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Liebe Leserinnen und Leser,
als die ersten Hinweise zum Einfluss des Darmmikrobioms auf den Erfolg von Immuntherapien auftauchten, klang das noch nach anekdotischer Evidenz. Doch nun konnte eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-IIa-Studie in „Nature Medicine“ belegen, dass die Stuhltransplantation die Wirksamkeit der Immuntherapie bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom erhöhen kann: Nach einem Jahr waren 70 Prozent der Teilnehmer mit Stuhltransplantation progressionsfrei, verglichen mit 41 Prozent in der Placebo-Gruppe. Das war zwar noch nicht statistisch signifikant, aber hinzu kommen eine höhere Ansprechrate (52% vs. 32%) und ein längeres medianes progressionsfreies Überleben (24 Monate vs. 9).
Falls Sie den Spiegel abonniert haben sollten, finden Sie dort ein interessantes Interview mit Prof. Judith Gebauer, die im Mai die neu geschaffene Professur Cancer Survivorship an der Universitätsmedizin Leipzig übernommen. Gebauer beschäftigt sich mit dem immer wichtiger werdenden Thema der Spätfolgen bzw. ihrer Vorsorge.
Damit Patienten mit einem Krebsdispositionssyndrom erst gar nicht an Krebs erkranken, testen Wissenschaftler einen vielversprechenden Impfstoff beim Lynch-Syndrom. Dieser Impfstoff trainiert das Immunsystem gegen Frame-Shift-Peptide. Ein Jahr nach der Behandlung zeigten sich weniger Krebsvorstufen und keine neuen fortgeschrittenen Polypen. Nach einem – ganz grob – ähnlichen Mechanismus klingen aktuelle Ergebnisse zum Li-Fraumeni-Syndrom: Hier zeigt sich, dass das Immunsystem bei einigen veränderten Formen des TP53-Proteins kleine Fragmente als abnormal erkennt – was mit einem geringeren Krebsrisiko einhergeht.
Wenn es nicht gelingt, die Krebszellen direkt anzugreifen, knöpfen wir uns doch stattdessen per CAR-T-Zelltherapie die Tumor-assoziierten Makrophagen vor – das scheinen sich Wissenschaftler der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York gedacht zu haben. In präklinischen Modellen zeigte dieser innovative Ansatz bereits Erfolg gegen metastasierten Eierstock- und Lungenkrebs.
Eine neuartige, sofort verfügbare CAR-T-Zell-Therapie namens WU-CART-007 für Kinder mit T-Zell-Leukämie befindet sich hingegen bereits in einer Phase-II-Studie: Dabei wird per Genomeditierung der CD7-Rezeptor von den Spender-T-Zellen entfernt. WU-CART-007 ist allerdings zur Überbrückung bis zur Transplantation gedacht und nicht als definitive Therapie.
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Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche!
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