Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Stillen ist die natürlichste Art, einen Säugling zu ernähren, und fördert die Entwicklung des Babys. Denn Muttermilch liefert alle Nährstoffe, die das Kind zum Wachsen und für eine gesunde Entwicklung braucht. Zudem ist sie leichter verdaulich als Formulanahrung. Dadurch haben aber viele stillende Mütter den Eindruck, ihr Kind öfter füttern zu müssen als dies bei einer Ernährung über die Flasche notwendig wäre. Möglicherweise hält sich daher auch die weit verbreitete Auffassung, dass gestillte Babys schlechter und weniger schlafen als nicht gestillte. Für ohnehin gestresste frisch gebackene Mütter könnte dies durchaus ein Argument sein, auf Formulanahrung umzusteigen.
Dass dies das Schlafdefizit junger Eltern zumindest nicht langfristig löst, zeigte jüngst ein japanisches Forscherteam. Dieses hatte in einer Kohorte von mehr als 80.000 Mutter-Kind-Paaren die Ernährungspraktiken während der ersten sechs Lebensmonate mit der Schlafdauer im Alter von einem Jahr in Zusammenhang gesetzt. Die Ergebnisse widerlegen die weit verbreitete Annahme, dass gestillte Säuglinge weniger schlafen, weil Muttermilch schneller verdaut wird. Denn tatsächlich war bei Kindern, die in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt wurden, das Risiko, dass sie mit einem Jahr weniger als elf Stunden pro Tag schliefen, deutlich geringer als bei Flaschenkindern. Dies ist umso wichtiger, als ausreichend Schlaf Grundvoraussetzung für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung von Kindern ist.
Eine epidemiologische Entwicklung, die seit dem Einzug von Bildschirmen in Kinderzimmer beobachtet wird, ist die weltweite Zunahme von Kurzsichtigkeit bei Kindern. Verursacht wird dies Experten zufolge dadurch, dass die Jüngsten weniger Zeit im Freien, dafür aber mehr Zeit an Smartphone, Tablet und Co. verbringen. Für Deutschland und Europa gibt ein Forscherteam der Uniklinik Freiburg nun allerdings Entwarnung. Denn entgegen der sich rapide beschleunigenden globalen Myopie-Epidemie konnten die Forschenden in Deutschland zwischen 2001 und 2025 keinen Anstieg der myopen Brillenverordnungen feststellen. Vielleicht spielen Kinder hierzulande ja doch noch öfter draußen als beispielsweise Kinder in Ostasien. Wünschenswert wäre es ja.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende und eine aufschlussreiche Lektüre dieser und weiterer interessanter Neuigkeiten in unserem Newsletter!
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