Ausgabe 16/2026

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Freitag, 17. April 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

hohe Hygienestandards haben dazu geführt, dass wir viel weniger Kontakt zu pathogenen Keimen haben. In Verbindung mit Impfungen und Antibiotika durchleben wir heutzutage weit weniger Infektionskrankheiten als noch vor einigen Jahrzehnten. Der Preis dafür ist jedoch, dass sich unser Immunsystem in einem quasi untrainierten Zustand befindet und eigentlich harmlose Expositionen, beispielsweise gegenüber Pollen oder bestimmten Nahrungsmitteln, bei immer mehr Kindern und Jugendlichen eine pathologische Reaktion auslösen. Dass der Kontakt zu Tieren in der Kindheit – sei es durch ein Haustier oder in der Landwirtschaft – Allergien verhindern kann, ist längst bekannt. Nun liefern Forschende aus Yale (USA) eine mögliche Erklärung für den sogenannten Bauernhofeffekt. Danach führt die frühe, vielfältige Antigenexposition zu einem kreuzreaktiven Immungedächtnis, das Immunantworten von IgE-getriebenen Überreaktionen hin zu tolerierenden IgG-Antworten verschiebt.

Parallel zu den Arbeiten in Yale haben zwei neue Studien aus Dänemark und Deutschland die Mechanismen genauer untersucht, die allergische Erkrankungen antreiben. Das Forschungsteam hat die Funktionsweise von IgE auf molekularer Ebene beschrieben und zugleich eine neue Möglichkeit demonstriert, allergische Reaktionen zu blockieren. Mit maßgeschneiderten Antikörpern konnten die Forschenden Allergene gezielt blockieren, bevor Mastzellen überhaupt aktiviert werden. Damit wird die passive Immuntherapie statt jahrelanger Hyposensibilisierung zu einer potenziellen neuen Therapieoption.

Eine nicht IgE‑vermittelte Form der Nahrungsmittelallergie, die bereits im Säuglingsalter entsteht und zu schwerem Erbrechen, Diarrhö und Kreislaufsymptomen führen kann, ist das seltene Food-Protein‑Induced-Enterocolitis-Syndrom (FPIES). Nun haben Forschende aus Schweden bei betroffenen Kindern ein deutlich abweichendes Darmmikrobiom identifiziert. Damit liefert die Studie nicht nur neue Erkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen der frühen Darmmikrobiota und der Entwicklung allergischer Erkrankungen, sondern stärkt auch die Sichtweise, dass frühe biologische Faktoren langfristige Konsequenzen für die Gesundheit von Kindern haben können.

Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Ein bisschen Schmutz unterstützt die Bildung einer gesunden Immunität

Ein bisschen Schmutz unterstützt die Bildung einer gesunden Immunität

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen, mit Haustieren oder generell in ländlicher Umgebung aufwachsen, seltener an Allergien leiden. Was jedoch bisher jedoch nicht vollständig verstanden war, ist die Frage nach dem Warum. Forscher der Yale University (USA) haben nun eine Antwort darauf gefunden.

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Kostenloses Online-Webinar:
DiGA bei Kindern mit ADHS

Sichern Sie sich noch heute Ihre Teilnahme an unserem interaktiven Online-Webinar und lernen Sie das als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zugelassene digitale Elterntraining hiToco® kennen. Von unseren Expert:innen erfahren Sie, wie Sie hiToco in die Therapie einbinden und wie Ihre Patient:innen und Familien durch eine multimodaleTherapie im Alltag profitieren können.

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Maßgeschneiderte Antikörper unterbinden allergische Reaktionskaskade

Forschende haben den Ablauf von Immunglobulin-E-vermittelten allergischen Reaktionen auf molekularer Ebene kartiert und gezeigt, wie maßgeschneiderte rekombinante Antikörper lebensbedrohliche Reaktionskaskaden blockieren können.

