausgewählte Patienten mit schwerer Herzschwäche darstellen wird, wie auch Koautor Prof. Ingo Kutschka unterstreicht.
Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Herzmedizin im heutigen Newsletter. Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Phase-I/II-Ergebnisse: Herzpflaster zeigt klinische Wirkung bei Herzinsuffizienz

Phase-I/II-Ergebnisse: Herzpflaster zeigt klinische Wirkung bei Herzinsuffizienz

Forschende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) konnten erstmals in einer klinischen Studie zeigen, dass im Labor gezüchtetes Herzmuskelgewebe die Pumpfunktion geschädigter Herzen verbessern kann. 

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Pflichtangaben | Referenzen und Fußnoten

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SCAD-ALIGN: Neue Studie zur Therapie bei spontaner Koronararteriendissektion

Die spontane Koronararteriendissektion (SCAD) ist eine eher seltene und noch recht unbekannte Form des akuten Koronarsyndroms, der meist bei jüngeren Frauen auftritt. In der Studie SCAD-ALIGN soll nun die optimale Plättchenhemmung ermittelt werden.

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DGK-Kongress 2026: LDL-C-Zielwerte
konsequenter erreichen

Moderne CCTA-Bildgebung zur Bestimmung der Plaquelast, leitlinienkonforme LDL-C-Zielwertstrategien, orale lipidsenkende Fixdosiskombinationen mit Bempedoinsäure/Ezetimib (Nustendi®) und digitale Präventionstools: Der DGK-Kongress 2026 beleuchtete aktuelle Entwicklungen im Lipidmanagement aus mehreren Blickwinkeln – und lieferte konkrete Impulse für Ihren kardiologischen Praxisalltag.

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Ist der „Jo-Jo-Effekt“ wirklich ein klinisches Problem?

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Eine erneute Gewichtszunahme nach einem Gewichtsverlust, allgemein bekannt als „Jo-Jo-Effekt“, wird oft als schädlich dargestellt – sogar als schädlicher als anhaltendes Übergewicht. Neue Ergebnisse legen jedoch nahe, dass diese weit verbreitete Auffassung nicht durch stichhaltige wissenschaftliche Belege gestützt wird.

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Gesunder Lebensstil schützt Überlebende von Krebserkrankungen im Kindesalter

Eine gesunde Lebensweise kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Komplikationen bei Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter senken. Zu diesem Ergebnis kommen zwei neue internationale Studien.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Betablocker-Therapie nach Myokardinfarkt: Ein Umbrella-Review.
eClinMed 2026;96:103990.

Wirksamkeit einer dualen Thrombozytenaggregationshemmung über drei Monate versus zwölf Monate nach koronarer Bypass-Operation: multizentrische, doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie.
BMJ 2026;393:e088939.

Patientenzentrierte Bewertung der Antikoagulation bei Vorhofflimmern.
NEJM Evid 2026;5(6).

 
 
 
Makrophagen treiben Atherosklerose an – und können sie zugleich begrenzen

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Eine neue Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zeigt, wie unterschiedlich Makrophagen die Bildung einer Atherosklerose beeinflussen – und identifiziert dabei miR-147 als möglichen Ansatzpunkt für künftige Therapien.

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PANORAMA:

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde der Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums eingeweiht. Das moderne Gebäude umfasst 15 Stationen, zehn Katheterlabore und neun OP-Säle.
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Mit 204 zur Transplantation abgegebenen Herzklappen konnte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation im vergangenen Jahr nur etwas weniger als die Hälfte der 423 Anfragen bedienen.
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Der Anteil rauchender und vapender Jugendlicher ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Vor allem der Konsum neuer Nikotinprodukte wie Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeutel nimmt deutlich zu.
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TERMINE:

International Society for Minimally Invasive Cardiothoracic Surgery (ISMICS) Annual Scientific Meeting
10.–13. Juni 2026
Miami Beach (USA)

Symposium „Wörlitzer Gespräche – Kardiologie aktuell“
12.–14. Juni 2026
Oranienbaum-Wörlitz

Kardiologische Strategien 2026
13. Juni 2026
Köln

4th European Training Symposium on Advanced Heart Failure Therapies
18.–20. Juni 2026
Hannover

 
 

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