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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Nephrologie,
epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass bereits geringe Mengen Uran die Nieren schädigen können. In einer neuen US-Studie haben Forscher der Columbia University nun in einem Tiermodell gezeigt, dass die Verabreichung des radioaktiven Schwermetalls über das Trinkwasser zu Veränderungen in der Uran-Isotopenzusammensetzung in Organen wie der Niere führt. „Die Uran-Isotopenzusammensetzung im Urin kann somit eine empfindliche, nichtinvasive Messung der Uran-Bioakkumulation in der Niere ermöglichen, die zur Früherkennung von Nephrotoxizität und zur Vorbeugung irreversibler Nierenschäden beitragen könnte“, resümieren die Autoren.
Um die Nierenfunktion bei Diabetikern genauer vorherzusagen, haben Wissenschaftler der Juntendo Universität in Japan an der Entwicklung neuer Biomarker geforscht, die bestehende Marker ergänzen. Anhand von Blutproben berechneten sie eGFRdiff. Dieser Wert spiegelt die Unterschiede zwischen den auf Cystatin C und Kreatinin basierenden Nierenfunktionswerten wider und bestimmt den Serumspiegel des Wachstumsdifferenzierungsfaktors 15 (GDF-15). In der neuen Studie zeigte sich ein starker Zusammenhang: Patienten mit niedrigeren eGFRdiff-Werten waren einem deutlich höheren Risiko für das Fortschreiten einer chronischen Nierenkrankheit ausgesetzt, während bei Patienten mit erhöhten GDF-15-Werten ein höheres Risiko für eine erhöhte Sterblichkeit bestand.
Das könnte Sie auch interessieren: Eine neue Studie aus der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ beschreibt ein neuartiges Instrument zur Beurteilung des Abstoßungsrisikos von Nierentransplantaten in Form des Zelloberflächenrezeptors SIRP-Alpha. Demnach können SIRP-alpha-Fehlpaarungen zu Abstoßungen, vorzeitiger Narbenbildung und Transplantatversagen beitragen.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.
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