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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
in Leitlinien ausgesprochene Empfehlungen helfen Patienten nur, wenn sie in der klinischen Praxis auch umgesetzt werden. Insbesondere bei Erkrankungen mit hoher Patientenheterogenität – wie dem Vorhofflimmern – kann dies jedoch eine Herausforderung darstellen. Eine Verbesserung der Versorgung von Vorhofflimmerpatienten lässt sich offenbar durch eine Online-Fortbildung des medizinischen Personals erreichen, wie die europäische Studie STEEER-AF jüngst zeigen konnte. In der von der European Society of Cardiology (ESC) gesponserten und in Zusammenarbeit mit der European Heart Rhythm Association und dem ESC Council on Stroke durchgeführten Studie erhöhte eine Online-Schulung von durchschnittlich neun Stunden die Einhaltung von Leitlinienempfehlungen zur Rhythmuskontrolle um etwa 50 Prozent im Vergleich zu Zentren, in denen keine solche Weiterbildungsmaßnahme eingeführt wurde. Da die Empfehlungen zur Schlaganfallprävention laut den Studienautoren bereits nahezu optimal umgesetzt wurden, konnte die Schulungsmaßnahme in diesem Punkte keine weiteren wesentlichen Verbesserungen erzielen.
Im Rahmen einer Herzoperation kann es zu enormen Blutverlusten kommen. Ob die akute normovolämische Hämodilution (ANH) als fremdblutsparende Maßnahme den Bedarf an Bluttransfusionen bei Herzoperationen reduziert, war bislang unklar. Eine kürzlich vorgestellte, groß angelegte internationale Studie bescheinigt der Methode allerdings keine Vorteile im Vergleich zur Standardbehandlung – weder im Hinblick auf die Einsparung von Fremdblut noch auf die klinischen Ergebnisse der Patienten. Weshalb einer der Co-Autoren dennoch an der ANH festhält, lesen Sie im entsprechenden Beitrag.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen,
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