Ausgabe 21/2026

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Mittwoch, 20. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

als Kardiologin oder Kardiologe begegnet Ihnen das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) im klinischen Alltag vermutlich eher selten oder indirekt – etwa über metabolische Risikoprofile jüngerer Patientinnen. Dabei ist Schätzungen zufolge etwa jede achte Frau davon betroffen. Da die endokrine Störung viel mehr als ein gynäkologisches Leiden umfasst, wurde sie jüngst offiziell in Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) umbenannt. Der neue Name trägt dem komplexen Krankheitsbild Rechnung, das sowohl reproduktive als auch endokrine, metabolische, dermatologische und psychische Aspekte der Gesundheit beinhaltet.

Dass das PMOS auch für die kardiovaskuläre Medizin relevant ist, zeigt eine aktuelle Kohortenstudie aus Dänemark, Schweden und Finnland. Darin hatten Frauen mit PMOS insgesamt ein um 32 Prozent erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Besonders bemerkenswert: Auch normalgewichtige Frauen sowie Patientinnen ohne begleitenden Typ-2-Diabetes (eine häufige Komorbidität beim PMOS) wiesen ein um rund 40 Prozent erhöhtes Risiko auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zugrunde liegende endokrine Dysfunktion – etwa erhöhte Androgenspiegel – das Herz-Kreislauf-System unabhängig von Adipositas und Diabetes negativ beeinflusst. Zur besseren Risikostratifizierung könnte die Frage nach einem PMOS in der Anamnese daher auch in der kardiologischen Praxis nicht uninteressant sein. Nach Ansicht der Forschenden unterstreichen die Erkenntnisse jedenfalls die Notwendigkeit kardiovaskulärer Screening- und Präventionsstrategien bei Frauen mit PMOS – unabhängig vom Gewichtsstatus.

Neben weiteren spannenden Meldungen aus der Kardiologie finden Sie in den Kurzmeldungen des heutigen Newsletters einige ausgewählte Berichte vom 130. Deutschen Ärztetag, der in der letzten Woche stattfand – und mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung besondere Aufmerksamkeit auf sich zog. 

Eine gute Restwoche und ein sommerlich entspanntes Pfingstwochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Zusammenhang zwischen dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom und Herzerkrankungen

Zusammenhang zwischen dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom und Herzerkrankungen

Laut einer auf dem 28. Europäischen Endokrinologie-Kongress in Prag vorgestellten Studie steigt das Risiko für Herzerkrankungen bei Frauen mit dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS) – selbst bei normalgewichtigen Frauen.

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Die vielfältigen Effekte nutzen und
neue Perspektiven eröffnen

Neben einer lebensverändernden Gewichtsabnahme mit Wegovy® 7,2 mg von durchschnittlich ~ 21 % (STEP-UP-Studie1,*) konnte Wegovy® 2,4 mg das relative Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE) um 20 % reduzieren – erste signifikante relative Risikoreduktion bereits nach 20 Tagen (SELECT-Studie†,§,6).

Referenzen & Pflichttext

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Short-QT-Syndrom: Wie SLC4A3-Varianten Herzrhythmusstörungen verursachen

Forschende haben untersucht, wie Mutationen im SLC4A3-Gen Herzmuskelzellen verändern. Die Ergebnisse liefern neue Hinweise zur Entstehung des Short-QT-Syndroms und könnten personalisierte Therapien ermöglichen.

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ATTR-CM: Frühe Erkennung für bessere Therapieaussichten

ATTR-CM ist eine systemische, progrediente und tödlich verlaufende Erkrankung. Welche Red Flags weisen auf ATTR-CM hin? Wie können moderne Therapien den Verlauf verlangsamen sowie die Lebensqualität Betroffener stabilisieren?  Lesen Sie im Interview mehr zur unterdiagnostizierten Erkrankung.

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RNA-Therapie bremst krankhafte Umbauprozesse nach Herzinfarkt

RNA-Therapie bremst krankhafte Umbauprozesse nach Herzinfarkt

Nach Herzinfarkt droht eine chronische Herzinsuffizienz durch kardiales Remodeling. Eine internationale Phase-II-Studie zeigt nun: Der RNA-Wirkstoff CDR132L könnte diesen Prozess bremsen – besonders bei bereits schwer geschädigten Herzen.

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Herzinfarkt-Zahlen in Deutschland: Positiver Trend setzt sich fort

Seit 2017 hat sich die Zahl von stationär behandelten Herzinfarkten in Deutschland um 14 Prozent reduziert. Das zeigt eine aktuelle Hochrechnung von Krankenkassendaten der AOK. Bei zwei Risikofaktoren ist jedoch ein Anstieg der Erkrankungsfälle zu beobachten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Alter der Mutter und schwangerschaftsbedingte kardiovaskuläre Komplikationen.
Nat Commun 2026 May 18;17(1):4066.

ENAC-Blockade senkt den Blutdruck und die arterielle Steifigkeit bei Erwachsenen mit Adipositas und Insulinresistenz.
Am J Physiol Heart Circ Physiol 2026;330(4):H1274–H1282.

Prädiktoren für Langzeitergebnisse bei hypertropher Kardiomyopathie: Das NHLBI HCM-Register.
JAMA 2026 May 11:e265633.

 
 
 
Was den Stoffwechsel bei HFpEF so besonders macht

Was den Stoffwechsel bei HFpEF so besonders macht

Im Herzmuskel von Patienten mit HFpEF haben Forschende ein typisches metabolisches Muster identifiziert. Die in „Cardiovascular Research“ publizierten Erkenntnisse ebnen den Weg zu neuen Therapien für diese Form der Herzschwäche.

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130. DEUTSCHER ÄRZTETAG:

Auf dem 130. Deutschen Ärztetag in Hannover wurden umfangreiche Änderungen der ärztlichen Weiterbildung verabschiedet.
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Die Delegierten des Ärztetages haben den Gesetzgeber aufgefordert, die Krankenhaus­reform in zentralen Punkten weiterzuentwickeln.
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Bund und Länder werden von der Ärzteschaft aufgerufen, die Rahmenbedingungen für die ärztliche Niederlassung zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
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Medizinstudentinnen berichten auf dem Ärztetag von sexueller Belästigung. Die Ärztekammer zeigt sich betroffen und kündigt Konsequenzen für den nächsten Kongress an.
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TERMINE:

Kardiologie Refresher Dresden
28.–30. Mai 2026
Dresden

35th European Meeting on Hypertension and Cardiovascular Protection
28.–31. 
Mai 2026
Danzig (Polen)

ACNAP 2026
12.–13. Juni 2026
Sophia Antipolis (Frankreich)

52. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen
19.–20. Juni 2026
Potsdam

Deutscher Echokardiographie-Kongress der DGK
25.–28. Juni 2026
Leipzig

 
 

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