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Liebe Leserinnen und Leser,
vor meinem Fenster pflastern zwei Landschaftsgärtner gerade eine Einfahrt. Wenn sie wieder einen der dicken Steine zuschneiden müssen und dabei im Staub verschwinden, frage ich mich, was das in ihrer Lunge anrichtet. Weniger offensichtlich, dafür aber nicht minder gesundheitsgefährdend ist die Luftverschmutzung, der wir auch ohne Steineschneiden tagtäglich in unserem Alltag ausgesetzt sind. Feinstaub, Schadstoffe und Rußpartikel sind allgegenwärtig und beeinträchtigen die Gesundheit unserer Atemwege. Davon besonders gefährdet sind Kinder, da sich ihre Organe und ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befinden. Zudem atmen sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Luft ein als Erwachsene und verbringen (hoffentlich) mehr Zeit im Freien. Die Folgen sind Husten, Asthma und andere Atemwegserkrankungen.
Und als wäre das nicht schlimm genug, zeigt eine aktuelle Studie nun, dass Feinstaub und Stockstoffdioxid (NO2) auch das Risiko erhöhen, dass Kinder im späteren Leben ein Metabolisches Syndrom entwickeln. Die Forschenden hatten die jährliche Exposition von Kindern in verschiedenen Ländern Europas gegenüber Feinstaub (PM2,5) und NO2 am Wohnort, in der Schule und auf dem Schulweg errechnet. Interessanterweise war der Zusammenhang zwischen der Luftbelastung und dem Risiko für ein Metabolisches Syndrom im schulischen Umfeld der Kinder besonders ausgeprägt. Die Forschenden erklären das mit einer höheren Aktivität der Kinder in der Schule, wodurch ihre Atemfrequenz und das eingeatmete Luftvolumen steigen.
Dass Bestandteile der Atemluft aber auch gesundheitsfördernd sein können, zeigen die zahlreichen Studien zum „Bauernhof-Effekt“, in denen Kinder, die in einer bäuerlichen Umgebung aufwuchsen, seltener Allergien, Heuschnupfen und Asthma entwickelten als Stadtkinder. Die Ursache hierfür vermuteten Forschende in Bakterien in der Stall-Luft, die überschießende Entzündungsreaktionen des Immunsystems verhindern. Eine internationale Studie unter der Leitung Münchener Wissenschaftler ist diesem Zusammenhang nun akribisch auf die Spur gegangen und hat die Bakterien, Stoffe und Rezeptoren identifiziert, die für den schützenden Effekt von Stall-Luft verantwortlich sind. Das Ergebnis: Die identifizierten Bakterien stammen aus dem Verdauungstrakt der Kuh, wo sie Stoffe wie Kynurenin, Xanthin, Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure produzieren oder verstoffwechseln, die leicht eingeatmet und vom Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor und Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor auf den menschlichen Atemwegszellen erkannt werden können.
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Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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