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Wenn Gelerntes verloren geht:
Rett-Syndrom früh erkennen

Schenken Sie Kindern, deren Eltern sagen: „Irgendetwas stimmt nicht“ besondere Aufmerksamkeit. Die Regression bereits entwickelter Fähigkeiten kann mit dem Rett-Syndrom, einer neurologischen Entwicklungsstörung mit individuellem Krankheitsverlauf, assoziiert sein.

 


Mit freundlicher Unterstützung von Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH

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Planschen mit Paukenröhrchen und Otorrhö-Risiko: Auf das Wasser kommt es an

Planschen mit Paukenröhrchen und Otorrhö-Risiko: Auf das Wasser kommt es an

Laut einer aktuellen Studie haben Kinder mit Paukenröhrchen ein erhöhtes Risiko für rezidivierende Otorrhö nach Paukenröhrcheneinlage, wenn sie in natürlichen Gewässern oder in einem Pool mit unbehandeltem Wasser schwimmen oder planschen.

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Die Tücke der Pneumokokken-Impflücke

Inwiefern stellen Pneumokokken-Erkrankungen insbesondere für Kinder in den ersten beiden Lebensjahren ein Risiko dar? Wie entwickeln sich die aktuellen Zahlen invasiver Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) dieser Altersgruppe in Deutschland? Und wo stehen wir in Deutschland im Hinblick auf den Impfschutz gegen Pneumokokken bei den ≤ 2-Jährigen? Antworten gibt es im Fachartikel von Univ.-Prof. Markus Knuf (Worms)!

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Verändertes Darmmikrobiom bei Kindern mit seltener Nahrungsmittelallergie

Kinder mit der seltenen, aber schweren allergischen Erkrankung FPIES weisen atypische Darmmikrobiota im Vergleich zu gesunden Kindern auf. Dies zeigt eine neue Studie der Universität Umeå (Schweden).

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Randomisierte Studie zur begleitenden Behandlung mit Prednisolon bei Kawasaki-Syndrom.
N Engl J Med 2026;394:1480–1490.

Lungenfunktionsstörungen und klinische Zusammenhänge bei Überlebenden einer Akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter: Eine nationale retrospektive ALL-STAR-Lungs-Kohortenstudie.
Pediatr Pulmonol 2026;61(4):e71600.

Update zur Therapie der Allergischen Rhinitis im Kindesalter.
Pediatr Allergy Immunol 01.04.2026

Das ImproveCareNow-Register: Vorhersage des Ausbleibens einer Remission nach zwei Jahren bei Colitis ulcerosa im Kindesalter.
J Pediatr Gastroenterol Nutr 2026;82(4):996–1005.

 
 
 
Warkens Milliarden-Sparplan

Warkens Milliarden-Sparplan

Die Ausgaben der Krankenkassen sollen sinken, damit die Beiträge nicht weiter steigen. Nun legt die Ministerin konkrete Punkte für ihren Milliarden-Sparplan vor. Neben den Gesundheitsanbietern betreffen sie auch die Versicherten.

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KURZMELDUNGEN:

Die Deutsche Umwelthilfe klagt gegen die Zulassung von Pestiziden mit dem Wirkstoff Deltamethrin. Dieser steht in Verdacht, die frühkindliche Hirnentwicklung zu beeinträchtigen.
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Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen bezeichnet die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgestellten Spar- und Reformpläne als mutlos und kritisiert die Budgetierung von bisher extrabudgetären Leistungen wie Impfungen.
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Brandenburg bekommt die ersten Kinderschutzambulanzen. Dort können Kinder bei Verdacht auf Misshandlung oder Missbrauch gezielt untersucht werden.
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TERMINE:

25th European Society for Pediatric Dermatology Congress
28.–30. April 2026
Padua (Italien)

Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie 2026
07.–09. Mai 2026
Linz (Österreich)

17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin
07.–09. Mai 2026
Potsdam

130. Deutscher Ärztetag
12.–15. Mai 2026
Hannover

 
 

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