Ausgabe 31/2026

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Mittwoch, 29. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die kardiovaskuläre Gesundheit ist eng mit metabolischen Prozessen und Lebensstilfaktoren verknüpft. Übergewicht, Adipositas und Ernährungsfaktoren sind hier mehr als bloße Risikofaktoren – über komplexe systemische Mechanismen können sie auch die Struktur und Funktion des Herzens beeinflussen. Im heutigen Newsletter beleuchten wir zwei aktuelle Forschungsansätze, die zeigen, wie tiefgreifend das Fettgewebe und bestimmte Stoffwechselprodukte in das Herzgeschehen eingreifen.

Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) wird zunehmend als systemische Erkrankung verstanden. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Graz (Österreich) machten nun das Fettgewebe selbst als therapeutischen Angriffspunkt aus. In einem Mausmodell für HFpEF erwies sich die gezielte Hemmung der Lipolyse in Fettzellen durch den experimentellen Wirkstoff Atglistatin als effektiver als eine reine Kalorienrestriktion. Der Ansatz senkte unter anderem die Konzentration entzündungsfördernder Mediatoren wie Interleukin-1β und verbesserte die diastolische Herzfunktion. Die Ergebnisse machen die gezielte Modulation des Fettgewebestoff­wechsels zu einem interessanten potenziellen Therapiekonzept für adipositasassoziierte HFpEF.

Parallel dazu rückt die Darm-Herz-Achse weiter in den wissenschaftlichen Mittelpunkt. Das Stoffwechselprodukt TMAO, das unter Beteiligung des Darmmikrobioms aus Nahrungsbestandteilen wie Cholin beim Verzehr von rotem Fleisch und tierischen Lebensmitteln gebildet wird, ist mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Vorhofflimmern assoziiert. In einer Studie der Cleveland Clinic (USA) zeigten Mäuse mit TMAO-haltiger Diät eine erhöhte Induzierbarkeit von Vorhofflimmern beziehungsweise entwickelten die Vorhofrhythmusstörung früher als Tiere mit Standardfutter. Die Forschenden fanden zudem Hinweise darauf, dass TMAO die atriale Elektrophysiologie verändert und dadurch die Anfälligkeit für Vorhofflimmern erhöht. Die Ergebnisse liefern damit Hinweise darauf, dass eine frühzeitige Beeinflussung des TMAO-Stoffwechsels – möglicherweise auch über Ernährung oder das Darmmikrobiom – künftig ein Ansatz zur Prävention von Herzrhythmusstörungen sein könnte.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieser und weiterer spannender Meldungen aus der Kardiologie.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
TMAO aus dem Darmmikrobiom könnte Vorhofflimmern begünstigen

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Eine US-amerikanische Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen erhöhten TMAO-Blutwerten – einem Stoffwechselprodukt von Darmbakterien – und einem höheren Risiko für Vorhofflimmern.

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HFpEF: Fettgewebe rückt als Therapieziel in den Fokus

In einem Mausmodell verbesserte der ATGL-Hemmer Atglistatin die Herzfunktion, systemische Entzündung und kardiales Remodelling stärker als eine Kalorienrestriktion. Die Ergebnisse weisen auf einen neuen Ansatz zur Behandlung der HFpEF hin.

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Neuer therapeutischer Ansatz gegen Blutgerinnsel ohne erhöhtes Blutungsrisiko

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Forschende aus Düsseldorf haben einen neuen, körpereigenen Mechanismus der Blutgerinnung entdeckt. Demnach kann der Botenstoff S1P als biologisches Schutzschild vor Schlaganfällen und Herzinfarkten fungieren.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Auswirkungen der Leitlinie zur Dyslipidämie 2026 auf die Statintherapie zur Primärprävention.
JAMA 20.07.2026

Automatische Erkennung von Herzstillständen mittels Photoplethysmographie am Handgelenk während der Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen: Eine prospektive klinische Validierungsstudie.
Lancet Regional Health 2026;67:101791.

Klinische Merkmale multifokaler Extrasystolen mit Ursprung im basalen Septum des linken Ventrikels: Anatomie, Kartierung und Ablation.
Heart Rhythm 27.07.2026

 
 

Luftverschmutzung im Kindesalter erhöht Risiko für Metabolisches Syndrom

Eine groß angelegte europäische Kohortenstudie zeigt, dass die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid in der häuslichen und schulischen Umgebung die kardiometabolische Gesundheit von Kindern nachhaltig beeinträchtigt. Besonders das Schulumfeld scheint dabei eine kritische Rolle für die spätere Gesundheit zu spielen.

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Schwangerschaft zeigt künftiges kardiometabolisches Risiko auf

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Eine Studie zeigt, dass ungünstigere Werte der kardiovaskulären Gesundheit während der Schwangerschaft – auch bei ausbleibenden Komplikationen – mit einem höheren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen nach der Entbindung assoziiert sind.

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PANORAMA:

Ein Forschungsteam hat einen bislang unbekannten Wirkmechanismus eines synthetischen Peptids entdeckt, der überschießende Entzündungsreaktionen bei allergischem Asthma abschwächt. Der dabei identifizierte Angriffspunkt spielt auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle.
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Carsten Linnemann soll neuer Bundes­gesund­heitsminister werden. Aus der Opposition kommen Skepsis und Befürchtungen.
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Der scheidende Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge reagiert auf seine Entlassung mit deutlicher Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz.
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TERMINE:

20. International Conference on Cardiology and Cardiac Surgery
10.–11. August 2026
Hamburg

Planung und Implementierung digitaler Prozesse in der Facharztpraxis
1. September 2026
online

HeartLink Mainz
4.–5. September 2026
Mainz

Köln Cardiovascular Summit
18.–19. September 2026
Köln

 
 

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