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Liebe Leserinnen und Leser,
die kardiovaskuläre Gesundheit ist eng mit metabolischen Prozessen und Lebensstilfaktoren verknüpft. Übergewicht, Adipositas und Ernährungsfaktoren sind hier mehr als bloße Risikofaktoren – über komplexe systemische Mechanismen können sie auch die Struktur und Funktion des Herzens beeinflussen. Im heutigen Newsletter beleuchten wir zwei aktuelle Forschungsansätze, die zeigen, wie tiefgreifend das Fettgewebe und bestimmte Stoffwechselprodukte in das Herzgeschehen eingreifen.
Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) wird zunehmend als systemische Erkrankung verstanden. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Graz (Österreich) machten nun das Fettgewebe selbst als therapeutischen Angriffspunkt aus. In einem Mausmodell für HFpEF erwies sich die gezielte Hemmung der Lipolyse in Fettzellen durch den experimentellen Wirkstoff Atglistatin als effektiver als eine reine Kalorienrestriktion. Der Ansatz senkte unter anderem die Konzentration entzündungsfördernder Mediatoren wie Interleukin-1β und verbesserte die diastolische Herzfunktion. Die Ergebnisse machen die gezielte Modulation des Fettgewebestoffwechsels zu einem interessanten potenziellen Therapiekonzept für adipositasassoziierte HFpEF.
Parallel dazu rückt die Darm-Herz-Achse weiter in den wissenschaftlichen Mittelpunkt. Das Stoffwechselprodukt TMAO, das unter Beteiligung des Darmmikrobioms aus Nahrungsbestandteilen wie Cholin beim Verzehr von rotem Fleisch und tierischen Lebensmitteln gebildet wird, ist mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Vorhofflimmern assoziiert. In einer Studie der Cleveland Clinic (USA) zeigten Mäuse mit TMAO-haltiger Diät eine erhöhte Induzierbarkeit von Vorhofflimmern beziehungsweise entwickelten die Vorhofrhythmusstörung früher als Tiere mit Standardfutter. Die Forschenden fanden zudem Hinweise darauf, dass TMAO die atriale Elektrophysiologie verändert und dadurch die Anfälligkeit für Vorhofflimmern erhöht. Die Ergebnisse liefern damit Hinweise darauf, dass eine frühzeitige Beeinflussung des TMAO-Stoffwechsels – möglicherweise auch über Ernährung oder das Darmmikrobiom – künftig ein Ansatz zur Prävention von Herzrhythmusstörungen sein könnte.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieser und weiterer spannender Meldungen aus der Kardiologie.
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