Ausgabe 27/2026

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Freitag, 03. Juli 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Stillen ist die natürlichste Art, einen Säugling zu ernähren, und fördert die Entwicklung des Babys. Denn Muttermilch liefert alle Nährstoffe, die das Kind zum Wachsen und für eine gesunde Entwicklung braucht. Zudem ist sie leichter verdaulich als Formulanahrung. Dadurch haben aber viele stillende Mütter den Eindruck, ihr Kind öfter füttern zu müssen als dies bei einer Ernährung über die Flasche notwendig wäre. Möglicherweise hält sich daher auch die weit verbreitete Auffassung, dass gestillte Babys schlechter und weniger schlafen als nicht gestillte. Für ohnehin gestresste frisch gebackene Mütter könnte dies durchaus ein Argument sein, auf Formulanahrung umzusteigen.

Dass dies das Schlafdefizit junger Eltern zumindest nicht langfristig löst, zeigte jüngst ein japanisches Forscherteam. Dieses hatte in einer Kohorte von mehr als 80.000 Mutter-Kind-Paaren die Ernährungspraktiken während der ersten sechs Lebensmonate mit der Schlafdauer im Alter von einem Jahr in Zusammenhang gesetzt. Die Ergebnisse widerlegen die weit verbreitete Annahme, dass gestillte Säuglinge weniger schlafen, weil Muttermilch schneller verdaut wird. Denn tatsächlich war bei Kindern, die in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt wurden, das Risiko, dass sie mit einem Jahr weniger als elf Stunden pro Tag schliefen, deutlich geringer als bei Flaschenkindern. Dies ist umso wichtiger, als ausreichend Schlaf Grundvoraussetzung für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung von Kindern ist.

Eine epidemiologische Entwicklung, die seit dem Einzug von Bildschirmen in Kinderzimmer beobachtet wird, ist die weltweite Zunahme von Kurzsichtigkeit bei Kindern. Verursacht wird dies Experten zufolge dadurch, dass die Jüngsten weniger Zeit im Freien, dafür aber mehr Zeit an Smartphone, Tablet und Co. verbringen. Für Deutschland und Europa gibt ein Forscherteam der Uniklinik Freiburg nun allerdings Entwarnung. Denn entgegen der sich rapide beschleunigenden globalen Myopie-Epidemie konnten die Forschenden in Deutschland zwischen 2001 und 2025 keinen Anstieg der myopen Brillenverordnungen feststellen. Vielleicht spielen Kinder hierzulande ja doch noch öfter draußen als beispielsweise Kinder in Ostasien. Wünschenswert wäre es ja.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende und eine aufschlussreiche Lektüre dieser und weiterer interessanter Neuigkeiten in unserem Newsletter!




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Gestillte Babys schlafen besser

Gestillte Babys schlafen besser

Die Annahme, dass gestillte Babys weniger schlafen, weil Muttermilch schneller verdaut wird, ist weit verbreitet. Nun deutet eine neue Studie darauf hin, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten Muttermilch erhalten, im Alter von einem Jahr seltener eine kurze Schlafdauer zeigen als ausschließlich mit Formulanahrung ernährte Kinder.

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Keine Epidemie der Kurzsichtigkeit in Deutschland

Wenig Zeit draußen, viel vor Bildschirmen: In vielen Ländern ist die Zahl kurzsichtiger Kinder dadurch immens gestiegen. In Deutschland scheint ein Plateau erreicht.

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Bundesregierung plant Zuckersteuer statt einer Abgabe

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Geplant war eigentlich eine Zuckerabgabe auf gesüßte Getränke. Die Bundesregierung ändert nun aber ihre Pläne.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Langfristige Auswirkungen von COVID-19 auf die Lungenfunktion von Kindern: Eine prospektive Längsschnittstudie.
Pediatr Pulmonol 2026;61(7):e71721.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse in den 14 Tagen nach Verabreichung eines attenuierten Lebendimpfstoffs gegen Influenza bei japanischen Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahren.
Hum Vaccin Immunother 2026;22(1):2694195.

Telefonische Triage nach einer Tonsillektomie bei Kindern: Eine retrospektive Analyse.
OTO Open 2026;10(3):e70274.

Versteckte Helicobacter pylori-Infektion bei Kindern: Molekularer Nachweis und Zusammenhang mit einer Dysbiose des Magens.
Front Microbiol 2026:17:1836526.

 
 

Jugendfußball: Für eine Saison sind Kopfbälle kein Problem

Profi-Fußballer haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere Demenzen. Der vermutlich entscheidende Faktor dabei: Kopfbälle. Doch was bedeutet das für Jugendliche, die regelmäßig im Verein Fußball spielen?

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Morbus Crohn bei Kindern: Rolle der BIRC3-Defizienz aufgedeckt

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Ein Team um den Münchner Mediziner Prof. Daniel Kotlarz hat eine bislang unbekannte genetische Ursache von Morbus Crohn identifiziert.

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KURZMELDUNGEN:

Eine neue Kooperationsvereinbarung der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW mit Kreisen, Städten und Gemeinden regelt erstmals die Zusammenarbeit von Kinderärzten mit den Jugendämtern, wenn es Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung gibt.
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Wissenschaftler des Forschungsprojektes ADAPT-HEAT haben eine Übersicht über hitzerelevante Medikamente sowie Hinweise zu deren sicherer Einnahme während Hitzeperioden erarbeitet.
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Psychisch belastete Kinder und Jugendliche warten derzeit durchschnittlich 32,5 Wochen auf einen ambulanten Psychotherapieplatz. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des BiPsy-Versorgungsmonitors 2026.
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TERMINE:

Summer School Pädiatrische Pneumologie der Charité
28.–29. August 2026
Berlin

Congress of the International Society of Paediatric Oncology
15.–18. September 2026
San Antonio (USA)

33rd Europaen Paediatric Rheumatology Congress
16.–19. September 2026
Belgrad (Serbien)

Adipositaskongress
23.–25. September 2026
Potsdam

58th Annual Meeting of the European Society for Paediatric Nephrology
30. September – 3. Oktober 2026
Bordeaux (Frankreich)

 
 

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