Ausgabe 19/2026

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Freitag, 08. Mai 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Andrang in den Notfallpraxen oder Notaufnahmen stellt für alle Beteiligten – Ärzte, Pflegepersonal, aber auch Eltern und Kinder – eine enorme Belastung dar. Und auch in vielen Praxen quellen die Wartezimmer in Zeiten von hohen Infektionszahlen über. Da scheint es naheliegend, mit telemedizinischen Angeboten Entlastung schaffen zu wollen, wie dies auch der Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Reform der Notfallversorgung vorsieht. Eltern müssen sich mit ihren kranken Kindern nicht mehr auf den Weg in die Praxis machen und in den Praxisräumen beziehungsweise Notaufnahmen herrscht nicht mehr so hoher Andrang.

Dass diese Rechnung möglicherweise nicht aufgehen könnte, zeigt eine Studie aus Kanada, die untersucht hatte, welchen Einfluss telemedizinische Konsultationen auf die anschließende Inanspruchnahme der pädiatrischen Notaufnahmen haben. Das Ergebnis: Nach einem virtuellen Arztkontakt war das Risiko für einen Folgebesuch in einer Notaufnahme innerhalb von drei Tagen höher als nach einem persönlichen Arztbesuch. Als Ursache vermuten die Forschenden, dass eine Konsultation, bei der keine körperliche Untersuchung des Kindes stattfindet, Eltern selbst bei leichten Erkrankungen nicht genug Sicherheit gibt und sie deshalb beim Besuch der Notaufnahme eine Zweitmeinung einholen. Das führt nicht nur zu keiner Entlastung, sondern belastet das Gesundheitssystem zusätzlich.

Damit unterstützen die Ergebnisse aus Kanada auch die Argumente des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen, der in den Plänen der Bundesregierung zur Einrichtung neuer telemedizinischer Angebote weitere Belastungen auf die pädiatrischen Praxen des Landes zukommen sieht. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bedenken gehört werden.

Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Virtuelle Konsultationen führen zu mehr Besuchen in der Notaufnahme

Virtuelle Konsultationen führen zu mehr Besuchen in der Notaufnahme

Der Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Reform der Notfallversorgung sieht auch das Angebot von Videosprechstunden vor. Dass das zumindest im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin nicht automatisch zur Entlastung der Notaufnahmen beiträgt, zeigt eine Studie kanadischer Wissenschaftler.

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Kinecteen®: Kontinuität neu gedacht – jetzt als 87er Packung

Kontinuität in der ADHS-Therapie ist zentral. Die neue 87er-Packung Kinecteen® erleichtert die Nachversorgung durch weniger Arztkontakte und bietet durch Substitutionsausschluss zusätzliche Sicherheit für eine unveränderte Abgabe.

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Gentherapie für erblich bedingten Hörverlust: Mittelfristige Studienergebnisse vielversprechend

Eine auf Otoferlin (OTOF) zielende Gentherapie für erblich bedingten Hörverlust konnte das Hörvermögen von 90 Prozent der Teilnehmer – Kinder und Erwachsene – verbessern. Das zeigt eine multizentrische Studie, die Patienten bis zu 2,5 Jahre nachbeobachtet hatte.

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Neue STIKO-Empfehlung zur MenACWY-Impfung

Die STIKO empfiehlt seit Oktober 2025 die MenACWY-Impfung für 12- bis 14-Jährige, mit Nachholimpfungen bis < 25 Jahre.1 MenQuadfi® zeigt hohe Immunantworten gegen Serogruppen A, C, W und Y – unter anderem bei Jugendlichen – und ist mit Tdap-IPV-/9vHPV-Impfstoffen kombinierbar.2

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Wie das Immunsystem lebenslange Virusinfektionen bekämpft

Wie das Immunsystem lebenslange Virusinfektionen bekämpft

Millionen Menschen weltweit tragen ein Leben lang Virusinfektionen in sich, die ihnen bei der Geburt übertragen wurden. Lange ging man davon aus, dass das Immunsystem diese Erreger kaum bekämpft. Forschende der Universität Basel zeigen nun: Die körpereigene Abwehr geht durchaus gegen das Virus vor. Dies könnte ein Ausgangspunkt für neue Therapien sein.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Wirkung von Dapagliflozin bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion bei Kindern.
Front Cardiovasc Med 2026:13:1785458.

Base Editing der Promotoren von HBG1 und HBG2 bei der Sichelzellenanämie.
N Engl J Med 2026;394:1824–1835.

Risikofaktoren für die Entstehung von Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen und Kindern – Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.
JAMA Pediatr 2026;180;(5):486–499.

Prädiktiver Wert der muskuloskelettalen Fitness für kardiovaskuläre Risikofaktoren bei Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern: Eine Querschnittsstudie.
J Clin Med 2026;15(8):2863.

 
 

Modellstudie zum Antiepileptikum Valproat: Einfluss auf frühe Hirnentwicklung

Das erhöhte Risiko für Entwicklungsstörungen des Gehirns bei ungeborenen Kindern durch das Antiepileptikum Valproat ist bekannt. Eine Studie mit im Labor gezüchteten Gewebemodellen des menschlichen Gehirns liefert nun neue Erkenntnisse dazu, wie das Medikament die frühe Gehirnentwicklung beeinflusst.

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Frühe Unterbringung im Heim senkt die Lebenserwartung

Frühe Unterbringung im Heim senkt die Lebenserwartung

Wer in den 1950er-Jahren als Säugling in einem Heim untergebracht wurde, hat eine deutlich kürzere Lebenserwartung als die Allgemeinbevölkerung, wie eine Langzeitstudie aus der Schweiz zeigt. Die Ergebnisse liefern damit erstmals robuste Hinweise auf die langfristigen Folgen eines frühen Mangels an Zuwendung und Stimulation.

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KURZMELDUNGEN:

Das Paul-Ehrlich-Institut hat den Kenntnisstand zur Sicherheit aluminiumhaltiger Adjuvanzien in Therapieallergenen zusammengefasst und hält die Belastung durch eine einzelne Immuntherapie in allen Altersstufen für tolerabel.
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Die Fr1da-Studie hat ihr Angebot um fünf weitere Bundesländer erweitert. Damit können Familien ihre Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren nun in zwölf Bundesländern auf ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes testen lassen.
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Mehr als jeder dritte jüngere Mensch mit Depression (16–39 Jahre) spricht mit Künstlicher Intelligenz über die Erkrankung, zehn Prozent sogar in längeren, dialogischen Gesprächen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.
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TERMINE:

Joint Congress of Pediatric Surgery by ESPES, EUPSA & IPEG
20.–23.
Mai 2026
Wien (Österreich)

State of the Art 2026: Anfälle und Bewegungsstörungen
28.–29. Mai 2026
Berlin

Kinder- und Jugendärztetag 2026
12.–13. Juni 2026
Mannheim

52. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
17.–19. Juni 2026
Mannheim

4th Congress of the International Society of Pediatric Respiratory Infectious Diseases
25.–28. Juni 2026
Bologna (Italien)

 
 

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