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Liebe Leserinnen und Leser,
als Kardiologin oder Kardiologe begegnet Ihnen das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) im klinischen Alltag vermutlich eher selten oder indirekt – etwa über metabolische Risikoprofile jüngerer Patientinnen. Dabei ist Schätzungen zufolge etwa jede achte Frau davon betroffen. Da die endokrine Störung viel mehr als ein gynäkologisches Leiden umfasst, wurde sie jüngst offiziell in Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) umbenannt. Der neue Name trägt dem komplexen Krankheitsbild Rechnung, das sowohl reproduktive als auch endokrine, metabolische, dermatologische und psychische Aspekte der Gesundheit beinhaltet.
Dass das PMOS auch für die kardiovaskuläre Medizin relevant ist, zeigt eine aktuelle Kohortenstudie aus Dänemark, Schweden und Finnland. Darin hatten Frauen mit PMOS insgesamt ein um 32 Prozent erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Besonders bemerkenswert: Auch normalgewichtige Frauen sowie Patientinnen ohne begleitenden Typ-2-Diabetes (eine häufige Komorbidität beim PMOS) wiesen ein um rund 40 Prozent erhöhtes Risiko auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zugrunde liegende endokrine Dysfunktion – etwa erhöhte Androgenspiegel – das Herz-Kreislauf-System unabhängig von Adipositas und Diabetes negativ beeinflusst. Zur besseren Risikostratifizierung könnte die Frage nach einem PMOS in der Anamnese daher auch in der kardiologischen Praxis nicht uninteressant sein. Nach Ansicht der Forschenden unterstreichen die Erkenntnisse jedenfalls die Notwendigkeit kardiovaskulärer Screening- und Präventionsstrategien bei Frauen mit PMOS – unabhängig vom Gewichtsstatus.
Neben weiteren spannenden Meldungen aus der Kardiologie finden Sie in den Kurzmeldungen des heutigen Newsletters einige ausgewählte Berichte vom 130. Deutschen Ärztetag, der in der letzten Woche stattfand – und mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung besondere Aufmerksamkeit auf sich zog.
Eine gute Restwoche und ein sommerlich entspanntes Pfingstwochenende wünscht Ihnen
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