Ausgabe 31/2026

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Freitag, 31. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vor meinem Fenster pflastern zwei Landschaftsgärtner gerade eine Einfahrt. Wenn sie wieder einen der dicken Steine zuschneiden müssen und dabei im Staub verschwinden, frage ich mich, was das in ihrer Lunge anrichtet. Weniger offensichtlich, dafür aber nicht minder gesundheitsgefährdend ist die Luftverschmutzung, der wir auch ohne Steineschneiden tagtäglich in unserem Alltag ausgesetzt sind. Feinstaub, Schadstoffe und Rußpartikel sind allgegenwärtig und beeinträchtigen die Gesundheit unserer Atemwege. Davon besonders gefährdet sind Kinder, da sich ihre Organe und ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befinden. Zudem atmen sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Luft ein als Erwachsene und verbringen (hoffentlich) mehr Zeit im Freien. Die Folgen sind Husten, Asthma und andere Atemwegserkrankungen.

Und als wäre das nicht schlimm genug, zeigt eine aktuelle Studie nun, dass Feinstaub und Stockstoffdioxid (NO2) auch das Risiko erhöhen, dass Kinder im späteren Leben ein Metabolisches Syndrom entwickeln. Die Forschenden hatten die jährliche Exposition von Kindern in verschiedenen Ländern Europas gegenüber Feinstaub (PM2,5) und NO2 am Wohnort, in der Schule und auf dem Schulweg errechnet. Interessanterweise war der Zusammenhang zwischen der Luftbelastung und dem Risiko für ein Metabolisches Syndrom im schulischen Umfeld der Kinder besonders ausgeprägt. Die Forschenden erklären das mit einer höheren Aktivität der Kinder in der Schule, wodurch ihre Atemfrequenz und das eingeatmete Luftvolumen steigen.

Dass Bestandteile der Atemluft aber auch gesundheitsfördernd sein können, zeigen die zahlreichen Studien zum „Bauernhof-Effekt“, in denen Kinder, die in einer bäuerlichen Umgebung aufwuchsen, seltener Allergien, Heuschnupfen und Asthma entwickelten als Stadtkinder. Die Ursache hierfür vermuteten Forschende in Bakterien in der Stall-Luft, die überschießende Entzündungsreaktionen des Immunsystems verhindern. Eine internationale Studie unter der Leitung Münchener Wissenschaftler ist diesem Zusammenhang nun akribisch auf die Spur gegangen und hat die Bakterien, Stoffe und Rezeptoren identifiziert, die für den schützenden Effekt von Stall-Luft verantwortlich sind. Das Ergebnis: Die identifizierten Bakterien stammen aus dem Verdauungstrakt der Kuh, wo sie Stoffe wie Kynurenin, Xanthin, Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure produzieren oder verstoffwechseln, die leicht eingeatmet und vom Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor und Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor auf den menschlichen Atemwegszellen erkannt werden können.

Die Details beider Studien sowie weitere interessante Neuigkeiten können Sie im Newsletter nachlesen.

Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Luftverschmutzung im Kindesalter erhöht Risiko für Metabolisches Syndrom

Luftverschmutzung im Kindesalter erhöht Risiko für Metabolisches Syndrom

Eine groß angelegte europäische Kohortenstudie zeigt, dass die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid in der häuslichen und schulischen Umgebung die kardiometabolische Gesundheit von Kindern nachhaltig beeinträchtigt. Besonders das Schulumfeld scheint dabei eine kritische Rolle für die spätere Gesundheit zu spielen.

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Stillmuster und Allergien: Japanische Kohortenstudie liefert neue Hinweise

Eine große japanische Geburtskohorte zeigt: Ausschließliches Stillen ist offenbar mit einem geringeren Risiko für Asthma und Allergische Rhinokonjunktivitis assoziiert, gleichzeitig jedoch mit einer höheren Prävalenz von Nahrungsmittelallergien.

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Der Bauernhof-Effekt: Verantwortliche Bakterienspezies identifiziert

Der Bauernhof-Effekt: Verantwortliche Bakterienspezies identifiziert

Ein internationales Forschungsteam hat herausgefunden, welche Bakterien in der Stall-Luft für den „Bauernhof-Effekt“ verantwortlich sind, der vor Allergien, Asthma und Heuschnupfen schützen kann.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Ballon-Dilatation der Eustachischen Röhre bei pädiatrischen Patienten: Systematisches Review und Metaanalyse der funktionellen und audiologischen Ergebnisse sowie der Sicherheit.
Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2026:207:112931.

Erhöhte Werte des hochsensitiven C-reaktiven Proteins bei schwereren Phänotypen von Wheezing/Asthma im Kindes- und Erwachsenenalter in der ALLIANCE-Studie.
Respir Res 2026;27(1):294.

Evaluierung häufig verwendeter Formeln zur Schätzung der glomerulären Filtrationsrate bei einer Kohorte gesunder Kinder und Jugendlicher.
BMC Nephrol 2026;27(1):446.

Definition der Bronchopulmonalen Dysplasie auf der Grundlage des Respiratory Severity Score.
Pediatr Pulmonol 2026;61(7):e71750.

 
 

Kriegsbilder in sozialen Medien können Jugendliche psychisch belasten

Eine Studie der Universität Regensburg und der medbo Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zeigt: Empathie und emotionale Bewusstheit beeinflussen, wie belastend Kriegs- und Gewaltinhalte in sozialen Medien für Jugendliche sind.

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Leukämie in Brasilien: Arm stirbt früher

Leukämie in Brasilien: Arm stirbt früher

Warum haben Kinder mit lymphatischen Leukämien in Brasilien je nach Region unterschiedlich hohe Überlebenschancen?

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KURZMELDUNGEN:

Eine Ausgründung der Universität und des Universitätsklinikums Freiburg entwickelt Tests, die neue Gentherapien sicherer machen sollen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) fördert dieses Vorhaben mit rund 1,2 Millionen Euro.
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In Kombination mit der verfügbaren Gentherapie kann das Neugeborenen-Screening auf Metachromatische Leukodystrophie schwere Symptome und den frühen Tod bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt das IQWiG.
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Wie lassen sich Kinder und Jugendliche vom Vapen abhalten? Dieser Frage geht ein aktualisierter Cochrane Review nach und empfiehlt regelmäßige individualisierte Textnachrichten zu den Gefahren durch E-Zigaretten aufs Handy.
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TERMINE:

Summer School Pädiatrische Pneumologie der Charité
28.–29. August 2026
Berlin

Planung und Implementierung digitaler Prozesse in der Facharztpraxis
1. September 2026
online

54. Interdisziplinärer Herbst–Seminar–Kongress für Entwicklungs- und Sozialpädiatrie
2.–5. September 2026
Brixen (Italien)

Das EEG im Kindesalter an zwei Wochenenden
4.–5. September 2026 und
6.–7. November 2026
Oberhausen

33rd Europaen Paediatric Rheumatology Congress
16.–19. September 2026
Belgrad (Serbien)

 
 

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